Ein Blick über die Grenze

Verkehr

Warum sind uns die Holländer in vielen Bereichen der Mobilität uneinholbar voraus?

Lassen wir mal das Auto stehen und setzen uns aufs Rad, um durch Holland zu radeln. Die Radwege sind breit, haben fast immer einen Mittelstreifen und keine Schlaglöcher. Und wenn der Platz nicht reicht, wird die Fahrbahn für den KFZ-Verkehr eingeschränkt. Die Ampeln zeigen den Radlern zusätzlich an, wann sie mit der Weiterfahrt rechnen können. Die Beschilderung ist lückenlos. Auch Radwege, die durch Wald- und Parklandschaften führen, sind nicht durch Wurzelschäden ramponiert. Müllauffangkörbe können im Vorbeifahren genutzt werden. Warum geht das alles im Nachbarland und nicht auch bei uns? Zur Zeit wird in Dorsten mit Bürgerbeteiligung ein neuer Mobilitätsentwicklungsplan erarbeitet. Wer sich die Mühe macht, die mehreren hundert Bürgervorschläge zu lesen, ahnt, dass da noch viel Wasser die Lippe hinabfließen wird, bevor die Umsetzung erfolgt. Wenn überhaupt. Nein, wir werden nie und nimmer das Verkehrsinfrastruktur-Niveau der Niederländer erreichen. Solange wir noch über den Sinn und Zweck von Fahrradstraßen diskutieren, anstatt sie einfach auszuweisen, werden wir Planungsweltmeister bleiben, aber beim Praxistest sitzen bleiben. So wird das mit der Verkehrswende und dem Klimaschutz nichts.

Wochenendgedanken aus Rhade

 
 

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