Wolfgang Clement war da – welchen Gewinn kann Dorsten verbuchen?

Arbeit und Wirtschaft


Hans-Willi Niemeyer, Vors. der SPD fragt kritisch nach

Es ist gut, wenn die städtische Wirtschaftsförderungsgesellschaft WinDor regelmäßig öffentlich zum Wirtschaftsempfang einlädt, um neue Anregungen, Vorschläge und Visionen von externen Experten entgegenzunehmen.
Jetzt war Wolfgang Clement da. Ex-Ministerpräsident, Ex-Super-Minister in Berlin, freigestellt von allen parteipolitischen Zwängen. Fraglos eine Persönlichkeit, die was zu sagen hat(te).

Aber worin besteht denn jetzt der Gewinn für Dorsten, WinDor und seine Unternehmen? Was hat er gesagt, was nicht längst Allgemeingut ist?
- Kurzarbeit gegen Massenentlassungen ist gut!
Ja. Hat die SPD eingeführt.
- Bankenaufsicht verbessern!
Ja. Über das WIE diskutieren so genannte Experten seit Jahren. Aber widersprüchlich.
- Demografischer Wandel ist größte Herausforderung!
Ja. Die Stadt Dorsten ist bei der Analyse Spitze, über die Umsetzung wird zur Zeit diskutiert.
- Rente mit 67, besser mit 69?
Nein. Dann sollte Herr Clement auch sagen, woher die Arbeitsplätze kommen sollen, die man als 69-Jähriger noch findet.
- Mehr Eigenverantwortung bei der Gesundheit?
Also hin zur Privatversicherung. Die FDP lässt grüßen. Herr Clement hat ja auch aufgerufen, sie zu wählen.
- Schule und Bildung in den Mittelpunkt?
Ja. Wer sagt das nicht?

So, jetzt mal zusammengefasst. Was wird WinDor, die städtische Wirtschaftsförderungsgesellschaft, ihr Geschäftsführer der Bürgermeister, der Wirtschaftsausschuss des Rates nach dem Auftritt von Wolfgang Clement jetzt anders, jetzt besser machen (können)?
Oder anders gefragt: Hat man bei der Einladung in erster Linie auf den Namen Clement gesetzt, um ein mediales Zugpferd zu haben?
Die städtische Wirtschaftsförderung hat so viele hautnahe, örtliche Problemfelder, für die es sich lohnen würde, wirkliche Experten zu Rate zu ziehen, als einen Generalisten, der zwar zu allem etwas zu sagen hat, aber nichts Konkretes für Dorsten im Köcher hat.
Hier denke ich zum Beispiel an die dringliche Aufgabe über eigene Stadtwerke weiter nachzudenken. Das wäre städtische Wirtschaftsförderung mit hohem Zukunftspotenzial. Dazu gibt es wirkliche Fachleute, die für Dorsten ein Gewinn wären.

Nachsatz:
Ja, Wolfgang Clement war auch mal in der SPD. Er hat immer die Solidarität der Partei für sich eingefordert und über Jahrzehnte bekommen. Sonst wäre er weder Ministerpräsident, noch Super-Minister geworden.
Jetzt alles besser zu wissen und seine vielen Weggefährten (links) liegen zu lassen, klarer ausgedrückt, sie herabzusetzen, spricht nicht unbedingt für ihn. Meine Kritik an seinem Auftritt in Dorsten soll aber bitte davon losgelöst betrachtet werden. Siehe Argumente oben stehend.

 
 

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