Historiker irritieren nicht nur SPD-Spitze, auch die Basis zeigt sich verunsichert

Bundespolitik

Wie umgehen mit Russland?

Vor 3 Tagen wurde auf dieser Seite der viel gelesene Text, „Von wegen Widersprüchliches von der SPD-Spitze“, veröffentlicht. Darin wurde der insbesondere von der Opposition gesteuerte Vorwurf, die SPD sei immer noch ein verkappter Russland-Versteher und spreche mit unterschiedlichen Zungen, als falsch zurückgewiesen. Grundlage der Rhader Nachdenkzeilen war die Wahrnehmung an der SPD-Basis, die sich in Gesprächen mit Bürgern und im täglichen Studium der Presseberichterstattung gebildet hat. Inhaltlich ist von diesem Text nichts zurückzunehmen. Der Tenor: Wir wollen keine Kriegspartei werden, wir müssen die Bundeswehr stärken, wir dürfen die Diplomatie als Lösungsmöglichkeit zur Beendigung kriegerischer Auseinandersetzungen nicht aus dem Auge verlieren. Nun haben 5 allseits anerkannte Historiker der SPD-Führung einen Brandbrief geschrieben. Sie gehen mit den Sozialdemokraten hart ins Gericht, werfen ihnen u. a. Realitätsverweigerung gegenüber der Ukraine-Situation vor, kritisieren die Kommunikation sowie missverständliche Statements der Parteispitze, die im Vorwurf gipfeln, die Partei habe ihre Russlandpolitik noch immer nicht aufgearbeitet. Das hat gesessen. Aber ist die Positionierung auch in allen Punkten nachvollziehbar? Die SPD hat den Wissenschaftlern sofort angeboten, mit ihnen einen fairen Meinungsaustausch führen zu wollen. Warum haben die Historiker eigentlich nicht vorab das Gespräch mit der SPD gesucht? Und ist die SPD-Position, die der Vorsitzende Lars Klingbeil vor einem Jahr kommuniziert hat, missverständlich? Zitat: „Heute geht es darum, Sicherheit vor Russland zu organisieren, nicht mit Russland.“

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