Friedhelm Fragemann, SPD-Mitglied, war viele Jahre Fraktionsvorsitzender der SPD im Stadtrat Dorsten Gesellschaft Die “neue“ Weltordnung - Rückfall in imperialistische Barbarei

Gastkommentar von Friedhelm Fragemann

Natürlich kann Friedrich Merz als Regierungschef Trump nicht öffentlich als kriminellen, charakterlosen Lumpen charakterisieren. Allerdings wäre eine deutlichere Kritik an der völkerrechtswidrigen Aktion in Venezuela von Nöten gewesen. Mit dem Herunterspielen, ja der Verharmlosung als „komplexe Situation“, setzt er sich dem Vorwurf der Doppelzüngigkeit aus, wenn einerseits die russische Invasion in der Ukraine scharf verurteilt, andererseits die Vorgehensweise der amerikanischen Administration mit größter Nachsicht behandelt wird, obwohl auch hier völkerrechtswidrige Aktionen durchgeführt und darüber hinaus selbst gegenüber Verbündeten wie Dänemark unfassbare Forderungen in den Raum gestellt werden. Schließlich ist Grönland integraler Bestandteil Dänemarks. Dieser Spagat wird auf Dauer nicht gelingen. 
Dass die Bundesregierung auch bei einer klaren Positionierung die existenziellen Interessen der Bundesrepublik Deutschland im Blick behalten muss, steht außer Frage. Allerdings ist das Vorgehen Trumps in Venezuela, die Bedrohung Kolumbiens, Kubas, Panamas etc., aber insbesondere Grönlands ein Rückfall in imperialistische Barbarei. Für zivilisierte Gesellschaften sind egozentrische autokratische Herrscher mit Sonnenkönig-Syndrom inakzeptabel, ob sie nun Trump oder Putin heißen. 
Ihre geopolitisch fundierte Macht- und Interessenpolitik hebelt das wertebasierte Regelsystem aus. Dem entgehen wir nicht mit naiver moralisierender Menschenrechts- und sogenannter feministischer Außenpolitik, aber ebenso wenig durch Hinnahme von Rücksichtslosigkeiten oder Unterwerfungsgesten. Eigene Interessen müssen machtvoll und konsequent, aber prinzipiell unter Einhaltung völkerrechtlicher Standards vertreten werden. 
Gefragt ist jetzt eine enge Abstimmung innerhalb der Europäischen Union in diesen Kernfragen internationaler Politik und vor allem ein möglichst solidarisches Agieren, damit Europa nicht zum Spielball in der sich neu formierenden multipolaren Welt wird. Oder ganz an den Rand gedrängt wird – politisch und wirtschaftlich.

Veröffentlicht am 18.01.2026

 

Auch Prominente werben für den Erhalt der Straßenzeitung fiftyfifty Gesellschaft Hubert Ostendorf auf den Spuren von Michael Holzach - Ein Selbstversuch

Es war und ist ein Bestseller. Michael Holzachs 1982 veröffentlichtes Buch „Deutschland umsonst“. Eindrucksvoll beschreibt er seine Erfahrungen, als Obdachloser ohne Geld im reichen Deutschland zu überleben. Nun hat sich Hubert Ostendorf, Geschäftsführer der Hilfsorganisation fiftyfifty mit Sitz in Düsseldorf, entschlossen, es für wenige Stunden Michael Holzach gleichzutun. Hautnah erlebte er, wie die Gesellschaft, also wir, überwiegend reagieren, treffen wir auf der Straße auf einen um Hilfe bittenden Menschen. Sein Erfahrungsbericht rüttelt auf, hält uns den Spiegel vor und beweist eindrucksvoll das Gerechtigkeitsdefizit unserer Gesellschaft. Einige Auszüge werden mit Genehmigung des Autors veröffentlicht:

Drei Stunden im Abseits – ein Selbstversuch
Ich bin Geschäftsführer der Obdachlosenzeitung fiftyfifty. Für einen Selbstversuch tausche ich mein gewohntes Auftreten gegen abgeranzte Kleidung. Die Haare sind ungewaschen, fettig, ungekämmt. Die Fingernägel schmutzig, sie ragen aus kaputten Handschuhen hervor. Es ist klirrend kalt. Für drei Stunden stelle ich mich auf die Straße und verkaufe die Obdachlosenzeitung fiftyfifty. Schon nach wenigen Minuten wird klar: Ich bin nicht mehr wirklich Teil der Gesellschaft. Menschen gehen an mir vorbei, ohne mich wahrzunehmen. Kein Blick, kein Kopfnicken, kein Wort. Ich stehe da, sichtbar und zugleich unsichtbar. …Manche bleiben kurz stehen – nicht aus Interesse, sondern um zu beleidigen. „Penner.“ „Geh arbeiten.“ Ein Mann ruft mir zu: „So etwas wie dich hätte man früher ins Lager gesteckt.“ Die Sätze treffen. Es gibt auch andere Begegnungen. Eine alte Frau bleibt stehen, schaut mich an, gibt mir Geld. Ein alter Mann tut es ihr gleich. Ein kleines Kind kommt auf mich zu, reicht mir einen Becher Kaffee. … Nach drei Stunden zähle ich das Geld. 11 Euro 17. Eine einzige verkaufte Zeitung, ein paar Münzen, ein paar Scheine. Mir ist eiskalt. Ich zittere. Ich weiß: Mein Experiment endet nach drei Stunden. Ich kann mich aufwärmen, die Kleidung wechseln, nach Hause gehen. Obdachlose können das nicht. Sie können der Kälte nicht entfliehen. Für sie ist das kein Selbstversuch. Es harter ist Alltag.
Hubert Ostendorf

SPD SOZIAL bittet um Unterstützung von fiftyfifty e.V.

Spendenkonto: ASPHALT, Verein zur Förderung obdachloser und armer Menschen, Postbank Essen, DE35 3601 0043 0539 6614 31

Veröffentlicht am 17.01.2026

 

Gesellschaft Rhade: Sternsinger-Aktion ist gelebtes soziales Lernen

Alle Jahre wieder „klopfen“ sie an unsere Tür. Die Sternsinger der katholischen St. Urbanus -Gemeinde. Es sind Kinder, die um Spenden für weltweit aufgestellte Hilfsprojekte bitten. „Diese Hilfsprojekte sind nachhaltig und werden mit lokalen Partnern umgesetzt. Sie kommen allen Kindern zugute - unabhängig von Herkunft und Religion.“, heißt es im Begleitschreiben, das die Sternsinger persönlich übergeben oder in die Briefkästen unserer Rhader Haushalte eingeworfen haben. Diese Aktion verdient unterstützt und gewürdigt zu werden. Kinder haben ein natürliches Gerechtigkeitsempfinden. Das wird bei der Sternsinger-Aktion gestärkt. Wir können diese positive Wirkung mit Offenheit und Großzügigkeit unterstützen. Ein kurzes Gespräch mit den Kinder-Botschaftern bleibt in deren Erinnerung positiv haften. Und wer nicht persönlich angetroffen wird, kann seine Spende auch per Banküberweisung tätigen. Ein Rhader Spendenkonto findet sich in dem Flyer der Sternsinger. Die DZ meldet aktuell, dass bisher fast 15.000 Euro gesammelt wurden.

Veröffentlicht am 16.01.2026

 

Bundespolitik SPD: Gerechtigkeit beginnt beim FairErben

In diesem Jahr erwarten wir ein wichtiges Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Erbschaftsteuer. Schon lange ist klar: Die Erbschaftsteuer in der jetzigen Form ist unfair. Bisher werden kleine und mittlere Erbschaften stark besteuert, während Milliardärsfamilien ihr Vermögen in Deutschland durch die Nutzung bestehender legaler Schlupflöcher nahezu steuerfrei weitergeben können. Kinder von Überreichen kriegen mehr Geld als Erbe geschenkt, als ein Facharbeiter in seinem ganzen Leben jemals erarbeiten könnte. Das ist ungerecht. Statt echter Leistung wird die Herkunft belohnt.
Wir wollen die Erbschaftsteuer fair, einfach und zukunftsfest machen. FAIRErben sorgt dafür, dass nicht große Vermögen immer weiter anwachsen, während die Allgemeinheit den Kürzeren zieht. Sie schafft Handlungsspielräume für Investitionen in Bildung, Infrastruktur und sozialen Zusammenhalt. Wir setzen uns für ein gerechtes Steuersystem ein. Die heutige Erbschaft- und Schenkungsteuer wird diesem Anspruch jedoch nicht gerecht. In der Praxis gilt häufig:

  • Kleine und mittlere Erbschaften müssen Steuern zahlen.
  • Sehr große Vermögen bleiben durch Sonderregeln und Gestaltungsmöglichkeiten oft ganz oder überwiegend steuerfrei.
  • Sie verstärkt die ungleiche Verteilung von Vermögen.
  • Sie untergräbt das Vertrauen in ein faires Steuersystem.
  • Und sie entzieht dem Staat Einnahmen, die zum Beispiel für Schulen, Straßen oder Klimaschutz gebraucht werden.

Tim Klüssendorf, SPD-Generalsekretär

Veröffentlicht am 15.01.2026

 

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Wenn wir mutig genug sind, es zu sehen. 
Wenn wir mutig genug sind, es zu sein.“

Amanda Gorman
Amerikanische Schriftstellerin und Lyrikerin

 

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