Dorstener Kommunalwahlergebnis wirft viele Fragen auf
Thomas Boos hat die Faxen dick. Der engagierte FDP-Mann wollte hoch hinaus und ist tief gestürzt. Sein langjähriges Engagement für Dorsten wird auch vom so genannten politischen Gegner anerkannt. Seine daraus abgeleitete Annahme, dass das auch der ganz normale Wähler so sieht, war eine dramatische Fehleinschätzung. Jetzt hat er die Brocken hingeworfen. Ein weiteres Desaster für die örtliche FDP.
Es sind aber auch alle anderen Kommunal-Parteien, die sich selbstkritisch einige Fragen stellen müssen.
Auch die Grünen haben kein gutes Wahlergebnis erzielt. Sie leiden zusätzlich an personeller Auszehrung. Mit einer Handvoll Aktiver kann man auf Dauer die gestellten Aufgaben nicht erfüllen.
Die Linke hat bis heute nicht bewiesen, dass sie kommunale Themen kontinuierlich begleiten kann. Ihr fehlt es an Personal und Ausdauer. Die UBP gehört nicht in den Rat. Person und dumpfe Thesen ignorieren und aussitzen. Jedes weitere Wort ist überflüssig.
Können die beiden großen Parteien SPD und CDU sich nun zufrieden zurücklehnen?
NEIN! Das wäre Selbstbetrug in Vollendung.
Veröffentlicht am 31.05.2014
Nach heftiger Kritik kommt die Kehrtwende
Gestern noch wankelmütig, Kritiker sprachen von Dummheit und Verrat, heute die Flucht nach vorn. Angela Merkel bleibt sich treu. Sie kann sich nicht entscheiden, wartet ab was die veröffentlichte Meinung so von sich gibt, dann springt sie auf den bereits fahrenden Zug.
So auch in ihrer Europapolitik. Vorgestern war Juncker ihr Kandidat, gestern rückte sie von ihm ab, heute, nach heftiger Kritik, ist sie wieder für ihn. Der Katholikentag macht’s möglich.
Führungsstärke sieht anders aus.
Veröffentlicht am 30.05.2014
Ein Tagesthemen-Kommentar am 28. Mai von Rolf-Dieter Krause, ARD Brüssel
Das ist mir noch nie passiert, dass ich der Bundeskanzlerin in einer Pressekonferenz gegenüber saß, und so langsam die Fassung verlor.
Denn Frau Merkel plant in aller Offenheit einen Betrug. Betrug nicht im Sinn des Strafrechts, aber politischen Betrug. Betrug an Ihnen, den Wählern.
Jahrzehntelang haben die Parteien uns angebettelt, bei der Europawahl wählen zu gehen. Sie mussten betteln, weil nicht so recht klar war, über was wir Wähler da entscheiden sollten. Das sollte diesmal anders sein. Deshalb haben die großen politischen Parteifamilien europäische Spitzenkandidaten aufgestellt. Wir Wähler sollten entscheiden, wer Chef der Brüsseler Kommission wird.
Schon wahr: Formal muss der von einer Mehrheit der Staats- und Regierungschefs noch vorgeschlagen werden. Aber das sollte kein Problem sein: Fast alle Regierungschefs waren daran beteiligt, die Spitzenkandidaten zu nominieren. Nur die Briten haben nicht mitgemacht.
Rückzieher aus gesundheitlichen Gründen?
Veröffentlicht am 30.05.2014
Leck an Tiefenspeicher wirft Fragen auf – Fracking gerät weiter unter Druck
Nicht weit von Dorsten und Rhade, in der Umgebung von Gronau, spielt sich seit Monaten eine Umweltkatastrophe größten Ausmaßes ab. Öl, das in so genannten Kavernen, 1.000 Meter tief, als nationale Reserve gelagert wird, sammelt sich aus unerklärlichen Gründen an der Oberfläche und verseucht dort den Boden, das Grund- und Oberflächenwasser und damit auch das Trinkwasser. Bisher wurden 15.000 Liter (!) Öl abgepumpt. Die Behörden suchen verzweifelt nach der Ursache und scheinen jetzt in einer Tiefe von ca. 300 Metern fündig geworden zu sein. Verbindungsrohre könnten leck geschlagen sein. Und da die gesamte Anlage unter Druck steht, sucht sich das Öl seinen eigenen Weg über mehrere 100 Meter auch von unten nach oben. Dazwischen liegen Gesteinsschichten völlig unterschiedlicher Art und Dichte.
Themenwechsel:
Veröffentlicht am 29.05.2014
Es ist nicht egal wer die Bürgermeisterstichwahl gewinnt
Der neue Stadtrat steht. Die SPD in Dorsten hat es nicht geschafft, die Mehrheit der 44 Stadtratssitze zu erzielen. Obwohl auch die CDU nicht die absolute Mehrheit der Sitze erreicht hat, kann doch von einem „schwarzen“ Stadtrat gesprochen werden. Wenn jetzt noch der künftige Bürgermeister aus dem gleichen parteipolitischen Lager käme, könnte nicht von einem wirklichen Neuanfang in Dorsten gesprochen werden, den unsere Stadt so dringend nötig hätte.
Was ist also zu tun?
Veröffentlicht am 28.05.2014