Vergessen ist unmöglich – um Vergebung muss „täglich“ geworben werden
Nazi-Deutschland hat sich zwischen 1933 und 1945 nicht nur schuldig gemacht, Nazi-Deutschland hat in dieser Zeit Verbrechen begangen, die auch noch heute, 74 Jahre nach Kriegsende, schaudern lassen. Dass unsere Nachbarländer, die unter der deutschen Besatzung extrem gelitten haben, auch im Jahr 2019 Wiedergutmachung fordern, darf nicht nur formal beantwortet, sprich abgelehnt werden. Dass diese Verbrechen niemals materiell beglichen werden können, ist bei der unglaublichen Größenordnung der Vertreibung, der Morde, der Demütigung, der finanziellen Ausblutung, nachvollziehbar. Dennoch müssen wir uns der Diskussion und den Forderungen der überfallenen Staaten stellen. Heute und morgen. Das haben wir denjenigen zu verdanken, die glaubten, etwas besonderes Auserwähltes zu sein. Letztlich mündete ihre Ideologie, mit deutlicher Mehrheitsunterstützung des deutschen Volkes, in einem Desaster. Dass heute wieder Parteien in den deutschen Parlamenten sitzen, die ständig versuchen zu relativieren was war, die ständig auf der Klaviatur der einfachen Antworten spielen, macht fast sprachlos. Fast. Wir, die wir verstanden haben, dürfen nicht schweigen. Wir müssen uns dem rechten Vokabular entgegenstellen und auch neuerlichen Wiedergutmachungsforderungen, z. B. aus Polen und Griechenland, offen gegenüber verhalten. Als einfacher Bürger, wie auch als deutscher Staat. Wir Nachgeborenen haben uns nicht direkt schuldig gemacht, wir sind aber als Bürger des deutschen Staates moralisch verpflichtet, alles dafür zu tun, dass „uns“ vergeben wird. Vergessen ist unmöglich.
Dirk Hartwich - Sonntagsgedanken aus Rhade
Veröffentlicht am 25.08.2019
Straßenbaubeiträge sollen weiter kassiert werden
Die SPD im Düsseldorfer Landtag fordert seit Monaten, dass die ungerechten Straßenbaubeiträge abgeschafft gehören. Anstatt die Kosten auf die Allgemeinheit umzulegen, werden heute nur diejenigen zur Kasse gebeten, die zufällig an einer öffentlichen Straße wohnen, die, salopp gesagt, repariert oder umgestaltet werden muss. Verständlich, dass das Protest auslöst. Nicht selten ist man nämlich mit einigen tausend Euro dabei. Also wird versucht, das Vorhaben aufzuschieben oder zu verhindern. Sogar erfolgreich, wie das Beispiel Rhade deutlich macht. Hier mussten sogar bereits genehmigte Fördermittel zum sicheren Umbau der Lembecker Straße „verfallen“, weil die Anlieger vehement und unnachgiebig protestierten. Die örtliche CDU stärkte ihnen, in einer spannenden 180-Grad-Wendeaktion*, den Rücken. Das war 1988. Inzwischen hat der Verkehr durch Rhade zugenommen, neuerliche Forderungen nach mehr Sicherheit, werden an den noch immer erhobenen Straßenbaubeiträgen scheitern. Verantwortlich ist jetzt die CDU-Regierung, die sich 2019 weder von der SPD noch dem Bund der Steuerzahler umstimmen lassen will. Ein klassischer Fall von politischer Engstirnigkeit. Nur weitere Bürgerproteste werden die CDU, und in ihrer Folge die FDP, zu einer bürgerfreundlichen und gerechten Abgabenpolitik bewegen.
Eigener Bericht
- Oktober 1988 – Werner Niermann (CDU) unterschreibt einen gemeinsamen Forderungskatalog der, von SPD und Grünen erarbeitet wurde.
- März 1989 – In einer parteiübergreifenden Bürgerversammlung stellen die 3 Rhader Parteien die Umbaupläne der Lembecker Straße vor.
- Februar 1991 – Die Anlieger machen mobil – die CDU knickt ein.
- 2019 – In Rhade wird wieder über mehr Verkehrssicherheit öffentlich diskutiert.
Veröffentlicht am 24.08.2019
Ferienspaß: Kasperle-Theater begeistert Jung und Alt
Mit nicht einmal 10 Figuren, darunter Kasper in der Hauptrolle, können 100 Kinder 40 Minuten konzentriert in Spannung gehalten und zum aktiven Mitmachen bewegt werden. Dieses spielende Kunststück, im wahrsten Sinne des Wortes, schaffte Stefan Tränkler, Chef und Puppenspieler des Hohnsteiner Theaters. Bereits mehrfach gastierte er mit seinen kleinen Handpuppen im Rahmen des Dorstener Ferienspaßes in Rhade und zog sein Publikum, von der ersten bis zur letzten Minute, in seinen Bann. Erstmals zeichneten Nicole Triptrap und Mechthild Hartwich für die Organisation verantwortlich. Beide, ehrenamtlich aktiv, waren sichtlich über den enormen Zuspruch und die Begeisterung, insbesondere der kleinen Besucher, zufrieden. „Kultur für alle“, so lautete der Anspruch der aktiven Rhaderinnen und Rhader beim Start des Kindertheaterprogramms vor über 10 Jahren. Ein Beobachter der ersten Stunde dazu: „Toll, dass auch heute weiter Anspruch und Wirklichkeit absolut übereinstimmen“. Und ergänzend: „Rhade darf sich über so viel ehrenamtliches Engagement glücklich schätzen.“
Eigener Bericht
Veröffentlicht am 23.08.2019
Der Rahmenplan (2013) gilt als Leitbild
Rhade ist seit 1975 ein Teil Dorstens. Rhade hat es nicht einfach, gehört zu werden. Das dominante Zentrum muss immer wieder daran erinnert werden, dass wir keine Randgemeinde, sondern eine gleichberechtigte Landgemeinde sind. Um systematisch weiter entwickelt zu werden, wurde mit Bürgerbeteiligung ein Rahmenplan erarbeitet, der Richtschnur für alle weiteren Maßnahmen in unserem Stadtteil sein sollte. Wir erinnern heute Verwaltung und Stadtrat an das Ergebnis und die Verpflichtung, auch so zu handeln. Dazu zitieren wir jeweils das Fazit, das kurz und knapp sagt, wohin die Rhader Zukunftsreise gehen soll und muss. Heute Teil 3 – Freiraum
„Fazit: Rhade ist ein Ortsteil mit hohem Freiraumanteil, den es zu schützen und bewahren gilt. Eine behutsame Entwicklung in die Richtung sanfter Tourismus wird angestrebt. Jedoch sollten alle touristischen Aktivitäten aus den Naturschutzgebieten herausgehalten werden. Direktvermarktung mit Bauerncafe, jahreszeitlichen Festen und Übernachtungsmöglichkeit auf den Bauerhöfen kann der Landwirtschaft ein zusätzliches Einkommen sichern und der Naherholung für Wanderer und Radfahrer dienen. Vereinssportaktivitäten sind auf die Sportanlage Dahlenkamp zu konzentrieren. Hier ist weiteres Entwicklungspotential gegeben. Zur Verbesserung des Erholungswertes sind die bestehenden Gehölzstrukturen weiter zu entwickeln. Die Ortsrandgestaltung ist durch Trennung von Siedlung zur offenen Landschaft zu akzentuieren.“
Anmerkung: Der Rhader Rahmenplan wurde am 20.11.2013 einstimmig vom Rat beschlossen. Der Leser darf gerne überprüfen, ob die zitierte Zielformulierung des Jahres 2013 inzwischen praktisch angewendet wurde.
Veröffentlicht am 22.08.2019
Warum die Puppentheatergeschichten so wichtig sind
Sicherlich werden heute wieder um 15 Uhr viele Kinder erwartungsvoll im Carola Martius-Haus sitzen, um mit roten Wangen dem Spiel des Kaspers und seiner Freunde zu folgen. Es ist die hohe Kunst des Theaterspielens, die Zuschauer mit einer Geschichte zu fesseln und dabei etwas zu vermitteln, was lange nachwirkt. Ohne viele Worte erkennen die kleinen Zuschauer sofort den Unterschied zwischen Gut und Böse. Ohne große Aufforderung werden sie sofort selbst zu Akteuren, schlagen sich auf die Seite der Guten und verweisen das Böse in die Schranken. Das wird heute nicht anders sein, wenn die Hohnsteiner Puppenbühne mit „Kasper und der König“ in Rhade gastiert. Die Organisatoren freuen sich, dass es nach langer Vorbereitungszeit heißt: „Vorhang auf für den Rhader Ferienspaß“. Ein Eintrittsgeld wird traditionell nicht erhoben.
Veröffentlicht am 21.08.2019