Dorsten und seine neue Stadtkrone - Teil 2

Allgemein

Das Areal Maria-Lindenhof, eingebettet zwischen Lippe und Kanal.

Maria Lindenhof hat eine interessante Geschichte zu erzählen

Mitten in Dorsten, zwischen Kanal und Lippe, erstreckt sich ein Areal, das lange im Dornröschenschlaf lag und jetzt wach geküsst wurde – Maria Lindenhof. Ein äußerst geschichtsträchtiger Fleck mitten in Dorsten. „Dorsten - einst und jetzt“ lautet ein sehr lesenswertes Informationsblatt des „Vereins für Orts- und Heimatkunde Dorsten e. V.“, das wir in mehreren Teilen veröffentlichen. Die Genehmigung für den Text und die Fotos liegen vor. Die Rhader SPD sagt DANKE! Teil 1 ist am 1. August auf dieser Internetseite erschienen.

Landesaufnahmeheim und Reservelazarett

Nach dem Verkauf von Maria Lindenhof an den Landesfürsorgeverband Provinz Westfalen, Abt. 1 a wurde der Gebäudekomplex der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt der Barmherzigen Brüder von Montabaur ab 1937/38 als Landesaufnahmeheim für verwahrloste und gefährdete Kinder und Jugendliche genutzt. Im 2. Weltkrieg richtete die Wehrmacht darin ein Reservelazarett ein.

Die Gründung von „Groß-Dorsten“ 

Zahlreiche Vertreter von Staat und Partei feierten im Juni 1943 ...

auf Maria Lindenhof die Zusammenlegung der beiden bis dahin selbstständigen Gemeinden Hervest und Holsterhausen sowie der Stadt Dorsten zu „Groß-Dorsten“. Aus diesem Anlass hatte Bürgermeister Gronover eine Ratsherrensitzung in das Reserve-Lazarett einberufen, die diese „von oben“ angeordnete kommunale Neuordnung widerspruchslos billigte. Im Rahmen der „Gründungsfeier“ von „Groß-Dorsten“ ernannte der NSDAP-Kreisleiter 24 verdiente Parteigenossen aus Dorsten, Hervest und Holsterhausen zu Stadträten der neuen Kommune. Was die betroffenen Bürgerinnen und Bürger von dieser Zusammenlegung hielten, interessierte die Machthaber vermutlich nicht. Angesichts der Schrecken des Krieges nahm sie die breite Bevölkerung wohl eher kommentarlos zur Kenntnis.

Kriegsende 1945

Von der Bombardierung der Stadt Dorsten im Frühjahr 1945 blieb auch die Fürsorgeeinrichtung des Provinzialverbandes Westfalen nicht verschont, doch hielt sich die Zerstörung der Gebäude im Vergleich zur Innenstadt in Grenzen. Viele der sog. „Displaced Persons“, die sich kriegsbedingt außerhalb ihres Heimatstaates in Dorsten aufhielten, fanden auf Maria Lindenhof vorübergehend eine Unterkunft: Zwangsarbeiter, die während des Krieges zur Arbeit in Dorstener Betrieben verpflichtet worden waren, ferner Kriegsgefangene der ehemaligen Feindstaaten, aber auch Einheimische, die durch den Bombenkrieg wohnungslos geworden waren. Bis in die 1950er Jahre hielt die Stadt noch bewohnbare Teile des Komplexes als Notunterkunft für Flüchtlinge und Vertriebene vor.

Bindeglied zwischen Hervest, Holsterhausen und Dorsten

Im Dezember 1960 erwarb die Stadt Dorsten vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), dem Rechtsnachfolger des Provinzialverbandes Westfalen, das Gelände Maria Lindenhof. Dessen zentrale Lage als Bindeglied zwischen der Altstadt, Hervest und Holsterhausen bot sich geradezu an, diesen Bereich städtebaulich weiter zu entwickeln. Sport,- Freizeit- und Wohnanlagen sollten hier ebenso entstehen können wie Bildungs- und Kultureinrichtungen. Gewissermaßen als Ersatz für das einstige Landesaufnahmeheim in Dorsten erhielt der LWL einen Teil des Kreskenhof-Geländes in Holsterhausen, um an dieser Stelle ein Erziehungsheim zu errichten, das bis 1994 bestand.

Teil 3 in Kürze: "Bauliche Veränderungen" und "Freizeitpark"

 
 

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