Die Türkei ist nicht Erdogan

Bundespolitik

Eine kritische Anmerkung aus Rhade zum Besuch des türkischen Präsidenten in Berlin

Die Türkei ist ein wunderschönes Land, das von Urlaubern aus aller Welt, besonders auch aus Deutschland, geschätzt wird. Die Bevölkerung ist für ihre ehrliche Gastfreundschaft beliebt. Aber die Türkei ist viel mehr als ein begehrtes Reiseziel. Die Türkei liegt geopolitisch an einer wichtigen Nahtstelle zwischen zwei Kontinenten und vielen Kulturen. Der amtierende Präsident versucht seit Jahren, „auf vielen Hochzeiten gleichzeitig zu spielen“. Das gelingt nur, weil er mit harter Hand regiert, Demokratie eigenständig definiert und politische Konkurrenten als Gegner diffamiert. Seine Gefängnisse sind voll, die Rechtsstaatlichkeit so gut wie ausgehebelt. Die Religion regiert nicht nur mit, sondern sie ist Taktgeber für sein politisches Handeln. Dass er die Terrororganisation Hamas nach den Morden an Israelis in den Rang einer Befreiungstruppe hebt, ist Beweis genug für sein undifferenziertes Schwarz/Weiß-Denken. Nun besucht dieser Politiker und Machtmensch Deutschland. Gut ist, dass unser Bundeskanzler Olaf Scholz bereits im Vorfeld Erdogans Bewertungen als absurd bezeichnet hat. Gut ist aber auch, dass Politiker miteinander, nicht nur übereinander sprechen. Die instabile Weltlage erfordert DIPLOMATIE auf allen Kanälen. Zu wünschen ist, dass der türkische Präsident nach seinem Berlinbesuch „dazugelernt“ hat. Nämlich, die universalen Menschenrechte ohne Wenn und Aber anzuerkennen.

 
 

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