Presselandschaft Dorsten leidet an Schwindsucht
Konkurrenz belebt das Geschäft. Dieser Grundsatz galt viele Jahre für für die örtliche Presse. Wer etwas wissen wollte, was sich in Dorsten tut, konnte zwischen zwei Tageszeitungen wählen. Die Redaktionen übertrafen sich mit eigenen Recherchen über die Lippestadt, die Verwaltung, den Stadtrat und die Parteien. Die Redakteure hatten immer ein offenes Ohr, verabscheuten Hofberichterstattung, blickten in die Stadtteile und überraschten mit spannenden Reportagen und Berichten. Selbst der Stadtspiegel, nur einmal wöchentlich im Blickpunkt, trug zur breiten Meinungsbildung bei. Das alles ist Geschichte. Nur noch eine Tageszeitung und der Stadtspiegel so reduziert, dass er komplett als „Werbeblättchen“ eingestuft werden kann. Monatliche Druckerzeugnisse wie Lokallust und dorsten.live, sind zwar interessant, können aber nicht als Ersatz für die vom Markt verschwundenen Printmedien dienen. Dorsten ist so ärmer geworden. Und die sogenannten sozialen Netzwerke überzeugen nur mit Schnelligkeit, ansonsten mit überwiegender Inhaltsleere. Dennoch gibt es Möglichkeiten, in das gesellschaftspolitische Dorstener Leben tiefer hineinzuschauen. Da gibt es stadtteilbezogene Internetseiten, z. B. www.spd-rhade.de, die mit Kreativität versuchen, die vorhandenen Lücken zu schließen. Sie alle ersetzen aber nicht professionellen Journalismus, der in der Regel von unabhängigen Printmedien tagesaktuell, allmorgendlich ins Haus geliefert wird.
Ein Rhader Plädoyer für die Tageszeitungen
Veröffentlicht am 21.03.2023
Preissprünge sind häufig nicht nachzuvollziehen
Die Bundesregierung versucht seit Monaten mit diversen Entlastungspaketen die hohe Inflation auszugleichen. Das ist der sozialdemokratisch geführten Regierung hoch anzurechnen. Dennoch klafft weiter eine erhebliche Lücke zwischen der Preis- und Lohnentwicklung. Während sich die Löhne und Renten in der Regel 12 Monate lang nicht bewegen, springen viele Preise unerklärlich, sogar mehrfach am Tag, auf steigendem Niveau, hin und her. Der regelmäßige Blick auf die elektronisch gesteuerten Tankstellen-Anzeigetafeln gibt immer wieder Rätsel auf. Wechseln wir vom Erdölprodukt zum Lebensmittel. Plötzlich ist Butter ein Schnäppchen im Supermarkt. Oder Kaffee. Gestern noch ein Hochpreis-Produkt, heute deutlich fallend im Preis. Butter und Kaffee sind sogenannte Eckprodukte im Lebensmittelhandel. Die Strategie, hier mit wenigen spektakulär niedrigen Preisen die Kunden zum Großeinkauf in das Geschäft zu locken, geht immer auf. Beim Kaffee gibt es, neben dem Discounter, noch einen Gewinner - den Bund. Er erhebt nämlich eine Kaffeesteuer in Höhe von 2,19 Euro je Kilo Röstkaffee und 4,78 Euro für 1 Kilo löslichen Kaffee. Das spült im Jahr eine Milliarde Euro in die Bundeskasse. Die Verbraucher haben nur die Möglichkeit, die negative Differenz zwischen Inflationsrate und eigenem Einkommen durch diszipliniertes Einkaufen zu verringern. Die SPD, muss „steuernd“, im wahrsten Sinne des Wortes, in die „freie“ Marktwirtschaft eingreifen, um sie als soziale Marktwirtschaft zu erhalten.
Ein Rhader Blick in die Haushaltskasse
Veröffentlicht am 20.03.2023
Die SPD stellt sich außenpolitisch neu auf
Der Kalte Krieg zwischen Ost und West lähmte nach 1945 eine gutnachbarschaftliche Entwicklung und führte zur ungehemmten Aufrüstung hier und da. Die Grenze der beiden Blöcke verlief mitten durch Deutschland. Als Willy Brandt (SPD) 1969 zum Bundeskanzler gewählt wurde, überwand er mit vertrauensbildenden Maßnahmen die „laute“ Sprachlosigkeit zwischen dem Westen und Osten. Mit dem Helsinki-Abkommen vereinbarten1975 insgesamt 35 Staaten die Themen SICHERHEIT und ZUSAMMENARBEIT, vertraglich zu regeln. 1970 kniete Willy Brandt in Warschau nieder, um sich für die Verbrechen der Nazis im Namen Deutschlands zu entschuldigen. Danach setzte eine Phase der Entspannung ein. Eine Demokratisierungswelle erfasste die Sowjetunion und entließ bisherige Mitgliedsstaaten in die Selbständigkeit. Die Politik von Willy Brandt hat sich bewährt. Dafür erhielt er 1971 den Friedensnobelpreis. Deutschland konnte in der Folge die Wiedervereinigung feiern. Das neue Russland war ein verlässlicher Partner. Bis Vladimir Putin überraschend das Erbe von Boris Jelzin antrat. Nach und nach versuchte er das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Die SPD hat das nicht erkannt und auch nicht sehen wollen. Der Rest ist bekannt. Putin hat alle Verträge gebrochen und Krieg wieder als Mittel der Politik auferstehen lassen. Lars Klingbeil, Vorsitzender der SPD, versteht sich als Erbe Willy Brandts. Er ist es, der für SPD den Kompass OSTPOLITIK neu kalibriert. So wird Deutschland in Zusammenarbeit mit der EU und der Nato und mit Wehrhaftigkeit das lange währende „blinde“ Vertrauen ablösen. Was aussieht wie eine SPD-Kehrtwende um 180 Grad, kann auch als Weiterentwicklung der bisherigen Außenpolitik der deutschen Sozialdemokratie gewertet werden.
Veröffentlicht am 18.03.2023
Bitte besser erklären - Ein Rhader Appell in Richtung Bundesregierung
Der Bundestag platzt aus allen Nähten. Eine Reform ist dringend nötig, um die Anzahl der Bundestagsabgeordneten zu reduzieren. Das versteht jeder. Der Weg dorthin ist aber nicht stolperfrei. Alle bisherigen Reformversuche scheiterten bereits im Anfangsstadium. Nun will es die Ampelregierung aus SPD, Grünen und FDP wissen. Ein Gesetzentwurf liegt auf dem Tisch und wirft Fragen auf. Die Oppositionsparteien schäumen und drohen mit Klage. Unser Wahlsystem kennt zwei Stimmen. Mit der Erststimme wird derjenige direkt ins Parlament gewählt, der die meisten Stimmen auf sich vereinigt. Die Zweitstimme, mit der die Partei gewählt wird, ist aber entscheidend für die Zusammensetzung des Bundestages. Nun kann es passieren, dass wegen der zahlenmäßigen Begrenzung des Parlaments, nicht alle direkt gewählten Kandidaten als gewählt gelten sollen. Nämlich dann, wenn beispielsweise der Partei X per Zweitstimme 150 Sitze zustehen, aber 153 Wahlkreise von ihr direkt gewonnen wurden. Dann, so der Gesetzentwurf, müssen 3 direkt gewählte Kandidaten auf das Mandat verzichten. Das verstehe wer will, ich (noch) nicht. Und mit Sicherheit auch die Wähler nicht, die bewusst auf die Persönlichkeit des Politikers im Wahlkreis gesetzt haben. Frust und Politikverdrossenheit werden die Folge sein. Bitte nachbessern und so erklären, dass wir da unten verstehen.
Veröffentlicht am 17.03.2023
Bürgerwindpark Torfvenn in direkter Nachbarschaft zu Rhade
Nordöstlich vom Michaelisstift tut sich was. Eine riesige Windkraftanlage ist im Bau, die die in die Jahre gekommene „Windmühle“ am bisherigen Standort ersetzen wird. Kräne, Bagger, mächtige Transportfahrzeuge zeugen von intensiver Bautätigkeit. Damit später die Energie der drehenden Windräder ins Stromnetz eingespeist werden kann, wird parallel eine Trasse für das Erdkabel gegraben und gebohrt. Dieses wird dann in der Umspannstation am Rütherweg angeschlossen. Eine Zukunftsinvestition für die wichtige bundesweite Energiewende. Als Investoren und Windkraftunternehmer zeichnet eine örtliche Betreibergesellschaft verantwortlich. Wer seinen Blick in Richtung Heiden schweifen lässt, erkennt weitere, bereits Energie produzierende und im Bau befindliche Windkraftanlagen an der A31. Am Ende werden es 12 Anlagen sein, die das Landschaftsbild entscheidend verändern, aber für erneuerbare Energie sorgen werden.
Rhader Nachbarschaftsbeobachtungen
Veröffentlicht am 16.03.2023