
Ein kleiner Kommentar aus Rhade
Ausgerechnet Oettinger
Früher war es üblich, „verdiente“ Parteifunktionäre nach Europa wegzuloben. Heute sind politische Schwergewichte mit viel Expertenwissen gefragt. Besonders, wenn sie Spitzenpositionen, wie die eines Kommissars einnehmen.
Die Union ist aber rückfällig geworden, als sie im ersten Moment nicht wusste, wie sie den in Baden-Württemberg grandios gescheiterten Ministerpräsidenten Günther Oettinger „entsorgen“ sollte.
Schließlich wurde er nach Brüssel abgeschoben. Dass er dort sogar Kommissar für Energie wurde, hat nichts mit seiner Qualifikation, sondern nur etwas mit dem Einfluss des größten Nettozahlers der EU, nämlich Deutschland zu tun.
Jetzt, er hat sich eingelebt, tanzt er seiner schwarz/gelben Bundesregierung auf der Nase herum. Öffentlich kritisiert er den Atomausstieg, dann setzt er sich für Fracking ein, jetzt hält er Europa für einen Sanierungsfall.
Gerade Oettinger, der bewiesen hat, dass ein Bundesland wie Baden- Württemberg für ihn eine Nummer zu groß ist, spielt sich jetzt zum Experten der EU auf.
Während der Kommissionspräsident Barroso peinlich berührt schweigt, sagt der Parlamentspräsident Martin Schulz, es wäre besser, wenn Oettinger in seinem Ressort als Reformer erkennbar würde.
Die EU hat viele Probleme. Mehrfach wurde an dieser Stelle darauf hingewiesen. Oettinger entwickelt sich zum nächsten.