Dürfen Politiker urlauben?
Wetterkapriolen, Krieg, Inflation, Minus-Wachstum - die aktuelle Nachrichtenlage in unserem Land kann depressiv machen. Unsere Spitzenpolitiker sind „abgetaucht“. Sie regenerieren von einem brutalen Alltag mit einer 7-Tage-Woche und einer täglichen Arbeitszeit, die jede Gewerkschaft mit Streik beantworten würde, sollte sich da nicht etwas ändern. Doch für Politiker gelten in der öffentlichen Wahrnehmung völlig andere Regeln. Sie sollen immer präsent sein, dann aus dem Stehgreif das Erwartete sagen und Forderungen von außen sofort umsetzen. Sie müssen sich rund um die Uhr beobachten und bewerten lassen. Und, sie „spielen“ mit. Sie unterwerfen sich i. d. R. der öffentlichen Meinung, um positiv wahrgenommen und wiedergewählt zu werden. Hier setzen wir einen Punkt. Auch Spitzenpolitiker haben, wie jeder Bürger das Recht, vom Alltag auszuspannen. Dabei wissen wir, dass z. B. der „Job“ eines Bundeskanzlers ein komplettes Abtauchen in das Private ohne Arbeit unmöglich macht. Trotzdem lassen zur Zeit einige Medien süffisant in ihre Pauschalkritik über Politik den Satz einfließen: „und Olaf Scholz macht Urlaub“. Das ist unangemessen. Der Konzernchef von E.on, Leonhard Birnbaum kommt in einem ZEIT-Interview zu folgender Bewertung: „Es gibt in der Politik jede Menge sehr intelligente Menschen. Ehrlich gesagt, würde ich mit den meisten auch nie im Leben tauschen wollen. Es ist unglaublich, was die für einen Einsatz zeigen für unser Land, mit enormem öffentlichen Druck, wenig Dank und immer öfter üblen persönlichen Schmähungen“.
Rhader Urlaubsgedanken über Politiker (Das Zitat (Auszug) wurde dem ZEIT-Artikel „Ist die Menschheit noch zu retten, Herr Birnbaum?“ vom 03.08.2023 entnommen