Nach der Feier kommt die Arbeit. So könnte das aktuelle Programm der Rhader Sozialdemokraten ausgelegt werden. Am heutigen Freitag steht die Fahrt zur Ruhrtalzeche Nachtigall auf der Tagesordnung (wir berichteten), am Sonntag geht’s dann in Klausur. Um 10 Uhr wird im Gasthaus Pierick beim gemeinsamen Frühstück beraten, wie dem allgemeinen Desinteresse an politischen Parteien und gesellschaftspolitischem Engagement begegnet werden könnte. „Nicht drumrum reden“, so die klare Botschaft im Vorfeld.
Die demokratischen Parteien verzeichnen seit Jahren eine dramatische Überalterung, einhergehend mit deutlichem Mitgliederschwund. „Dass auch Vereine über das gleiche Problem klagen, soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden. Es darf aber auch kein Trost sein“, so Hans-Willi Niemeyer, Vorsitzender und Gastgeber der sonntäglichen Klausurtagung. „Demokratie ist kein Schaukelstuhl“, so hat jüngst der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel reagiert, als er die Landtags-Wahlbeteiligung von unter 50 Prozent in Sachsen kommentieren sollte. Eine zutreffende Beschreibung zwar, aber die vielen Fragezeichen, wie der Königsweg zu einer Verbesserung aussehen könnte, waren nicht zu überhören.
Die Rhader SPD, seit Jahrzehnten eine feste, kreative und agile Größe in der Lippestadt, will sich dieser Herausforderung stellen und ohne Scheuklappen den Ist-Zustand aufzeigen, die bisherige Arbeit analysieren und Lösungsansätze gemeinsam diskutieren. Bis zum Ende des Jahres sollen dann im Rahmen einer Jahreshauptversammlung die Weichen für die Zukunft gestellt werden.