Michael Gerdes hat eingeladen - wir sind in Berlin dabei.

Bundespolitik

Mchael Gerdes MdB ist einer von uns

Ein beeindruckender Besuch in Berlin – Teil 3

Geschichte wird hautnah erlebt

Kaum sind die Eindrücke des Vortags verarbeitet, wartet ein neues attraktives Besuchsprogramm am heutigen Freitag auf uns.
Es ist kalt geworden. Nur 3 Grad Celsius.
Frau von der Leyen wartet auf uns. Besser – ihr Ministerium.
Wir staunen und zeigen uns beeindruckt, was kreative Architekten aus den alten Nazi-Bauten gemacht haben.

Aus ehemals monströsen, düsteren Protzbauten wurden helle, freundliche, einladende Bürotrakte. Glas, Licht und viel Kunst schaffen eine angenehme Atmosphäre.
Nach einer Einführung über das Ministerium, hier kamen und gingen viele Minister in den letzten Jahren (Riester, Müntefering, Scholz), entwickelte sich eine sehr qualifizierte Diskussion über Soziale Gerechtigkeit. Kaum begonnen, musste aber aus Zeitgründen das Gespräch „vertagt“ werden.
Rein in den Bus und quer durch die Stadt. Unser Willy-Brandt-Haus war das Ziel.
Wie ein Schiff, das sich seinen Weg durchs weite Meer bahnt, dominiert das aus viel Glas errichtete, unübersehbare Gebäude. An Oberdeck die wehende SPD-Fahne.
Willy Brandt, die weltbekannte Bronzestatue erwartet uns bereits. Wir bekommen eine tolle Interpretation des Kunstwerkes. Gefällt mir – gefällt mir überhaupt nicht, die Bandbreite der Bewertungen war in unserer Gruppe groß. Genau das will Kunst erzeugen. Eine Auseinandersetzung mit dem Gesehenen.
Die 148-jährige Geschichte der SPD in 20 Minuten. Das schafft nur ein Film, der sich auf das Wesentliche beschränkt.
Jetzt machen wir Tagespolitik. Der Versuch der Genossin vom Parteivorstand, Referat Öffentlichkeitsarbeit und Archiv, uns alles in rosarot zu schildern, war gut gemeint, scheiterte aber an einigen kritischen Geistern in der Besuchergruppe. Es wird spannend. Time out. Schade. Wir werden mit Michael Gerdes zu Hause weiter diskutieren müssen.
Der nächste Programmpunkt kann nicht kontrastreicher sein. Die Stasizentrale, heute Gedenkstätte, wird besucht. Betroffenheit überall. Es waren ja auch viele Sozialdemokraten, die durch den neuen Überwachungsapparat nach Nazi-Deutschland gedemütigt, verfolgt und geknebelt wurden. Ein Unrecht mehr auf deutschen Boden.
Die Diskussionen untereinander gewinnen eine neue Qualität. Jetzt wird klar, aus welchen Menschen sich unsere Gruppe zusammensetzt. Es sind überwiegend Sozialdemokraten, geschichtsbewusste Sozialdemokraten.
Ein Zeitzeuge berichtet. Fast atemlos, dabei ruhig und sachlich. Es ist mucksmäuschenstill. Danach wird keiner mehr sagen „wir sollten doch mal aufhören nach hinten zu gucken“. Nein, nur wer die Geschichte kennt wird mithelfen, neues Unglück zu verhindern.
Der Tag klingt in der Humboldtuniversität aus. Nicht die Hochschule selbst, sondern das Restaurant im gewaltigen Gebäude sorgt dafür, dass wir noch genügend Kraft haben, um das Gehörte und Gesehene zu verarbeiten und den letzten Abend individuell zu genießen.
Fortsetzung folgt.

 
 

WebsoziCMS 3.9.9 - 007158921 -