Kommunalpolitik Dorsten: Verwaltungs-Workshops sind gelebte Bürgerbeteiligung - Was aber, wenn die Übersicht verloren geht?

Gemeinsam erarbeite Zukunftspläne müssen auch umgesetzt werden

Dorsten lebt. Hier ein Bürgerforum, dort eine Stadtteilkonferenz, morgen mehrere Workshops zur Mobilität, übermorgen der Aufruf, sich an der Neufassung des Seniorenbegleitplans zu beteiligen. Nie war die Bürgermeinung wertvoller als heute. Die Forderung, besonders der Rhader SPD, Bürgerbeteiligung als Mehrwert für unsere Stadt zu erkennen, wurde im Rathaus und Stadtrat erhört und nach und nach umgesetzt. Gut so. Aber … Das folgende Aber soll das Dilemma beschreiben, wenn durch diverse Workshops Erwartungen der Bürger geweckt, aber nicht erfüllt werden. Am Beispiel des Dorstener Klimaschutzplans, des Rhader Rahmenplans und des städtischen Demographiekonzepts, jeweils 2013/2014 mit Bürgern, externen Fachleuten und der Verwaltung erarbeitet, soll aufgezeigt werden, dass es eine entscheidende Lücke im Handeln der Verwaltung gibt. Nämlich, dass die sehr guten Dokumente nicht, oder nur unwesentlich umgesetzt werden. Und das abgegebene Versprechen gegenüber den engagierten Bürger-Mitarbeitern, sie auch nach der formellen Verabschiedung der Pläne weiter im Boot zu behalten, nie eingelöst wurde. Enttäuschung auf der ganzen Linie. Um zu kaschieren, an dieser Stelle versagt zu haben, so der Eindruck von außen, werden immer wieder neue Workshops angeboten, anstatt den vorhandenen Dokumenten eine Auffrischungskur zu verordnen. Das wäre kostengünstiger und ehrlicher. Manchmal scheint es so, als ob die Verwaltungsspitze dabei ist, die Übersicht über alle angestoßenen Bürgerbeteiligungsaktionen zu verlieren, bzw. schon verloren hat.

Ein kritischer Einwurf eines Rhader Bürgers, der an diversen Verwaltungsplänen ehrenamtlich mitgewirkt hat

Veröffentlicht am 11.05.2022

 

Arbeit und Wirtschaft Preisexplosion: Ist das noch Marktwirtschaft oder schon Abzocke?

Unverständnis und Wut der Geschröpften gegenüber Multis und Politik

Gestern kam mit der Post die Nachricht, dass sich der Gaspreis für die Heizung von rund 6 Cent/kWh auf ca. 16 Cent erhöht, also fast verdreifacht hat. Täglich ist an der Tankstelle abzulesen, dass der Verbraucher doppelt so tief in die Tasche greifen muss wie vor Jahresfrist. Die Faustformel der Marktwirtschaft lautet: Knappe Ware und hohe Nachfrage lassen den Preis steigen. Verwundert reibt sich der Verbraucher die Augen. Weder sind momentan Öl und Gas knapp, noch kann von einer unerwartet hohen Nachfrage gesprochen werden. Für die Börsianer reicht aber bereits das leichte Husten, um eine schwere Krankheit zu konstatieren - und Kasse mit teils undurchsichtigen Spekulationsgeschäften und Wetten auf steigende Preise zu machen. Der Verbraucher muss das nicht verstehen, er ist der bedauerliche passive und zahlende Mitspieler in dieser Gemengelage. Werfen wir noch einen Blick auf unsere 40 Aktiengesellschaften, die im Dax notiert sind. Sie haben ihre Gewinne 2021 mit 170 Milliarden (!) Euro verdoppelt. Darunter waren nicht wenige, die wegen der Corona-Pandemie mit staatlichem Kurzarbeitergeld gestützt wurden. Also mit Steuermitteln, die wir alle aufbringen. Eigentlich, so die naive Annahme, müsste ein Teil der genannten Gewinne zurück an den Staat und den Steuerzahler fließen. Weder machen die Krisengewinnler entgegenkommende Anstalten, noch schafft es die Politik, steuernd in den undurchsichtigen Zockermarkt einzugreifen. Gäbe es einen börsennotierten Index für Unverständnis und Wut der Verbraucher, er würde auch täglich neue Rekorde melden.   

Ein Zwischenruf aus Rhade

Veröffentlicht am 10.05.2022

 

Landespolitik Kreative Rhader Wahlplakate (3)

Eine landespolitische Gebrauchsanweisung für die NRW-SPD

Politischen Erfolg hat eine Partei immer dann, wenn sie glaubwürdig die Interessen der Menschen vertritt. Dennoch schaffen es von Fall zu Fall auch Parteien, mit leeren Versprechungen zu punkten. Wählerinnen und Wähler erkennen relativ schnell, dass sie aufs falsche Pferd gesetzt haben. Der Frust sollte aber nicht dazu führen, zum Nichtwähler zu werden. Darunter leidet unsere demokratische Ordnung. Wer jetzt vermutet, dass das ein Werbetext für die SPD ist, liegt richtig. Sie, die SPD hat in vielen Jahren bewiesen, an der Seite der Menschen in NRW zu stehen. Quasi eine Einheit zwischen Land und Bürgern organisieren zu können. Jetzt will sie am 15. Mai beweisen, diese Erfolgsgeschichte, die auch Brüche aufweist, fortzuschreiben. Wir sollten Thomas Kutschaty dabei unterstützen. Mit beiden Stimmen die SPD zu wählen, ist die Voraussetzung fürs Gelingen. Glück auf NRW, Glück auf SPD, Glück auf Thomas Kutschaty.

Ein Rhader Werbetext für die bevorstehende Landtagswahl

Veröffentlicht am 09.05.2022

 

Plakat der Dorstener Friedensbewegung, die 1987 mit einer Veranstaltung an das Kriegsende erinnerte. Gesellschaft Rhader Wochenendgedanken zum 8. Mai

Warum lernen wir einfach nicht aus menschengemachten Katastrophen?

Am 8. Mai 1945 war Deutschland am Ende. Ein schrecklicher, verbrecherischer Krieg, als 2. Weltkrieg in den Geschichtsbüchern stehend, endete durch die bedingungslose Kapitulation. Einer, der sich Führer nannte, und wahnhaft glaubte, die Welt nach seiner Ideologie „tanzen“ zu lassen, hat Millionen Menschenleben auf dem Gewissen. Deutschland wurde als Land der Dichter und Denker angesehen, ließ sich dennoch verführen und mitschuldig werden. Im allgemeinen Sprachgebrauch wurden nach 1945 dennoch überwiegend Wertungen wie Niederlage und Zusammenbruch in Publikationen und Diskussionen genutzt. So setzte sich bei nicht wenigen Bürgern der Eindruck fest, es habe sich „nur“ um einen Unfall oder eine falsche politische Strategie gehandelt. Erst 40 Jahre später, am 8. Mai 1985, räumte der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker mit unserer verkorksten Erinnerungskultur auf. In seiner historischen Rede wendete er den Begriff Niederlage in „Befreiung vom menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“. Endlich strömte Frischluft durch unsere Gesellschaft. Endlich wurde mit dem Selbstbetrug, selbst nicht verantwortlich gewesen zu sein, aufgeräumt. NIE WIEDER KRIEG! Die Künstlerin Käthe Kollwitz drückte das mit ihrem Bild und der gehobenen Schwurhand eindrucksvoll aus. Heute, nur 77 Jahre nach Kriegsende, versucht wieder ein Führer, diesmal in Russland, mit Gewalt Geschichte schreiben zu wollen. Wieder folgt ihm „blind“ eine ganze Nation. Wieder sterben sinnlos Menschen. Wieder ist die Gefahr nicht ausgeräumt, dass sich aus dem Krieg vor unserer Haustür ein Flächenbrand entwickelt. Wieder stellen wir fassungslos fest, dass wir aus den menschengemachten Katastrophen einfach nichts lernen. Ein 10jähriger Junge, Pascal Kravetz, stellt 1981 in einem gemeinsamen Lied (Auszug) mit dem Rockmusiker Udo Lindenberg die richtige Frage:

Keiner will sterben

Das ist doch klar

Wozu sind denn dann Kriege da?

Herr Präsident

Du bist doch einer von diesen Herren

Du mußt das doch wissen

Kannst du mir das 'mal erklären?

Keine Mutter will ihre Kinder verlieren

Und keine Frau ihren Mann

Also

Warum müssen Soldaten losmarschieren?

Um Menschen zu ermorden mach mir das mal klar

Wozu sind Kriege da?

Herr Präsident

Veröffentlicht am 07.05.2022

 

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