Mit Hochspannung viel Geld verdienen – Ein unglaubliches Dokument des Täuschens
Professorin Claudia Kemfert, hoch angesehen und gern gesehene Expertin in Talkrunden, ist Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Also absolut unverdächtig, leichtfertig ungesicherte Thesen zu verbreiten. Unter der Überschrift „Falsch verkabelt“ teilt sie der erstaunten Öffentlichkeit mit, dass die seit Jahren von der Wirtschaft und der Politik vehement vorgetragenen Forderung nach neuen Stromtrassen von Nord nach Süd so gar nicht stimmig ist. Es sind die Netzbetreiber, die mit jedem neuen Meter Kabel und den Durchleitungsgebühren viel Geld verdienen und deshalb nicht nachlassen, ein (Horror)Szenario zu beschreiben, dass so überhaupt nicht einer nüchternen Überprüfung standhält. Claudia Kemferts Dokument, veröffentlicht in der ZEIT, in Kurzform:
- Netzbetreiber sind eng mit den Kohle-Kraftwerksbetreibern verbunden. Gemeinsam kämpfen sie für weiteren Netzausbau und eine Betriebsverlängerung der Kohlekraftwerke.
- Wenn der beschlossene Kohleausstieg umgesetzt wird, sind Netzkapazitäten frei. Der Netzbedarf wird netto in etwa gleich bleiben.
- Überschüssige Windenergie in Norddeutschland gibt es nicht. Selbst wenn der Ausbau bis 2030 verdoppelt (!) würde, lässt sich mit der gewonnenen Windenergie nicht einmal Norddeutschlands Energiebedarf komplett abdecken.
- Süddeutschland braucht einen Ausbau dezentraler Netze, die die vor Ort gewonnenen erneuerbaren Energien auf kurzen Wegen verteilen.
- Die deutschen Netzkapazitäten müssen per Wettbewerb ausgeschrieben werden. Bisher gibt es keine Transparenz der Kosten und Netzkapazitäten. Dafür Traumrenditen der bisher agierenden Unternehmen.
- Die Kosten der Netzanbindung der Offshore-Windanlagen könnten so halbiert (!) werden.
Abschließend das Schlusswort von Prof. Claudia Kemfert. Zitat: „Wir brauchen kein Netzausbaubeschleunigungsgesetz, sondern mehr unabhängigen Verstand, mehr Markt und Wettbewerb und damit einen realistischen Bedarfsplan, der die vielfältigen Möglichkeiten künftiger Energieversorgung intelligent kombiniert.“
Eigener Bericht auf Grundlage der Analyse „Falsch verkabelt“ von Claudia Kemfert in der ZEIT Nr. 34, 15. August 2019
Veröffentlicht am 27.08.2019
Wer soll sich hier orientieren?
Bei der Einfahrt nach Dorsten-Holsterhausen, von Norden kommend, soll dieser Stadtplan Orientierung bieten. Ungepflegt und zugewachsen wirkt er eher abstoßend als Willkommen heißend. Da der Zustand seit einigen Monaten beobachtet wird, ohne das sich was tut, scheint klar zu sein, dass es dafür keine Zuständigkeit in der Stadt gibt. Eigentlich schade. Die Idee war und ist auch im Google-Maps-Zeitalter nämlich richtig.
Eine Beobachtung eines Rhaders auf dem Weg nach Dorsten
Veröffentlicht am 26.08.2019
Vergessen ist unmöglich – um Vergebung muss „täglich“ geworben werden
Nazi-Deutschland hat sich zwischen 1933 und 1945 nicht nur schuldig gemacht, Nazi-Deutschland hat in dieser Zeit Verbrechen begangen, die auch noch heute, 74 Jahre nach Kriegsende, schaudern lassen. Dass unsere Nachbarländer, die unter der deutschen Besatzung extrem gelitten haben, auch im Jahr 2019 Wiedergutmachung fordern, darf nicht nur formal beantwortet, sprich abgelehnt werden. Dass diese Verbrechen niemals materiell beglichen werden können, ist bei der unglaublichen Größenordnung der Vertreibung, der Morde, der Demütigung, der finanziellen Ausblutung, nachvollziehbar. Dennoch müssen wir uns der Diskussion und den Forderungen der überfallenen Staaten stellen. Heute und morgen. Das haben wir denjenigen zu verdanken, die glaubten, etwas besonderes Auserwähltes zu sein. Letztlich mündete ihre Ideologie, mit deutlicher Mehrheitsunterstützung des deutschen Volkes, in einem Desaster. Dass heute wieder Parteien in den deutschen Parlamenten sitzen, die ständig versuchen zu relativieren was war, die ständig auf der Klaviatur der einfachen Antworten spielen, macht fast sprachlos. Fast. Wir, die wir verstanden haben, dürfen nicht schweigen. Wir müssen uns dem rechten Vokabular entgegenstellen und auch neuerlichen Wiedergutmachungsforderungen, z. B. aus Polen und Griechenland, offen gegenüber verhalten. Als einfacher Bürger, wie auch als deutscher Staat. Wir Nachgeborenen haben uns nicht direkt schuldig gemacht, wir sind aber als Bürger des deutschen Staates moralisch verpflichtet, alles dafür zu tun, dass „uns“ vergeben wird. Vergessen ist unmöglich.
Dirk Hartwich - Sonntagsgedanken aus Rhade
Veröffentlicht am 25.08.2019
Straßenbaubeiträge sollen weiter kassiert werden
Die SPD im Düsseldorfer Landtag fordert seit Monaten, dass die ungerechten Straßenbaubeiträge abgeschafft gehören. Anstatt die Kosten auf die Allgemeinheit umzulegen, werden heute nur diejenigen zur Kasse gebeten, die zufällig an einer öffentlichen Straße wohnen, die, salopp gesagt, repariert oder umgestaltet werden muss. Verständlich, dass das Protest auslöst. Nicht selten ist man nämlich mit einigen tausend Euro dabei. Also wird versucht, das Vorhaben aufzuschieben oder zu verhindern. Sogar erfolgreich, wie das Beispiel Rhade deutlich macht. Hier mussten sogar bereits genehmigte Fördermittel zum sicheren Umbau der Lembecker Straße „verfallen“, weil die Anlieger vehement und unnachgiebig protestierten. Die örtliche CDU stärkte ihnen, in einer spannenden 180-Grad-Wendeaktion*, den Rücken. Das war 1988. Inzwischen hat der Verkehr durch Rhade zugenommen, neuerliche Forderungen nach mehr Sicherheit, werden an den noch immer erhobenen Straßenbaubeiträgen scheitern. Verantwortlich ist jetzt die CDU-Regierung, die sich 2019 weder von der SPD noch dem Bund der Steuerzahler umstimmen lassen will. Ein klassischer Fall von politischer Engstirnigkeit. Nur weitere Bürgerproteste werden die CDU, und in ihrer Folge die FDP, zu einer bürgerfreundlichen und gerechten Abgabenpolitik bewegen.
Eigener Bericht
- Oktober 1988 – Werner Niermann (CDU) unterschreibt einen gemeinsamen Forderungskatalog der, von SPD und Grünen erarbeitet wurde.
- März 1989 – In einer parteiübergreifenden Bürgerversammlung stellen die 3 Rhader Parteien die Umbaupläne der Lembecker Straße vor.
- Februar 1991 – Die Anlieger machen mobil – die CDU knickt ein.
- 2019 – In Rhade wird wieder über mehr Verkehrssicherheit öffentlich diskutiert.
Veröffentlicht am 24.08.2019
Ferienspaß: Kasperle-Theater begeistert Jung und Alt
Mit nicht einmal 10 Figuren, darunter Kasper in der Hauptrolle, können 100 Kinder 40 Minuten konzentriert in Spannung gehalten und zum aktiven Mitmachen bewegt werden. Dieses spielende Kunststück, im wahrsten Sinne des Wortes, schaffte Stefan Tränkler, Chef und Puppenspieler des Hohnsteiner Theaters. Bereits mehrfach gastierte er mit seinen kleinen Handpuppen im Rahmen des Dorstener Ferienspaßes in Rhade und zog sein Publikum, von der ersten bis zur letzten Minute, in seinen Bann. Erstmals zeichneten Nicole Triptrap und Mechthild Hartwich für die Organisation verantwortlich. Beide, ehrenamtlich aktiv, waren sichtlich über den enormen Zuspruch und die Begeisterung, insbesondere der kleinen Besucher, zufrieden. „Kultur für alle“, so lautete der Anspruch der aktiven Rhaderinnen und Rhader beim Start des Kindertheaterprogramms vor über 10 Jahren. Ein Beobachter der ersten Stunde dazu: „Toll, dass auch heute weiter Anspruch und Wirklichkeit absolut übereinstimmen“. Und ergänzend: „Rhade darf sich über so viel ehrenamtliches Engagement glücklich schätzen.“
Eigener Bericht
Veröffentlicht am 23.08.2019