Für Sie gelesen: Das politische Buch - „Umkämpfte Zone“ von Ines Geipel

Gesellschaft

Selten geht ein Buch so unter die Haut. Selten wird die eigene Lebensgeschichte so offen, so sensibel so politisch und dazu sprachlich so exzellent erzählt. Der Untertitel „Mein Bruder, der Osten und der Hass“ verraten, worum es geht. Ines Geipel arbeitet ihre persönliche Geschichte und die ihrer Familie fragend, zweifelnd, und ohne jeden Schnörkel auf. Ihre Geschichte, ihr Werdegang, ist dabei untrennbar mit der DDR- und der NS-Zeit verbunden.  Verbunden, weil Ines Geipel deutlich macht, dass beide Unrechtszeiträume zu keinem Zeitpunkt, weder vom Staat noch der Bevölkerung im Osten ehrlich aufgearbeitet wurden. Alles bekannt? Nein, auch dem Leser, der glaubt vieles zu wissen, werden auf den 270 Seiten die Augen immer wieder geöffnet. Wer diesen beschriebenen und belegten Selbstbetrug zweier Generationen „in der Zone“ verinnerlicht hat, versteht übrigens ein wenig mehr, warum im Osten so gewählt wird, wie am Sonntag in Thüringen und davor in Brandenburg und Sachsen. Ines Geipel, frühere Sprinterin und heutige Professorin hat ein beeindruckendes Buch geschrieben, das noch lange nachwirken wird. Klett-Cotta Verlag, ISBN 978-3-608-96372-4.

Eigener Beitrag

 
 

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