Schwarz-Grüne Landesregierung setzt den Rotstift an
Die Überschrift auf Seite 1 der Ruhr Nachrichten (Samstag. 8. Juli 2023) hat es in sich. „Dörfer bangen um die Zukunft“. Eine Hiobsbotschaft. Die NRW-Landesregierung will sparen. Dass es (wieder) das Programm „Zukunft unserer Dörfer“ treffen soll, verbittert alle, die vor Ort aufgezeigt haben, wohin die planerische Reise gehen sollte, um nicht weiter abgehängt zu werden. Sicherlich kein Zufall, dass diese Meldung in den Ferien und der Haupturlaubszeit aus Düsseldorf den Weg in die Medien findet, bzw. finden sollte. Parallel mit der drastischen Mittelkürzung wurde auch die Terminierung für Förderanträge so kurz gefasst, dass die SPD und der Städte- und Gemeindebund harsche Kritik an der Landesregierung üben. „Wohin gehst du - Rhade?“, haben wir an dieser Stelle mehrfach kritisch gefragt. Immerhin können wir jede Menge negative Erfahrung mit gebrochenen Versprechen vorweisen. Da waren zwei Rahmenpläne, die nicht umgesetzt wurden. Da wartet aktuell der wieder mit engagierter Unterstützung der Bürger aufgestellte und vom Stadtrat beschlossene Dorfentwicklungsplan auf den Startschuss. Der kann aber nur erfolgen, wenn entsprechende Förderanträge „pünktlich“ in Düsseldorf eingehen. Sollte unsere Verwaltung diese Hürde noch nehmen, bleibt das Warten auf eine Entscheidung. Und nach der angekündigten Kürzung der Landesmittel droht den Rhadern eine neuerliche bittere Enttäuschung, die sich seit 1975 (kommunale Neugliederung) in fast regelmäßigen Abständen wiederholt.
Wir berichten weiter
Veröffentlicht am 10.07.2023
Der Bundestag ringt um eine neue Rechtsgrundlage - und findet keine
Das Recht auf selbstbestimmtes Leben ist in unserer Verfassung verankert. Gehört das selbstbestimmte Ableben auch dazu? Ja, sagt das Bundesverfassungsgericht bereits 2020 und fordert den Bundestag auf, ein entsprechendes Gesetz zu verabschieden. Seither wird auf allen Ebenen der Gesellschaft darüber diskutiert. Von, „auf keinen Fall“, über „ja, aber …“, bis zu „selbstverständlich“, reicht die Bandbreite der Meinungen. Nun hat der Bundestag über zwei unterschiedliche Gesetzentwürfe diskutiert und beide verworfen. Das heißt, dass die bestehende Rechtsgrundlage noch weiter Bestand hat. Aktive Sterbehilfe bleibt strafbar. Nun werden die Abgeordneten weiter nach einer parteiübergreifenden Lösung suchen, um die Vorgabe der Verfassungsrichter zeitnah umzusetzen. Die Abgeordneten sind gut beraten, zuzuhören, was zum Beispiel die Hausärzte dazu sagen. Sie sind in der Regel erste Ansprechpartner eines Kranken der nicht mehr leben will. Die zentrale Botschaft lautet hier: Kein Arzt darf zur Sterbehilfe verpflichtet werden. Und für die obligatorische, unabhängige Beratung fehlen bisher flächendeckend die Strukturen. Ein Altenheimbetreiber hat Sorge, dass ein erster „Fall“ im Haus, eine Kettenreaktion auslösen könnte. Unvorbereitet wäre das gesamte Pflegepersonal. Und ein Palliativmediziner wünscht sich kein neues Gesetz, weil er den medizinisch lebensbejahenden Weg nicht verlassen will. Nun ist nochmals Zeit gewonnen, um über das Für und Wider aktiver Sterbehilfe zu diskutieren. Wir alle sind gefordert, mitzudenken und eine Position zu beziehen. Lassen wir die Parlamentarier im Bundestag nicht allein.
Wochenendgedanken aus Rhade auf Grundlage des ZEIT-Artikels „Ausgang offen“ vom 22.06.2023
Veröffentlicht am 08.07.2023
Helge Schneider: „Ich lese NUR fiftyfifty. Andere Zeitungen beim Frisör“
Sie erscheint monatlich und wird auf der Straße und im digitalen Abo verkauft. Sie hebt sich von allen anderen Tages-, Wochen und Monatszeitungen deutlich ab. Fiftyfifty ist lesenswert. Das Besondere an dieser Zeitung ist, dass sie nicht nur unterhaltend und informativ ist, sie mischt sich ein. Sie bezieht gesellschaftspolitische Positionen, ohne auszugrenzen. Fiftyfifty hilft Menschen und motiviert andere, dabei mitzuhelfen. Wer fiftyfifty nur als Obdachlosenzeitung einstuft, die Mitleid als Verkaufsargument nutzt, hat nicht verstanden und nicht gelesen. Die Zeitung berichtet so vielschichtig, dass der aufgeschlossene Leser von jeder neuen Ausgabe etwas mitnimmt. Eine Rubrik einer großen Wochenzeitung trägt den Titel: „Was mein Leben reicher macht“. Ohne Übertreibung könnte auch eine Unterzeile von fiftyfifty ähnlich lauten. Aktuell beschäftigten sich die Zeitungsmacher um Hubert Ostendorf, den langjährigen Geschäftsführer der Selbsthilfeorganisation für Obdachlose, mit dem Begriff Glück. Wenig überraschend ist zwar, dass materieller Reichtum nicht unbedingt und dauerhaft das höchste Glücksgefühl erzeugt, aber dass diejenigen, die wir in der Regel (vor)schnell als „die da unten“ abqualifizieren, sich über Kleinigkeiten noch besonders freuen können und dabei glücklich sind, überrascht den Leser und sorgt parallel für eigene Nachdenklichkeit. Grund genug, sich mit fiftyfifty anzufreunden. So wie Helge Schneider, ein prominenter Unterstützer. Die Printausgabe kostet nur 2,80 Euro, davon erhält der Verkäufer 1,40 Euro. Das Digitalabo der besonderen Zeitung ist mit 38 Euro für 12 Ausgaben im Jahr ausgesprochen kostengünstig. Wir übernehmen den folgenden fiftyfifty-Aufruf und bitten um Solidarität.
Die Zukunft unserer Straßenzeitung fiftyfifty ist bedroht. Die Digitalisierung und die anhaltende Corona-Krise machen uns schwer zu schaffen. Um die PAPIER-Ausgabe der fiftyfifty zu stützen, bitten wir Sie sehr herzlich um Abschluss eines Digital-Soli-Abos. Hier bitte bestellen: https://www.fiftyfifty-galerie.de/kunst/7278/1-2-3-fiftyfifty-digital-abo
Veröffentlicht am 07.07.2023
Forks Busch soll zum örtlichen Bürgerpark entwickelt werden - und Kinder haben ein Mitspracherecht
Über mangelndes Interesse beim Ortstermin im Forks Busch konnte sich die Verwaltung nicht beklagen. Nachbarn der ökologisch sehr wertvollen Fläche und viele junge Familien waren neugierig, wie der Landschaftsplaner Dirk Vennemann, von der Verwaltung beauftragt, die „Vitalisierung“ der Fläche planerisch einstuft. Zuvor erläuterte Johannes Loick im Namen des Rhader Bürgerforums, wie er sich die Umwidmung vorstellt. Dazu zeigte er kurz auf, dass Rhade aus 3 eher zusammenhanglosen Teilen besteht und seit Jahren einen fehlenden zentralen Treffpunkt beklagt. Dieser könnte bald Forks Busch heißen, so der Vortragende, der sein Statement mit der Vision verknüpfte, dass mehrere hundert Rhader täglich den Weg in das Wäldchen finden könnten, um sich miteinander auszutauschen. Dirk Vennemann griff den gesponnenen Faden auf und versprach, bei allen Eingriffen in den Naturhaushalt besonders zurückhaltend und schonend vorzugehen. Mindestens 3/4 der 20.000 Quadratmeter umfassenden Fläche werden nicht „angefasst“, so der Planer. Die vorhandene Bolzplatzfläche soll zu einem besonderen Waldspielplatz umgebaut werden. Gut ist, dass in die Planung die Kinder der Grundschule sowie der Rhader Kitas eingebunden werden sollen. In nächster Nachbarschaft könnte eine kleine Theaterbühne unter freiem Himmel entstehen. Bevor aber erste Umbauarbeiten erfolgen, müssen Förderanträge gestellt werden. Auch kritische Stimmen, die sich mit dem Satz, „weniger wäre mehr“, zusammenfassen lassen, sollten nicht ungehört beiseite geschoben werden.
Wir berichten weiter
Veröffentlicht am 06.07.2023
Während John Wayne in den berühmten amerikanischen Western mit dem Colt in der Hand für Ordnung sorgte, überzeugt Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) seine Umgebung mit Argumenten. Dennoch wird immer mal wieder über den Führungsstil des Kanzlers öffentlich diskutiert. „Er muss mal mit der Faust auf den Tisch hauen“, so nur ein Beispiel von vielen. Diese autoritäre Führung mag früher einmal „in“ gewesen sein, heute zählt nicht der „Macker“, sondern der Moderator. Und Olaf Scholz verkörpert diesen Typ einer Führungskraft perfekt. Er hört zu, wägt ab und agiert mit Respekt gegenüber allen Gesprächspartnern. Das weiß seine Regierungsmannschaft, die die Dreiparteien-Koalition bildet, wahrlich zu schätzen. Im Sommerinterview der ARD betonte er, kein John Wayne sein zu wollen. Olaf Scholz hat durch sein Auftreten auf allen Ebenen eine natürliche Autorität gewonnen, die diejenige vom Cowboy John Wayne glatt in den Schatten stellt. Er ist in dieser äußerst schwierigen geopolitischen Lage der richtige Mann zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Platz. Respekt!
Eine Rhader Einschätzung zum Führungsstil des Bundeskanzlers
Veröffentlicht am 05.07.2023