Ein Trauerspiel - Nur www.spd-rhade.de ragt heraus
Wer sich über die Dorstener Parteien informieren will, könnte deren Bürgerversammlungen besuchen. Die finden aber in Dorsten parteiübergreifend nicht mehr statt. Oder man sucht das jeweilige Parteibüro in der Stadt auf. Davon gibt es aber auch nur noch einige. Bleibt also nur noch das digitale Netz. Und da bietet das Internet die größte Möglichkeit, sich umfassend zu präsentieren. Erstaunlich ist, dass bis auf die Ausnahme der Rhader SPD, keine Partei, kein Ortsverein in Dorsten dieses Medium aktuell nutzt. Rufen wir dazu die Internetseiten der Dorstener Parteien auf, um die These des „Abtauchens“ zu belegen.
- Die CDU hat im September 2022 die letzten Beiträge auf ihrer Internetseite eingestellt. Das gilt für alle Ortsverbände, die Senioren- und Junge Union gleichermaßen.
- Die Grünen haben bereits einige Monate vorher, nämlich im Juni 2022 letztmalig ihre Internetseite aktualisiert.
- Die FDP hat schon 2021 aufgegeben, die Öffentlichkeit zu informieren.
- Dorsten findet auf der Seite der Linkspartei gar nicht statt.
- Das gilt auch für Die Partei und die AfD.
- Nun also der Blick auf die Dorstener-SPD-Internetpräsentation. Hier muss offen konstatiert werden, dass sich die SPD leider von den genannten parteipolitischen Konkurrenten nicht unterscheidet.
- Die absolute Ausnahme bietet die Rhader SPD. Seit 12 Jahren wird diese Internetseite täglich aktualisiert. Die Anzahl der Aufrufe wird für alle sichtbar auf der Einstiegsseite angezeigt. Die eingestellten Beiträge sind breit gefächert. Neben der Tagespolitik vor Ort, im Land und Bund, finden sich Beiträge über Kultur und „dit un dat“.
Fazit: Die Klage aller Parteien, öffentlich nicht richtig wahrgenommen zu werden, liegt auch am eigenen organisatorischen Unvermögen, kontinuierlich medial präsent zu sein.
Ein kritischer Rhader Blick auf die Dorstener Internetseiten der Lippestadt-Parteien
Veröffentlicht am 18.01.2023
Veröffentlicht am 17.01.2023
Hitler Wetter von Tillmann Bendikowski
Ein Buch über „das ganz normale Leben in der Diktatur: Die Deutschen und das Dritte Reich 1938/39“, so die Einführung auf der Umschlagseite. Gut lesbar, hoch interessant und nie ermüdend, räumt es gnadenlos mit dem Mythos der großen Mehrheit der Deutschen auf, nichts gewusst und damit nichts zu tun gehabt zu haben. Fakten von renommierten Historikern werden Tagebucheintragungen von Menschen wie du und ich gegenübergestellt. Die Übereinstimmung ist frappierend. Es ist die „Geschichte der anderen“, so die Einstellung der Mehrheit der Deutschen nach 1945, die zwar den Neuanfang leichter machte, aber mit einem gigantischen Selbstbetrug einherging. (Bei nicht wenigen Zeitgenossen sogar bis heute.) Das „ganz normale Leben“ zwischen 1938 und 1939 wird aus vielen Blickwinkeln beschrieben. Obwohl seit dem 24. März 1933 (Ermächtigungsgesetz) die Demokratie abgeschafft war, richtete sich die übergroße Mehrheit, nicht gerade unzufrieden, in der folgenden Nazi-Diktatur ein. Nur wer seinen verklärten Blick nicht freibekam, konnte und wollte die Unterdrückung, Demütigung, Verfolgung und Ermordung aller Andersdenkender übersehen. Sie alle tragen Mitschuld an der Katastrophe, die der folgende 2. Weltkrieg mit sich brachte. Der Autor klagt nicht an, sondern überlässt das Urteil dem Leser, das er sich in 12 spannenden Kapiteln auf 480 Seiten, selbst bilden kann. Ein absolut lesenswertes Geschichtsbuch.
Dirk Hartwich
Veröffentlicht am 17.01.2023
Es gibt viel zu tun - sehr viel!
Immer dann, wenn die dunkle Jahreszeit einsetzt und unbelaubte Bäume und Sträucher den Blick frei machen, zeigt Rhade, wo Verbesserungen dringlich sind. Die schnurgerade Durchfahrtsstraße, 3 Kilometer lang, wirkt nackt und kalt. Und verkehrssicher ist sie auch nicht. Anregungen, mit Verkehrsmittelinseln und Straßen-Begleitgrün eine Aufwertung des Rhader Lebensraums zu erzielen, warten seit Jahren auf die Umsetzung. Wer in die Debbingstraße (Foto) einbiegt und das Gesehene auf sich wirken lässt, kann nicht glauben, dass das ein Teil der „guten Rhader Stube“ sein soll. Fahrradfahrer, die Teil der angestrebten Verkehrswende sein wollen, kritisieren unermüdlich den Zustand der Radwege entlang der Lembecker- und Erler Straße. Nur ändern tut sich nichts. Unverständlich ist auch, dass die wunderbare Baumallee zwischen Lembeck im Osten und Raesfeld-Erle im Westen, genau auf Rhader Gebiet eine durchgehende Lücke zeigt. An dieser Stelle stoppen wir die Kritik und loben die vielen, kreativen Privatinitiativen der Bürgerinnen und Bürger, den eigenen Lebensmittelpunkt vor der Haustür aufzupeppen. Wenn jetzt auch die Dorstener Verwaltung alles das umsetzt, was sie Rhade versprochen hat, kann selbst bei trüben Wetter hier wieder durchgeblickt werden.
Ein Rhader Appell in Richtung Dorstener Rathaus
Veröffentlicht am 16.01.2023
Wochenendgedanken aus Rhade
Das deutsche Parteienspektrum ist bunt. Auf Wahlzetteln tauchen Gruppierungen auf, die unsichtbar waren und es bleiben werden. Einige dagegen haben sich fest im Politikalltag verankert. Diese gilt es heute näher unter die Lupe zu nehmen. In der Reihenfolge des letzten Bundestagswahlergebnisses sind das: SPD, CDU/CSU, Grüne, FDP, AfD, Linke. Beginnen wir unsere Betrachtung in umgekehrter Reihenfolge.
- Die Linke startete 1989 als PDS und galt als Nachfolgerin der DDR-SED. Im Westen hieß sie WASG. 2007 fusionierten PDS und WASG zur Linkspartei. Sie gilt wegen ihrer teils sektiererischen Position als koalitionsunfähig. Aktuell ist sie dabei sich zu zerlegen.
- Die AfD wurde 2013 gegründet und trat EU-kritisch auf. Sie hat bis heute mehrere Vorsitzende verschlissen und ist dabei immer mehr nach rechts(außen) gerückt. Sie gilt heute als das Schmuddelkind des deutschen Parlaments. Ihre Umfrageergebnisse im Bund, aktuell um 10%.
- Die FDP wurde 1948 gegründet, galt jahrzehntelang als Anhängsel der CDU/CSU, koalierte aber 1969 mit der SPD und seit 2022 in der rot-grün-gelben Ampel. Ihre Bundestagswahlergebnisse pendeln zwischen minus 5 und knapp über 10%. Aktuell am unteren Ende der genannten Bandbreite.
- Die Grünen gründeten sich 1980 als Anti-Atom-Partei. 1993 fusionierten sie mit der ostdeutschen Parteigruppierung Bündnis 90 zu Bündnis90/Die Grünen. Anfangs gerne als Spontis aufgetreten, sind sie heute eine ganz normale Partei. In Umfragen werden sie hoch gehandelt, nämlich knapp unter 20%. Ihr aktuelles Problem ist der Spagat zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
- Die CDU wurde 1945 als Nachfolger vom Zentrum gegründet. Sie agiert mit der CSU, die 1945 als bayrische Landespartei gegründet wurde, in einer Fraktionsgemeinschaft im Bundestag. CDU/CSU werden als mitte/rechts eingestuft. Addiert man das Bundestagswahlergebnis 2021 der CDU (18,9%) mit dem der CSU (5,2%) rangiert die Fraktionsgemeinschaft mit 24,1% hinter der SPD.
- Die SPD ist die älteste deutsche demokratische Partei. Sie wurde 1863 gegründet, um die Rechtlosigkeit der arbeitenden Bevölkerung zu beenden. Ihre Geschichte ist geprägt von Verfolgung und Diskriminierung. Ihre kontinuierlichen Errungenschaften auf dem sozial- und bildungspolitischen Terrain, sind bis heute eine Erfolgsgeschichte. 2021 gewann sie die Bundestagswahl mit 25,7% aller Wählerstimmen und stellt den Bundeskanzler Olaf Scholz. Er ist „Chef“ der ersten Ampelregierung aus SPD/Grüne/FDP. In den aktuellen Umfragen schneidet sie deutlich schlechter ab als bei der letzten Wahl.
Veröffentlicht am 14.01.2023