50 Jahre SPD Rhade - 50 Jahre „Mehr Demokratie wagen“
1969 gründet sich der SPD Ortsverein Rhade. Im selben Jahr wird Gustav Heinemann erster sozialdemokratischer Bundespräsident und Willy Brandt Bundekanzler der Republik. Eine Zeitenwende ist eingeläutet. Fortan konnte die SPD nicht mehr länger als Handlanger Moskaus und als vaterlandslose Gesellen
diffamiert werden (Adenauer Ära). Ins kollektive Gedächtnis haben sich zwei markante Sätze eingebrannt: „Nicht der Krieg ist der Ernstfall, sondern der Frieden ist der Ernstfall, in dem wir uns alle zu bewähren haben“ (Heinemann) und: „Mehr Demokratie wagen“ (Brandt).Für den Ortsverein Rhade und seine Mitglieder war dies in einem schwierigen Umfeld Orientierung und Verpflichtung. Ich kenne keine
Gliederung der SPD in Dorsten und Umgebung, die diesem Anspruch so gerecht
Geworden ist: bürgernah, intelligent, spontan, kreativ, überzeugend, offen und fair gegenüber den Andersdenkenden. Einen Ortsteil gestalten, zum Wohl aller Menschen in Dorsten. Dafür setzten sich die Mitglieder in ihrer 50 jährigen Geschichte ein und dafür engagieren sie sich auch heute: für Handwerk und eine umweltschonende Landwirtschaft, für Kindergärten und Schule, für eine Rahmenverkehrsplanung und ein orteilverbindendes Radwegenetz, für Mitsprache
und Mitwirkung, für die Teilhabe aller Bevölkerungsschichten an Bildung und Kultur.
Herzlichen Glückwunsch und Glück Auf !
Dr. Hans Udo Schneider
Veröffentlicht am 03.11.2019
Selten geht ein Buch so unter die Haut. Selten wird die eigene Lebensgeschichte so offen, so sensibel so politisch und dazu sprachlich so exzellent erzählt. Der Untertitel „Mein Bruder, der Osten und der Hass“ verraten, worum es geht. Ines Geipel arbeitet ihre persönliche Geschichte und die ihrer Familie fragend, zweifelnd, und ohne jeden Schnörkel auf. Ihre Geschichte, ihr Werdegang, ist dabei untrennbar mit der DDR- und der NS-Zeit verbunden. Verbunden, weil Ines Geipel deutlich macht, dass beide Unrechtszeiträume zu keinem Zeitpunkt, weder vom Staat noch der Bevölkerung im Osten ehrlich aufgearbeitet wurden. Alles bekannt? Nein, auch dem Leser, der glaubt vieles zu wissen, werden auf den 270 Seiten die Augen immer wieder geöffnet. Wer diesen beschriebenen und belegten Selbstbetrug zweier Generationen „in der Zone“ verinnerlicht hat, versteht übrigens ein wenig mehr, warum im Osten so gewählt wird, wie am Sonntag in Thüringen und davor in Brandenburg und Sachsen. Ines Geipel, frühere Sprinterin und heutige Professorin hat ein beeindruckendes Buch geschrieben, das noch lange nachwirken wird. Klett-Cotta Verlag, ISBN 978-3-608-96372-4.
Eigener Beitrag
Veröffentlicht am 02.11.2019
Zur Umsetzung bedarf es aber mehr als wohlgesetzter Worte
Für die Idee, die Bürger unserer Stadt nicht nur zu informieren, sondern sie auch aktiv zu beteiligen, haben die Rhader und Dorstener Sozialdemokraten jahrelang unermüdlich geworben. Dass dabei nicht nur offene Türen im Rathaus und bei den anderen Parteien vorgefunden wurden, gehört zur Wahrheit dazu. Das heutige Ergebnis sollte aber nicht kleingeredet werden. Aber es darf auch nicht überhöht werden. Der Bürgermeister versteht es in der Regel, seine Worte wohl zu setzen und Bilder in seine Gedanken einfließen zu lassen. In seiner aktuellen Haushaltsrede hat er aber dabei etwas übertrieben. Einige Auszüge:
- „Ich spüre in unserer Stadt, dass immer mehr Menschen verstehen und leben, dass eine Stadtgesellschaft mehr ist als die Gemeinschaft von Kunden und dass eine Verwaltung und die Politik mehr sind als Dienstleister. Je mehr wir verstehen, dass wir eine große Familie mit 76.000 Mitgliedern sind, …“
- „Verstehen wir uns als Stadtmütter und Stadtväter, die wie fürsorgliche Eltern in einer Familie versuchen, den Ansprüchen und Bedürfnissen gerecht zu werden, zu vermitteln, Wissen weiterzugeben, zu ermuntern, zu ermahnen, Hilfestellungen zu geben, zuzuhören, gerecht zu sein, bei Entscheidungen an unsere Kinder und deren Nachkommen zu denken?“
- „Ich hoffe, dass uns das Bild der Stadtfamilie in den nächsten Monaten bis zur Haushaltsverabschiedung im November helfen wird, gute und nachhaltige Entscheidungen für die Menschen in unserer Stadt zu treffen.“
- Herzlichen Dank für Ihre Arbeit für unsere Stadtfamilie Dorsten mit ihren wunderbaren 76.000 Familienmitgliedern – die Dorstenerinnen und Dorstener“
Der Bürgermeister läuft Gefahr, die vorhandenen Stadtprobleme mit dieser Rhetorik überdecken zu wollen. Fakt ist nämlich, dass die klamme „Familienkasse“ nach wie vor keine großen Sprünge erlaubt. Fakt ist auch, dass Bürgerbeteiligung immer mit Forderungen verbunden ist. Wenn die „Familie“ aber mehrfach gespürt hat, dass die geweckten Erwartungen mit dem Begriff „Bürgerkommune“ nicht erfüllt werden (können), dann hat der Familienvorstand, sprich Rat, Verwaltung und Bürgermeister das Gegenteil von dem erreicht, was er sich vorgestellt und vorgenommen hat. Weniger Lyrik, mehr Sachlichkeit würden besser „im Volk“ verstanden, meint ein kritischer Rhader Bürger.
Veröffentlicht am 01.11.2019
Wer hat heute und morgen das Sagen in der CDU?
Nach der SPD, nun auch die CDU. Schlechte Wahlergebnisse, negative Umfragewerte und eine nicht enden wollende Personaldiskussion beschleunigen den Abwärtstrend. Eine Binsenweisheit zwar, trotzdem schaffen es die Parteien nicht, aus dieser nach unten führenden Spirale herauszukommen. Es sind Typen wie Friedrich Merz, die die Unruhe in der Union schüren, das eigene CDU-Führungspersonal beleidigend abwerten und im Hintergrund Netzwerke knüpfen. Das Ziel: alte, offene Rechnungen mit der Noch-Kanzlerin und ehemaligen Parteivorsitzenden zu begleichen. Sein Zorn, seine Selbstverliebtheit, seine Selbstüberschätzung, sein überbordender Ehrgeiz, zielen darauf ab, Angela Merkel vorzeitig aus dem Amt zu treiben und als „Retter der CDU“ die Nachfolge anzutreten. Die Schwäche von AKK, die noch Parteivorsitzende ist, scheint inzwischen kein großes Hindernis mehr zu sein. Genau so hat es in der SPD begonnen. Nach Sigmar Gabriel kam Martin Schulz, dann Andrea Nahles und dann das Vakuum. Nie war die SPD mehr unten als heute. Das gleiche Schicksal scheint auch bei der Union vorgezeichnet. Jede Häme ist fehl am Platze. Unsere Demokratie verträgt auf Dauer nicht, dass die Mitte zerbröselt und die Ränder gestärkt werden. Grottenschlecht ist der Stil eines Friedrich Merz, nicht die Ergebnisse der GroKo. Die CDU muss da noch durch. Die SPD hat die Talsohle hoffentlich erreicht – und verstanden.
Ein Zwischenruf aus Rhade
Veröffentlicht am 31.10.2019
Rhader CDU startet Wettbewerb – Rhader SPD gewinnt Preis
1981 haben die örtlichen Christdemokraten alle Rhader aufgerufen, sich mit Ideen an der Gestaltung von 4 markanten Plätzen zu beteiligen. Neben dem Parkplatz gegenüber des städtischen Kindergartens Stuvenberg, gehörte das Gelände des Mühlentteiches, des Forks-Buschs und des Kirchplatzes dazu. Die Rhader SPD reichte für alle Standorte konkrete Pläne und Gestaltungsbeschreibungen ein. Besonders der SPD-Plan zur Gestaltung des Rhader Mühlenteichgeländes hat die CDU-Jury überzeugt und mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Alle Bemühungen danach, den Plan auch umzusetzen, waren leider erfolglos.
CDU lobt SPD
Ausgerechnet vom politischen Gegner erhielt der SPD-Ortsverein Rhade ein großes Lob. Der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Rhade, Hubert Krampe, am Dienstagabend bei der Jahreshauptversammlung in der Gaststätte Nienhaus über die Konkurrenz am Orte: „Das ist der aktivste SPD-Ortsverein im gesamten Stadtgebiet.“
WAZ 1981
Veröffentlicht am 30.10.2019