Gesellschaft „Anne Frank Tag“ - Ein Leserbrief aus Wulfen zwingt zum Nachdenken

Ausstellungsobjekt in Bücherei macht fassungslos und hält der AfD den Spiegel vor

 

Vorbemerkung: Der Leserbrief von Reinhold Grewer ist an die Dorstener Zeitung gerichtet. Die Rhader SPD übernimmt ihn ungekürzt. Die Genehmigung dazu liegt vor.

 

Aktionstag „Anne Frank Tag“ gegen Antisemitismus und Rassismus in Wulfen

Die Gesamtschule Wulfen beteiligt sich in diesem Jahr wieder am Anne Frank Tag, einem bundesweiten Aktionstag gegen Antisemitismus und Rassismus.

„Unter dem diesjährigen Motto ‚Blick auf die Geschichte‘ beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler mit der Lebensgeschichte des jungen jüdischen Mädchens und nehmen Fotos als historische Quellen kritisch in den Blick“.

Den Namen Anne Frank assoziiere ich als Dorstener Bürger momentan mit der zurzeit stattfindenden Ausstellung in der BiBi am See.

Erschütternd finde ich die Abbildung einer AfD Facebook- Gruppe: Sie zeigt ein Bild von Anne Frank auf einem Pizzakarton mit der Aufschrift "Die Ofenfrische, locker und knusprig zugleich" sowie "Neu, feurig scharf".

Dieser Gruppe gehören Mitglieder und Anhänger, Mandatsträger u.a. Bundes- und Landtagsabgeordnete, der AfD an.

Ich bitte Sie (Herr Heribert Leineweber, Herr Marco Bühne, Herr Bernd Oesing und Frau Simone Paulsen), als Vertreter oder Assistentin der Ratsfraktion der AfD im Rat der Stadt Dorsten diese Ausstellung zu besuchen.

Nach einer entsprechenden Terminvereinbarung bin ich bereit, Sie zu diesem Besuch der Ausstellung zu begleiten.

Diese Bitte spreche ich nicht anonym unter Nennung eines Pseudonyms in den sozialen Netzwerken, sondern unter Nennung meines Namens über die Dorstener Zeitung aus.

Für Ihre Bemühungen vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen

Reinhold Grewer

Veröffentlicht am 16.06.2021

 

Kommunalpolitik „Wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist, dann …“

Verantwortung ist, sich nicht hinter Experten zu verstecken

 

Eine Redewendung bringt es manchmal kurz und knapp auf den Punkt. Die Tisa-Brunnengeschichte wird deshalb zur Endlosgeschichte, weil sich die Verantwortlichen im Rathaus total verheddert haben. Der Abbau des Brunnens mag aus baulichen Gründen gerechtfertigt gewesen sein. Eine Überholung und Wiedererrichtung am gleichen Standort gehört eigentlich zum laufenden Geschäft der Verwaltung. Als aber einflussreiche Dorstener Geschäftsleute erkannt haben, dass kein Brunnen mehr „Verkaufsfläche“ bedeutet, begann „das Rathaus“ zu wackeln. Der öffentliche Aufschrei war nicht zu überhören. Nun wurde und wird bis heute verzweifelt versucht, das Gesicht zu wahren und die Verantwortung auf anderen Schultern abzuladen. Erst wurden die Bürger befragt – reine Alibiveranstaltungen – dann die Experten ins Boot geholt. Wer will da noch widersprechen, wenn deren Urteil auf dem Tisch liegt? Halt! Da gibt es ja noch ein gewähltes Gremium, das deutlich höherwertig als die Eventlobby in Stadtzentrum ist. Selbst der Bürgermeister muss sich dessen Entscheidungen beugen. Die Rede ist vom Stadtrat. Er allein hat es nun in der Hand, Verantwortung zu zeigen und dem Bürgerwillen von unten zu seinem Recht zu verhelfen.

 

Ein Zwischenruf aus Rhade

Veröffentlicht am 15.06.2021

 

Kommunalpolitik Rhade und der komplizierte Weg in die Zukunft

Bürger sollen Ziele festlegen – zum wiederholten Mal

 

Am 24. Juni tagt ab 18.30 Uhr das Bürgerforum Rhade in der Turnhalle. Um teilzunehmen, ist eine online-Anmeldung auf der Internetseite der Stadt Dorsten erforderlich. In 9 Gruppen soll dann „endgültig“ festgelegt werden, was für Rhade sehr gut, nur gut oder nicht so gut ist. Obwohl es eine entsprechende Befragung bereits im Dezember/Januar gegeben hat, obwohl ein bestens organisierter Workshop des Bürgerforums vor kurzer Zeit stattgefunden hat, obwohl es mehrere Videokonferenzen gab, obwohl gültige, aktuelle und exzellente Bürgerbeteiligungsergebnisse dokumentiert wurden, soll nochmals das Rad neu erfunden werden. Es bleibt unerklärlich, warum die Verwaltung so ein kompliziertes und langwieriges Verfahren „gewählt“ hat. 205 Anregungen von Rhader Bürgern wurden schriftlich eingereicht. Bis heute wurde ihnen nicht einmal für ihre Mitwirkung direkt gedankt. Erstaunlich und nachlässig. Nun soll also nochmals über Details diskutiert werden. Wenn aber bis heute nicht einmal eine Zielformulierung für ein RHADE der Zukunft feststeht, wie sollen dann die Einzelanregungen zu einem aufeinander abgestimmten Ganzen zusammengefügt werden? Bzw., wer macht das? Wie soll in der Diskussion z. B. das Ziel „Umgestaltung der Lembecker-/Erler Straße“ erreicht werden, wenn die Frage der Anliegerbeiträge ausgeklammert wird? Warum wird nicht vorab mitgeteilt, dass die Stadt einen Dorsten-Mobilitätsplan extern in Auftrag geben will, der auch die Rhader Verkehrsplanung  einschließt? Alles Fragen, die das gut gemeinte und richtige Zukunftsprojekt schwächen. Verantwortlich sind nicht die gutwilligen und aktiven Bürger, verantwortlich ist ganz allein die Verwaltung, die ihr kompliziertes, manche sagen auch chaotisches Verfahren, partout durchzieht.

 

Eine kritische Bürgeranmerkung zum jahrelangen Projekt „Rhader Dorfentwicklung“

(wird fortgesetzt)

Veröffentlicht am 14.06.2021

 

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