Dorsten und seine neue Stadtkrone - Teil 3

Stadtentwicklung

Maria Lindenhof um 1930

Maria Lindenhof hat eine interessante Geschichte zu erzählen

Mitten in Dorsten, zwischen Kanal und Lippe, erstreckt sich ein Areal, das lange im Dornröschenschlaf lag und jetzt wach geküsst wurde – Maria Lindenhof. Ein äußerst geschichtsträchtiger Fleck mitten in Dorsten. „Dorsten - einst und jetzt“ lautet ein sehr lesenswertes Informationsblatt des „Vereins für Orts- und Heimatkunde Dorsten e. V.“, das wir in mehreren Teilen veröffentlichen. Die Genehmigung für den Text und die Fotos liegen vor. Die Rhader SPD sagt DANKE! Teil 1 ist am 1., Teil 2 am 6. August auf dieser Internetseite erschienen.

Bauliche Veränderungen

Bei Hochwasser überflutete die Lippe häufig große Teile des Geländes zwischen Lippe und Kanal, sodass ihrer Eindeichung in den 1960er Jahren eine besondere Bedeutung zukam, wenn die Pläne zur Neugestaltung dieses Bereiches verwirklicht werden wollten. Die Kanu-Freunde Dorsten e.V. erkannten die günstige Lage von Maria Lindenhof für ihren Sport sehr schnell und entschlossen sich, hier heimisch zu werden. In Eigenleistung errichteten sie von 1960 – 1963 ihr Bootshaus, das an diesem Standort auch heute noch besteht. Die Gebäude des ehemaligen Klosters der Barmherzigen Brüder wurden im August/September 1966 abgebrochen, im August 1972 beseitigte die Stadt das letzte Wohnhaus des früheren Gebäudekomplexes. Als die Stadt Ende 1966 für 8,5 Millionen Mark …

die Stadtwerke an die VEW verkauften, waren die erforderlichen finanziellen Mittel zum Bau eines Hallenbades vorhanden. Im Juni 1970 wurde die Anlage, die sechs Millionen DM gekostet hatte, eröffnet. Bauliche Probleme verzögerten allerdings die Aufnahme des Schwimmbetriebes.

Die steigenden Mitgliederzahlen veranlassten den Dorstener Tennisclub 1912 e.V. (DTC) in den 1960er Jahren über eine neue, größere Platzanlage nachzudenken. Die Verantwortlichen kamen schließlich mit der Stadt überein, das Erbbaurecht an der Clemens-August-Straße aufzugeben – hier hatte der Verein damals seine Tennisplätze - und es auf die Dauer von 50 Jahren gegen ein ca. 12.000 qm großes Areal auf Maria Lindenhof einzutauschen. Im September 1970 waren die Weichen gestellt. In der unmittelbaren Nachbarschaft zum Hallenbad - zum Kanal hin - entstand eine Anlage mit 6 Spielplätzen, Clubhaus, Trainingsplatz und Trainingswand. Zu Ostersonntag, am 12. April 1971, konnten die Plätze erstmalig bespielt werden. Die feierliche Eröffnung der Tennissportanlage erfolgte in Gegenwart zahlreicher Ehrengäste am 28. August 1971. Schon an diesem Festtag wurde der Wunsch laut, auch eine Halle auf dem Vereinsgelände zu bauen, die zehn Jahre später fertiggestellt wurde.

Einer Privatinitiative verdankte die Tennishalle ihr Entstehen, die bereits 1977 zwischen der Lippe und dem Hallenbad angelegt wurde. Damit war der Grundstein zum späteren „Sportpark Olymp“ des Ehepaares Honsel gelegt – die Eröffnung fand im Oktober 1986 statt -, der 2017 durch einen Brand zerstört wurde und in naher Zukunft an gleicher Stelle neu entstehen soll.

Gegenüber dem Hallenbad begannen die 1975 die Arbeiten für den Bau des Bildungszentrums, in dem in den nächsten fünf Jahren die Volkshochschule (VHS), das Stadtarchiv und die Stadtbibliothek untergebracht wurden. Für den Umzug des Stadtarchivs an seinen neuen Standort hatte der Kulturminister der Stadt einen Zuschuss in Höhe von 1, 3 Mill. DM bewilligt.

An das Bildungszentrum und die Tennisplätze des Dorstener Tennisclubs angrenzend entstand von 1980 – 1982 der heutige Gebäudekomplex des Gymnasium Petrinum, das im Sommer 1982 von der Bochumer Straße an seinen heutigen Standort in Maria Lindenhof umzog. Als Schulsportanlage, die auch den Vereinen offensteht, nutzt das Petrinum seit 1984 die nahegelegene Sporthalle mit dem dazugehörigen Außengelände. Die Sporthalle des St. Ursula-Gymnasiums, die 1983 ihrem Zweck übergeben wurde - schließt sich an die Petrinum-Sporthalle an. Hinter der Petrinum-Sporthalle bezog der VfL Dorsten im Dezember 2002 sein Vereinsheim.

In dieser Zeit entstand auch das Evangelische Altenzentrum Jochen-Klepper-Haus, das im April 1981 zum Bezug freigegeben und im Juni 1981 offiziell eingeweiht wurde. In unmittelbarer Nähe wurde in den 1980er Jahren eine Wohnanlage errichtet, die auf dem freien Markt schnell ihre Käufer fand.

Die neue Bebauung von Maria Lindenhof erforderte eine Anbindung des Geländes für Fußgänger und Radfahrer nach Norden über die Lippe– in Richtung Holsterhausen – und nach Süden über den Kanal – in Richtung Altstadt. Die Bauarbeiten der Hochstadenbrücke (Kanal) begannen 1980, die Hohenkampbrücke (Lippe) wurde wenig später fertiggestellt.

Im Dezember 1983 nahm die Stadt das Heizwerk auf Maria Lindenhof offiziell in Betrieb.

Noch nicht einmal 30 Jahre nach seiner Eröffnung hatte das Hallenbad ausgedient. Auf dem bis dahin noch freien Konrad-Adenauer-Platz, der von 1977 bis 1999 als Kirmesplatz genutzt wurde, entstand am Ende der 1990er Jahre das Spaßbad Atlantis, das den „Wasserratten“ 2001 zur Verfügung stand. Das ehemalige Hallenbad fand noch einige Jahre als Freizeitspaß für Kinder Verwendung („Kids World“), bis das Gebäude 2014 abgebrochen und die nunmehr freie Fläche in einen Parkplatz umgewandelt wurde.

Im Jahre 1981 eröffnete die Eissporthalle an der seit 1980 so bezeichneten Crawleystraße ihre Pforten, die heute noch besteht und privat betrieben wird. Angrenzend entstand 1999/2000 als eines der ersten WINDOR-Projekte der Wohnmobilhafen an der Lippe, der zwischenzeitlich erweitert wurde und sich bis in die Gegenwart eines regen Zuspruchs erfreut.

Die jüngste Einrichtung auf Maria Lindenhof ist das LWL-Wohnheim für Menschen mit chronischen Suchterkrankungen, das 2014 bezugsfertig war.

Teil 4 folgt in Kürze: "Freizeitpark“

 

 
 

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