Ein Islam-Wissenschaftler aus Freiburg findet die Antwort - und wird bedroht
Abel-Hakim Ourghi ist mit 23 Jahren aus Algerien nach Deutschland gekommen. Er bekennt, als Antisemit zu Hause und in der Schule erzogen worden zu sein. „Unsere Sozialisation in unseren Herkunftsländern lehrte uns Judenhass. Alles was mit Juden oder dem Staat Israel zu tun hatte, lehnte ich vehement ab. Ich glaubte, Juden sind immer Täter - Muslime immer Opfer“, schreibt er wörtlich in seinem unten genannten ZEIT-Beitrag. Inzwischen ist der anerkannte Islam-Wissenschaftler, er lehrt an der Freiburger Universität, 55 Jahre alt. Seine Forschungen über den Ursprung des islamischen Judenhasses werden nicht nur mit großer Aufmerksamkeit begleitet, sondern auch mit dauerhafter Bedrohung. Sein geschichtlicher Rückblick über das Verhältnis zwischen Muslimen und Juden zeigt nämlich, dass es intensive Phasen des friedlichen Zusammenlebens beider Glaubensrichtungen gab. Der heute gepflegte Hass vieler Islamisten gegenüber den Juden, besonders verstärkt auch im arabischen und türkischen Fernsehen, verdrängt, dass die Geschichte beider Glaubensrichtungen keine einseitige Schuldzuweisung zulässt. Abel-Hakim Ourghi bezeichnet seine Erinnerungsarbeit als Selbstbefreiung. „Ich habe gelernt, wie falsch und gefährlich Antisemitismus ist“, so sein Zitat im ZEIT-Artikel. Sein Ziel ist, dass Juden und Muslime sich gegenseitig respektieren, Israel achten und Frieden machen. Zu wünschen ist, dass Professor Ourghi überall gehört (und gelesen) wird.
Rhader Wochenendgedanken auf Grundlage des ZEIT-Beitrags „Woher kommt der Hass?“ von Abdel-Hakim Ourghi am 16.11.2023.