Die Vermutung, dass da oder dort etwas falsch läuft, oder falsch laufen könnte, begleitet uns auf Schritt und Tritt. Nur, wem kann ich vertrauen, das mal zu überprüfen? Es geht um Verfehlungen auf allen Gebieten, die durch unsere Gesetze eigentlich verfolgt werden müssten. Eigentlich. Ob z. B. in der eigenen Firma, der Kirche, der Verwaltung, der Parteien, sogar der Familie - wenn Ungesetzliches vermutet wird, sollten wir das anzeigen. Wenn da nicht die natürliche „Beißhemmung“ oder unsere „vornehme Zurückhaltung“ wäre. Und die Sorge, Unannehmlichkeiten zu bekommen, die mit Nachteilen verbunden sein könnten. Also Augen zu und durch? Dass das ein Fehler ist, stellt sich meist später heraus, wenn die frühe Vermutung sich als richtig erwiesen hat. Entweder durch staatsanwaltschaftliche Ermittlungen oder öffentliche Gerichtsverfahren. Nun hat das Medienhaus Lensing, Dorstener Zeitung, einen anonymen Briefkasten auf ihrer Homepage www.dorstenerzeitung.de eingerichtet, der helfen soll, die erwähnte „vornehme Zurückhaltung“ aufzugeben. Der Verlag sichert komplette Vertraulichkeit zu. Und was für den Informanten noch wichtig ist, der Hinweis wird so überprüft, dass der Hinweisgeber anonym bleibt. Auf geht’s. Ab sofort lautet die Anregung: TRAU DICH WAS!
Rhader Text auf Grundlage des RN-Artikels „Anonymer Briefkasten: Leser können bei der Aufdeckung von Missständen helfen“ vom 08. April 2023
Veröffentlicht am 19.05.2023
Die posthume Aberkennung der Ehrenbürgerschaft eines ehemaligen Bürgermeisters ist seit Jahren überfällig
Reinhold Grewer, engagierter Dorstener Bürger, reagiert in einem Leserbrief an die Dorstener Zeitung auf die aktuelle Berichterstattung über einen Antrag der Linken im Stadtrat, die in den 60er Jahren verliehene Ehrenbürgerschaft an Paul Schürholz (CDU) wegen seiner Nazivergangenheit posthum abzuerkennen. Obwohl das Wissen über die Person Schürholz seit Jahren in vielen Publikationen dokumentiert ist, will der amtierende Bürgermeister „neu forschen“ lassen. Wir veröffentlichen den Leserbrief von Reinhold Grewer im Wortlaut ohne weiteren Kommentar:
"Die Stadt Dorsten hat offenbar Forschungen über die Aktivitäten ihres Ehrenbürgers Paul Schürholz während des Nationalsozialismus in Auftrag gegeben. Diese Aktivitäten sind seit langem von W. Stegemann dokumentiert und auch bei Wikipedia nachzulesen. Schürholz blieb als ehemaliges Mitglied der Zentrumspartei auch nach deren Auflösung im Juli 1933 Stadtverordneter in Dorsten. Er gehörte einem Ausschuss an, der unter Leitung des Dorstener NSDAP-Vorsitzenden F. Köster den gewählten Bürgermeister Lürken aus dem Amt drängte. An die Stelle Lürkens trat Köster selbst, später Schürholz‘ Schwager J. Gronover. Schürholz engagierte sich in gleichgeschalteten Vereinen und in den NS-Organisationen „Deutsche Arbeitsfront“, deren Unterorganisation „Kraft durch Freude“ sowie in der „Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt“. Bereits 1934 trat er der SA bei, der paramilitärischen Kampforganisation der NSDAP, der er von 1938 bis 1945 angehörte. Der örtliche Entnazifizierungsausschuss stufte ihn als „Militaristen“ ein, der übergeordnete Hauptausschuss als „für die Demokratie untragbar.
Die veröffentlichten Ergebnisse machen es überflüssig, gleich zwei Historiker mit entsprechenden „Forschungen“ zu beauftragen. Vielmehr handelt es sich um eine Überprüfung und Zusammenfassung bereits erfolgter Recherchen, eine Arbeit, die Journalisten tagtäglich leisten".
Reinhold Grewer
Veröffentlicht am 18.05.2023
NRW-Sozialdemokraten stellen sich neu auf
Über 150 Funktionärinnen und Funktionäre der NRWSPD kamen am 06. Mai in Münster zusammen, um über die inhaltliche Ausrichtung der Partei zu beraten. Eingeladen waren der Landesvorstand, die Abgeordneten der Landtags- und Bundestagsfraktion, die Unterbezirksvorsitzenden und die Mitglieder der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik. Der Interimsvorsitzende Marc Herter eröffnete die Veranstaltung und erklärte, man müsse die Gelegenheit nutzen um „selbstbewusst darüber diskutieren, was für die Menschen wichtig ist“. Wichtig sei vor allem die verbesserte Zusammenarbeit der Kraftzentren. Er freue sich in diesem Sinne darüber, dass so viele Vertreter*innen derselbigen gekommen seien. „Führung heißt auch, darauf zu achten, dass wir achtsam miteinander umgehen“, erklärte Herter in diesem Kontext. Nur so könne die SPD eine starke Stimme in NRW und im Bund sein. Diskutiert wurden hier unter anderem die Fragen: „Was soll die ,neue SPD im Westen‘ ausmachen?“ und „Was ist das Wichtigste, was jeder Person sofort hierzu einfallen muss?“.Die Ergebnisse der Diskussionen wurden von den Sprecher*innen im Plenum vorgestellt. Den Anfang machte Achim Post von der SPD-Landesgruppe im Bundestag. Er statuierte, die zentralen Zuschreibungen der NRWSPD müssten „Zuversicht“ und „Selbstbewusstsein“ lauten. Die Landesgruppe sehe den Schwerpunkt auf dem Thema soziale Gerechtigkeit. Sarah Philipp hob als Parlamentarische Geschäftsführerin der Landtagsfraktion hervor, welchen Mehrwert Austauschtreffen wie die Convention für die gemeinsame Zusammenarbeit und die interne inhaltliche Debatte hätten und sprach sich für eine entsprechende Wiederholung aus. Frank Meyer, Vorsitzender der SGK, erklärte, die Partei solle die Kommunalen stärker einbinden. Schließlich seien diese nah bei den Menschen und wüssten um die Herausforderungen vor Ort. Den Abschluss machte der Interimsvorsitzende Marc Herter. Auch er lobte den guten Austausch des Tages und erklärte, dass er die Aufgabe der Landespartei vor allem darin sehe, solche Plattformen für Debatten zu schaffen. Doch auch die konstruktive Attacke gegen die Landesregierung müsse wieder stärker Teil der gemeinsamen Arbeit sein.
Übernommen in Auszügen von www.nrwspd.de
Veröffentlicht am 17.05.2023
Digitalisierung, künstliche Intelligenz? Die Energieversorger setzen weiter auf „Steinzeit“
„Vorsicht Falle“, „Aktenzeichen XY“ oder „Die Kriminalpolizei rät“ - überall Warnungen vor Personen, die mit krimineller Energie in Häuser und Wohnungen gelangen, um sich dort Dinge anzueignen, die ihnen nicht gehören. „Nicht reinlassen“, lautet z. B. der simple Vorschlag auch der Verbraucherschutz-Organisation. Der Alltag: Überraschend klingelt es. Vor der Tür steht eine Person, hat einen Ausweis um den Hals hängen und will den Strom-, Gas- oder Wasserzähler ablesen. Kann ja jeder behaupten. Tatsächlich setzen unsere Energieversorger immer noch Beauftragte in Marsch, um den aktuellen Zählerstand abzulesen, zu notieren, weiterzuleiten. Das Ergebnis ist dann später die Abrechnung mit den zu leistenden Abschlagszahlungen. In der Regel werden die Verbraucher gebeten selbst abzulesen, um den Zählerstand per Postkarte, Telefon oder über den mitgesandten QR-Code zu melden. Wenn dann aber etwas später doch noch eine Person im Auftrag des Versorgers selbst ablesen will, schrillen alle Alarmglocken. Diejenigen, die dann höflich aber bestimmt abgewiesen werden, sind völlig unschuldig. Die Kritik richtet sich ausnahmslos an den oder die Versorger, die immer noch an ihrer Steinzeit-Organisation festhalten. War da nicht mal was mit Digitalisierung?
Rhader Erkenntnisse an der Haustür
Veröffentlicht am 16.05.2023
Einerseits sind wir alle für besseren Klimaschutz. Andererseits soll er unsere Haushaltskasse nicht belasten. Wir wissen, dass die fossilen Energien endlich sind, dennoch soll der Umstieg auf die erneuerbaren Energien nicht zu schnell gehen. Wir wissen inzwischen, dass Bienen und Insekten Schutzräume benötigen, versiegeln aber weiter viele Flächen. Auch vor der eigenen Haustür. Wir wissen, dass auch der ländliche Bereich Umwelt- und Klimaschutz dringend benötigt. Dennoch schaffen wir es seit Jahrzehnten (!) nicht, den Durchgangsverkehr zu entschleunigen. Wir könnten wissen, dass jede Stadt, jedes Dorf, sogenannte Frischluftschneisen benötigt, um das lebenswichtige Kleinklima zu stärken. Dennoch bebauen wir jetzt genau die Fläche, die dafür „reserviert“ war. Gemeint ist der alte Sportplatzbereich an der Lembecker Straße. Und dass die angrenzende Waldfläche Forks Busch eine wesentliche klimatische Bedeutung für Rhade hat, wurde gerade erst im Auftrag der Verwaltung von Fachleuten dokumentiert. Ein nicht unwichtiger Hinweis für mögliche Maßnahmen, noch intakte Flächen zu überplanen. Wer will, dass auch in Rhade keine „dicke Luft herrscht", sollte die Prioritätenliste zur Dorfentwicklung kritisch überprüfen.
Rhader Wochenanfangsgedanken
Veröffentlicht am 15.05.2023