Kommunalpolitik Dorsten: Wer Satire nicht kann, sollte besser schweigen (Teil 2)

Von peinlich bis dumm - so die Auftritts-Bewertungsskala über zwei Ratsmitglieder

44 Mitglieder zählt der Dorstener Stadtrat. Ehrenamtliche Bürgerinnen und Bürger opfern ihre Zeit, um als kommunale Selbstverwaltung das professionelle Rathausteam zu kontrollieren und zu unterstützen. Kurz, sie leben Demokratie! 23 CDU-Mitglieder, 8 von der SPD, 6 Grüne und einer von der FDP, bilden die im Volksmund sogenannte politische Mitte. Dann gibt es den rechten Rand, den die AfD besetzt und eine seltsame Dreier-Fraktionsgemeinschaft, die sich in völliger Fehleinschätzung als links einstuft. Zwei von ihnen nennen sich „feat“, einer ist bei der Linkspartei zuhause. Die englische Bezeichnung feat  kann mit Leistung oder Heldentat übersetzt werden. „Die Partei“, ursprünglich von Redakteuren des Satireblattes TITANIC gegründet, hat also auch hier ihren Ableger. Satire ist eine sehr anspruchsvolle Kunstform. Das, was die 2 feat-Vertreter im Stadtrat bieten, ist weder Satire, noch Leistung oder Heldentat, sondern primitiver Klamauk. Der misslungene Versuch, Rat und Verwaltung ständig lächerlich zu machen, wird auch von außen häufig als peinlich und dumm bezeichnet. Ob die Wähler dieser Gruppe wissen, wen sie mit ihrer Stimme in den Rat geschickt haben? Ob die Akteure selbst merken, dass sie der Demokratie schaden? Vermutlich nicht. Daher der Rhader Appell, das Mandat zurückzugeben, um in Ruhe und fern der Öffentlichkeit zu lernen, wie Satire wirklich geht.

Teil 1 wurde von Friedhelm Fragemann formuliert. Seine Stellungnahme erschien bereits am 7.12.2023 auf dieser Internetseite.

Veröffentlicht am 11.12.2023

 

Foto: photothek Bundespolitik Parteitag: Seelenmassage für Olaf Scholz und die gesamte SPD

Kanzlerrede begeistert, macht nachdenklich und fördert Zuversicht

Kurz nach 10 betritt Olaf Scholz die Bühne. Begleitet von stehenden Ovationen der Anwesenden. Alle spüren, dieser Mann hat Unterstützung verdient. Dabei hat der Kanzler seine Rede noch gar nicht begonnen. Dieses Gefühl des Zusammenstehens ist nicht inszeniert. Olaf Scholz ist in der SPD zuhause. Sein Redeeinstieg, nämlich Dank an die Partei wird immer wieder von Beifall unterbrochen. Besonders intensiv, als der Kanzler die Aufkündigung von Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa durch Putin und seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine geißelt. Dass dadurch eine nie gekannte globale Energie- und Wirtschaftskrise losgetreten wurde, hat auch Deutschland tief getroffen. Aber, so Olaf Scholz, wir haben es gemeinsam geschafft, gut durch den Winter gekommen zu sein. Wir stehen auch fest an der Seite von Israel, das von der Terrorgruppe Hamas brutal überfallen wurde. Er erinnerte daran, dass Antisemitismus keinen Platz in unserer Gesellschaft haben darf und dass Zuwiderhandlungen strafrechtlich verfolgt werden. Dann die Passage, auf die alle gewartet haben. Wie umgehen mit dem Verfassungsgerichtsurteil? Hier hat Olaf Scholz nur mitgeteilt, auf gutem Lösungsweg zu sein. „Wir schaffen das“, hat er zwar nicht gesagt, aber klar vermittelt. Seine Regierungsleistungsbilanz wurde wieder mit Beifall überschüttet. Dann die emotionale Schlusspassage. Warum zunehmender Rechtspopulismus? Die Kanzlerantwort, nämlich die Bürgerangst vor lebensnotwendigen Veränderungen (Klima) mit Zuversicht und Überzeugung zu begegnen und allen Menschen Respekt zu bezeugen, gipfelte  in der Aussage „WIR SIND FÜR EUCH DA“. Stehende, langanhaltende Ovationen für den Bundeskanzler Olaf Scholz. Das tat auch seiner Seele sichtbar gut.

Ein Rhader Zuhörer der Kanzlerrede auf dem SPD-Parteitag

Veröffentlicht am 10.12.2023

 

Bundespolitik Bei Ampelausfall droht rechts vor links

Wäre das eine Alternative für unser Land?

Bundesparteitag in Berlin. Kanzler und Parteiführung kommen aus der Defensive nicht heraus. Dazu ständiges Negativ-Trommelfeuer von Teilen der Presse. Kann er Kanzler? Wann kommt ein Machtwort? Wo ist Olaf Scholz? Sieht so Führung aus? So die Überschriften nicht nur in den letzten Tagen. Die Konsequenz: SPD und Ampel-Umfrageabsturz. Dazu die Forderung von der Opposition, aufzugeben und sich Neuwahlen zu stellen. Schlechte Zeiten für die Sozialdemokratie. Heute wird sich Olaf Scholz auf dem Bundesparteitag klar dazu äußern - und versuchen, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Er wird sicherlich u. a. aufzählen, dass das Koalitionsvorhaben MEHR FORTSCHRITT WAGEN, durch Corona und  Putins Krieg gegen die Ukraine durcheinander gewirbelt wurde. Das erfordert von der SPD und den beteiligten Partnern Flexibilität im Denken und Handeln. Leider, so der Eindruck auch von der SPD-Basis, sind Grüne und besonders die FDP in ihrer Ideologie so gefangen, dass sie sehenden Auges in den politischen Abgrund laufen. Die SPD hat über Monate den Vermittler „gespielt“ und sich dabei mit nach unten ziehen lassen. Nun also die Möglichkeit in Berlin, Klartext zu reden. Die SPD ist auf allen Ebenen gefordert, um das in der Überschrift gekennzeichnete Szenario, bei Ampelausfall droht rechts vor links, zu verhindern.

Rhader Zwischenruf in Richtung SPD-Parteitag (wird morgen fortgesetzt)

Veröffentlicht am 09.12.2023

 

Kommunalpolitik Dorstener Stadtentwicklung darf nicht von Industriefirmen diktiert werden

SPD-Fraktionsvorsitzender Dirk Groß unterstützt uneingeschränkt Bürgerantrag

Amprion will den Konverter zur Umwandlung von Gleich- in Wechselstrom, definitiv in Altendorf-Ulfkotte ansiedeln. Mal abgesehen davon, dass Amprion das Antragsverfahren beim Kreis Recklinghausen einleiten und bestehen muss, hat der Bürgermeister wohl vergebens auf die schwarz-grüne Landesregierung und die grüne Ministerin Neubaur gesetzt. Falls die Ministerin gemäß ihrer Zusage versucht hat, zu vermitteln, hat das offenbar nicht gefruchtet.

Die SPD-Fraktion hat sich klar positioniert. Wir sehen die Priorität für den Konverter auf dem Areal von BP/Uniper. Die bestehende Industriekulisse in direkter Nachbarschaft zum jetzt ausgewählten Standort, ist für die Belastungen, die mit einem Konverterbau und dem Betrieb einhergehen, unstreitig besser geeignet.

Die SPD-Fraktion setzt darauf, dass alle Argumente des Bürgerantrages beim Prüfverfahren des Kreises Berücksichtigung finden:

  • Straßen- und Wegenetz sind nicht geeignet für erwartbaren Schwerlastverkehr (vor allem in der Bauphase).
  • Lärm und Abwärme sind dauerhaft hoch und problematisch, vor allem bei der geringen Nähe zu den Anwohnern
  • Der außerordentlich hohe und breite Baukörper passt nicht zum Siedlungsbereich

Die CDU hatte argumentiert, dass der Bund als Eigner von Uniper und die Landesregierung nun gefordert seien. Und der Bürgermeister hat besonders auf die grüne Wirtschaftsministerin in Düsseldorf gesetzt. Offensichtlich alles vergebens.  Nun sind unsere örtlichen Abgeordneten in der Pflicht, egal welches Parteibuch sie in der Tasche haben, die Dorstener Stadtentwicklung nicht einem Industrieunternehmen zu überlassen.

Auszüge aus einer Pressemitteilung der SPD-Ratsfraktion Dorsten vom Vorsitzenden Dirk Groß

Veröffentlicht am 08.12.2023

 

Kommunalpolitik Friedhelm Fragemann übt scharfe Kritik am Verhalten zweier Ratsmitglieder - und fordert Konsequenzen

Skandalöser Auftritt der Spaßpartei in der letzten Ratssitzung (Teil 1)

Die Ratssitzung in der letzten Woche war nicht nur gekennzeichnet durch wahrheitswidrige Aussagen der AfD, sondern auch durch einen skandalösen Auftritt der Spaßpartei. Die Vorträge der beiden Vertreter der Spaßpartei (der dritte Mann – Vertreter der Linken innerhalb dieser Fraktion - fehlte) hatten mit einer Haushaltsrede so viel zu tun wie eine Fliegenklatsche mit der Büffeljagd. Die ständigen Grenzüberschreitungen der Spaßpartei, das ständige Alles-ins-Lächerliche-ziehen, sind eine Zumutung für alle übrigen Mitglieder des Rates und schaden in ihrer Respektlosigkeit dem Ansehen und auch dem Ansinnen demokratischer Institutionen. Wer nichts Ernsthaftes beiträgt und nur Unsinn verzapft, will sich offensichtlich nicht am Ringen um gute Lösungen im Sinne der Bürgerschaft beteiligen, sondern missbraucht sein Mandat zu sachfremden Zwecken, in diesem Falle auch zur Selbsttherapie. Es geht offensichtlich nur darum, um jeden Preis Aufmerksamkeit zu erregen. Diesem Gebaren muss Einhalt geboten werden. Die Geschäftsordnung des Rates eröffnet durchaus Möglichkeiten für den jeweiligen Vorsitzenden, um einzuschreiten, etwa Sachlichkeit des Redebeitrages anzumahnen bzw. bei der Sache zu bleiben und bloße Clownerien (z. B. alberne gesangliche Vorträge oder anderweitigen Klamauk) zu unterbinden. Natürlich ist es nicht immer leicht, im jeweiligen Fall zu entscheiden, wo eine Grenze überschritten wird. Hier bietet die Geschäftsordnung aber einen gewissen Interpretationsspielraum, der konsequent genutzt werden sollte. Die Einlassungen der Spaßpartei im Rahmen der letzten Ratssitzung waren jedenfalls skandalös. Ansonsten wäre eine Änderung der Geschäftsordnung im Sinne weiterer Konkretisierungen denkbar, um weiteren Eskapaden vorzubeugen.

Friedhelm Fragemann

Fortsetzung (Teil 2) folgt mit einer Rhader Stellungnahme am 11.12.2023

Veröffentlicht am 07.12.2023

 

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