An diesem Wochenende dürfen Unterhaltungen aller Art einmal kurz unterbrochen werden, um (uns) daran zu erinnern, dass wir alle einen Rucksack mit enormen Bleigewichten tragen (müssen). Es ist die jüngere deutsche Geschichte, der wir nicht ausweichen können. Vor 79 Jahren endete das mörderische Naziregime, das es in 12 Jahren schaffte, einen Weltkrieg mit ca. 70 Millionen (!) Toten anzuzetteln. Sie nannten sich Nationalsozialisten und folgten einer rassistischen Weltanschauung, die das AUSROTTEN von Millionen MENSCHEN systematisch und gezielt umsetzten. Möglich war das, weil die sogenannte schweigende deutsche Mehrheit einem Führer blind folgte, und sich so mitschuldig machte. Anders Denkende, anders Glaubende, anders Aussehende, anders Entwickelte wurden zu Volksfeinden erklärt, gequält, erniedrigt und ermordet. Über 6 Millionen Juden wurden von den Nazis bestialisch umgebracht. Das zu vergessen, wäre neues, bitteres Unrecht. An diesem Wochenende, die ganz im Zeichen des internationalen Holocaust-Gedenktages steht, müssen wir einmal innehalten und das Vermächtnis des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker in den Mittelpunkt unseres Nachdenkens stellen: „Nicht das Erinnern, das Vergessen ist die Gefahr“.
Rhader Nachdenkzeilen zum Holocaust-Gedenktag, der nach der Befreiung des KZ-Auschwitz am 27. Januar 1945, von der UNO für alle Mitgliedsländer gilt.
Veröffentlicht am 27.01.2024
Mehr als 5000 Bürgerinnen und Bürger setzen ein unübersehbares Zeichen gegen RECHTS!
Veröffentlicht am 26.01.2024
Stadtentwicklung darf nicht von Großkonzernen ausgehebelt werden
Altendorf-Ulfkotte hat es nicht leicht. Der südlichste Dorstener Stadtteil ist zwar ländlich geprägt, hat aber eine Nachbarschaft, die aus gewaltigen Industrieunternehmen besteht. Dennoch konnte man sich bisher arrangieren. Nun aber soll im Zuge der wichtigen Energiewende eine riesige Konverter-Anlage in Nähe der Wohnbebauung auf Dorstener Gebiet entstehen. Das bringt die Anlieger in Rage. Absolut verständlich. Insbesondere, weil das Betreiber-Unternehmen über eigene Flächen auf Gelsenkirchener Industriegelände verfügt. Die sollen aber wohl für spätere Entwicklungen vor-, sprich freigehalten werden. Das hat in der Verwaltung und im Stadtrat zu Protesten geführt, deren Adressaten die NRW-Landes- und Bundesregierung sind. Dort aber werden die Unternehmensplanungen deutlich höher gewertet, als die Dorstener Stadtentwicklungspolitik. CDU, SPD, Grüne und FDP, im Zusammenspiel mit der Verwaltung, werden nicht müde, dagegen anzukämpfen. Der so gebildeten großen Koalition ist zu wünschen, dass sie doch noch erfolgreich ist. Im Interesse der Anwohner Altendorf-Ulfkottes.
Rhader Solidaritätszeilen in Richtung Rathaus, Stadtrat und Altendorf-Ulfkotte
Veröffentlicht am 26.01.2024
Wie aus Demonstrieren aktive demokratische Teilhabe wird - Ein persönlicher Aufruf
Als in den 1980er Jahren Schüler und Studenten auf die Straße gingen, um „aus den Talaren den Muff von tausend Jahren“ zu vertreiben, begann eine neue demokratische Zeitrechnung in Deutschland. Der Aufforderung des damaligen Sprechers der Studenten, Rudi Dutschke, den Marsch durch die Institutionen in Parteien und Verwaltungen anzutreten, folgten viele, besonders junge Menschen. Sie traten in demokratische Parteien ein, brachten frischen Wind und Aufbruchstimmung mit. So hat der unbewegliche Tanker Deutschland wieder Fahrt in Richtung Zukunft aufgenommen. Dass das bestens funktioniert hat, wird von allen Historikern bestätigt. Aus den „jungen Wilden“ wurden seriöse und verantwortungsvoll handelnde Politiker. Um die Jetztzeit, 50 Jahre später bildlich zu beschreiben, soll der folgende Liedtext* helfen: „Die weißen Tauben sind müde. Sie fliegen lange schon nicht mehr. Sie haben viel zu schwere Flügel; Und ihre Schnäbel sind längst leer“. Um kein neues gesellschaftspolitisches Vakuum zuzulassen und demokratiegefährliche Rechtsaußenparteien überflüssig zu machen, werden die „Jungtauben“, die heute auf allen Plätzen in riesiger Zahl gegen rechts und für Klimaschutz demonstrieren, aufgefordert, in dem heimischen Schlag der demokratischen Parteien zu landen. Nur so können wir unsere Demokratie verteidigen.
Dirk Hartwich
* Lied (Auszug) von Hans Hartz 1982
Veröffentlicht am 25.01.2024
Wertvolle Energie im Dorstener Untergrund
Schwarzes Gold, so wird auch die Steinkohle genannt. Jahrzehntelang wurde der Dorstener Untergrund systematisch mit Schächten und Flözen erschlossen, um mit dem fossilen Energieträger Kohle zu machen. Dann machte billige Importkohle dem deutschen Bergbau zu schaffen, danach das kostengünstigere Öl, gefolgt vom Erdgas. Das Aus des heimischen Bergbaus ist aber besonders dem Klimaschutz geschuldet. Eine Energiewende ist zwingend, um nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen. Nun forschen Wissenschaftler, wie die Energielücke zwischen dem Jetzt und dem Morgen verantwortungsvoll geschlossen werden kann. Der stillgelegte Bergbau rückt daher auch in den Fokus. Bekannt ist, dass sich in den alten Abbaugebieten unter Tage hochgiftiges Grubengas sammelt. Nun wird geprüft, ob ein sicheres Absaugen und Verbrennen möglich ist, um im nächsten Schritt, Strom und Wärme zu gewinnen. Wichtig ist, dass kein Fracking, also das gewaltsame Aufbrechen von Gestein durch Chemikalien geplant ist, so die Betreiberfirma Mingas-Power, eine Tochter von RWE. Neben dem Grubengas wird an anderen ehemaligen Zechenstandorten dem Grubenwasser die Wärme entzogen, in ein Fernwärmenetz eingespeist und abgekühlt wieder in den Untergrund geleitet. Spannende Entwicklungen, die in Dorsten forciert werden sollten, um die wichtige Energiewende lokal zu einem Erfolg zu verhelfen.
Eigener Bericht auf Grundlage des DZ-Berichts „Fürst Leopold … und der Grubengastest“ vom 8.1.2024
Veröffentlicht am 24.01.2024