Neues Regenrückhaltebecken gaukelt trügerische Idylle vor
Um die Kanalisation bei Starkregen zu entlasten, werden hier und da sogenannte Regenrückhaltebecken gebaut. Sie nehmen kurzzeitig das überschüssige Wasser auf, um es dann nach und nach in die Kanalisation zu leiten, die für Rhade im Klärwerk Holsterhausen endet. Parallel zum Kalten Bach wurde nun eine gewaltige Ackerfläche zum Sammelbecken umgebaut und eingedeicht. Bauzäune signalisieren, dass die Maßnahme noch nicht abgeschlossen ist. Regen- und Grundwasser, das die Fläche zur Zeit bedeckt, bieten ein idyllisches Bild inmitten der Wiesen und Felder. Wenn aber beim nächsten Starkregen der Kanalisationsüberlauf wie vorgesehen funktioniert, werden auch Fäkalien aus dem Kanalisationsmischsystem das Wasser trüben. Grund genug davor zu warnen, das Gelände nicht als neues Strandbad anzusehen. Vor einigen Tagen wurden kleine Kinder dabei beobachtet, bis zu den Hüften im Wasser stehend, das Gelände als Badeanstalt entdeckt zu haben. Auf einen Bürgerhinweis wurde der Bauzaun inzwischen wieder provisorisch geschlossen. Künftig sollte eine Beschilderung über den Sinn des Landschaftsbauwerks informieren.
Eigener Bericht
Veröffentlicht am 08.07.2022
Bürger bitten Rhader SPD um Unterstützung
Nach wie vor ist die Rhader SPD ein wichtiger Ansprechpartner für die Bürger vor Ort. Insbesondere wenn es um Missstände geht, die trotz direkter Hinweise an die Verwaltung, nicht zeitnah abgestellt werden. Gestern waren es die immer noch nicht überall beseitigten Stolperfallen, die durch die Glasfaserverlegung vor 2 Jahren (!) auf Erledigung warten, heute sind es unsachgemäß gelegte Metallplatten auf dem öffentlichen Geh- und Radweg zwischen Mainstraße und Schlehenweg, Pättken genannt. Sie verhinderten die Zerstörung der Wegeoberfläche durch schwere Baumaschinen, die seit einiger Zeit bei der Erstellung des neuen Regenrückhaltebeckens eingesetzt werden. Eine Baumaßnahmen ist immer mit Auflagen und einer Bauaufsicht verbunden. Offensichtlich wurde hier aber „geschludert“. Seit Wochen bilden die Metallplatten eine latente Unfallgefahr besonders für Radfahrer. Nun, nach einer erneuten Bürgerbeschwerde, die bei der Rhader SPD eingegangenen ist, fordern wir die Verwaltung auf, sofort für Abhilfe zu sorgen. „Schon mal was von Verkehrssicherheitspflicht gehört?“, heißt es im „Meckerscheck“ an die SPD. Diese Formulierung übernehmen wir wörtlich und leiten sie mit diesem Text und dem Foto ins Dorstener Rathaus. Ergänzt um den Hinweis, nicht das Pättken jetzt zu sperren, sondern, die Metallplatten zu entfernen oder sicher zu verlegen.
Veröffentlicht am 07.07.2022
Er wird angenommen - anders als gedacht
Nun sprudelt er wieder. Der Tisa-Brunnen, der ein Wahrzeichen Dorstens war, als er noch seinen Platz auf dem Marktplatz hatte. Eine Lobby aus örtlichen Eventmanagern und Geschäftsleuten haben es geschafft, den Brunnen nach der Restaurierung hinter dem Alten Rathaus zu verstecken. Hier fristet er, besonders an Markttagen, ein trauriges Dasein. Umstellt von Fahrrädern und Marktständen, dient er auch als Sitzfläche für einen kurzen Snack. Ironisch könnte man nun urteilen, er wird doch angenommen. Das hat das Werk von Schwester Paula, Tisa von der Schulenburg, die auch Ehrenbürgerin unserer Stadt war, wahrlich nicht verdient.
Ein kurzer Zwischenruf aus Rhade in Richtung Rathaus
Veröffentlicht am 06.07.2022
Widerrede erwünscht - Diskussion eröffnet
Es waren Sozialdemokraten, die nach 1945 mit vertrauensbildenden Maßnahmen den Kalten Krieg zwischen Ost und West aufbrachen. Die Wiedervereinigung Deutschlands ist nur so möglich geworden. Parallel fiel die Sowjetunion auseinander. Demokratische Strukturen veränderten die weltpolitische Landschaft. Ein dauerhaftes Zeitalter des Friedens, des Wohlstands, des Miteinanders schien anzubrechen. Der Schein trog, die Ernüchterung ist gewaltig. Wladimir Putin, Russlands Präsident, stellte plötzlich alles in Frage und dreht seither die Zeiger der Weltuhr zurück. Der von ihm befohlene Überfall auf die Ukraine war die brutale Kündigung aller internationalen Vereinbarungen und Verträge. Die Ostpolitik von Willy Brandt, der dafür den Friedensnobelpreis bekam, muss neu geschrieben werden. Und Lars Klingbeil hat dafür Formulierungen gewählt, die innerhalb der SPD für Diskussionen sorgen werden. Führungsrolle in Europa übernehmen, militärisch für alle Fälle gerüstet sein und Abbau der wirtschaftlichen Abhängigkeiten innerhalb der neu entstandener Blöcke, einschließlich China. Aber genau diese Widerrede wird vom SPD-Vorsitzenden gewünscht, um die älteste demokratische Partei Deutschlands neu auszurichten. Die Sozialdemokraten auf allen Ebenen sind aufgerufen, sich daran zu beteiligen. Der Begriff Zeitenwende gilt nun auch für die inhaltliche Neuausrichtung der SPD.
Eine innerparteiliche Einschätzung eines Rhader Sozialdemokraten
Veröffentlicht am 05.07.2022
SPD-Initiative im Dorstener Stadtrat auf der Zielgeraden
Am 23. Mai 2000 empfing Bundespräsident Johannes Rau, in diesem Amt zugleich Schirmherr des Volksbundes, Repräsentanten von 13 deutschen Großstädten. Gemeinsam mit dem Präsidenten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge gründeten sie in Berlin im Beisein von Vertretern der Städte Riga und Wien das „Deutsche Riga-Komitee. Es handelt sich dabei um ein Städtebündnis für das Erinnern und Gedenken an die Deportation von Jüdinnen und Juden. Dorsten hat sich während der Nazi-Zeit schuldig gemacht. Daher ist es ein gutes Zeichen, dass unsere Stadt in diesen Tagen in Riga Mitglied des gleichnamigen Komitees wird. Unter anderem sind Friedhelm Fragemann, der SPD-Fraktionsvorsitzende und Achim Schrecklein als stellv. Bürgermeister vor Ort, um die Aufnahme im Namen der Stadt zu besiegeln. Dieser in Europa einzigartige erinnerungskultureller Städtebund, dem auch Brünn, Prag, Riga, Theresienstadt und Wien angehören, hat die Aufgabe, an die über 25.000 jüdischen Bürgerinnen und Bürger zu erinnern, die in den Jahren 1941/42 aus ihren Städten nach Riga deportiert und in ihrer überwiegenden Zahl im Wald von Bikernieki ermordet wurden. Das Deutsche Riga-Komitee fühlt sich in seiner Arbeit auch den mehr als 26 000 lettischen jüdischen Opfern des Rigaer Ghettos verbunden, die am „Rigaer Blutsonntag“ (30.11.1941) und in den Tagen danach in Rumbula ermordet wurden, damit die aus dem Deutschen Reich deportierten Menschen dort eingepfercht werden konnten. Dem Deutschen Riga-Komitee gehören inzwischen 68 Kommunen an. Nun ist Dorsten als 69. auch dabei. Eine gute Entscheidung.
Der kursiv gestellte Text wurde www.riga-komitee.eu entnommen.
Eigener Beitrag - wird fortgesetzt.
Veröffentlicht am 04.07.2022