Stadtentwicklung Dorsten und die unendliche Geschichte eines Mobilitätsentwicklungsplans

Im April 2022 wird der Startschuss abgefeuert - Planungsphase 2 Jahre - Umsetzung???

Seit Jahren wird in Dorsten darüber diskutiert, wie ein modernes Verkehrskonzept, das alle Teilnehmer gleichberechtigt beteiligt, aussehen müsste. War es „gestern“ die Autofahrersicht, die dominierte, fordern „heute“ Fußgänger, Radfahrer, Rollstuhl- und Rollatoren-Nutzer, Kinder und Senioren, ebenfalls einen sicheren Verkehrsraum für ihre Bedürfnisse. Hinzu kommt der öffentliche Nahverkehr, dem Vorrang gegenüber PKW und LKW eingeräumt werden wird. Das verändert unsere Stadt erheblich. Gut fürs Klima, gut für die Sicherheit, gut für die Gesundheit. Bei dieser unvollständigen Aufzählung wird erkennbar, dass nur eine umfassende Planung flächendeckende positive Ergebnisse bringen kann. „Energielenker“ nennt sich das Fachbüro, das von der Verwaltung nun beauftragt wurde, die Dorstener Mobilitätswende in den nächsten zwei Jahren zu begleiten. Zum Auftakt wird es am 7. April ab 17.30 Uhr eine öffentliche Videoschalte geben, an der auch  interessierte Bürger teilnehmen können. Zwei Jahre Planungsphase, plus Bürgerbeteiligung in allen Stadtteilen, anschließende Behandlung im Stadtrat, dazu eine viel zu dünne Personaldecke im Planungsamt - realistisch und praktisch kann sich bei dieser Zeitrechnung erst 2024/2025 etwas Sichtbares geändert haben. Deprimierend für alle, die bereits vor Jahren Erkenntnisse formuliert und Forderungen gestellt haben. Die Rhader SPD gehört dazu. Weder wurde bis heute das mit Ortskenntnis erarbeitete Rhader Fahrradwegenetz aufgegriffen, noch gibt es einen hauptamtlichen Fahrradbeauftragten für Gesamt-Dorsten. Die verlorene Zeit kann nicht mehr aufgeholt werden.

Ein Zwischenruf aus Rhade in Richtung Rathaus und Stadtrat auf Grundlage eine städtischen Pressemitteilung

Der Zugang zum Zoom-Meeting erfolgt über den Link:

https://us06web.zoom.us/j/85705832266

Meeting-ID: 857 0583 2266

Veröffentlicht am 04.04.2022

 

Gesellschaft Wenn Gutgemeintes in Selbstgerechtigkeit umschlägt

Sonntagsgedanken aus Rhade

Die Entscheidung der neuen Bundesregierung (SPD/GRÜNE/FDP), so schnell wie möglich auf fossile Energien (Öl, Gas, Kohle) zu verzichten, ist dem dramatischen Klimawandel geschuldet. Dass Putins verbrecherischer Krieg in der Ukraine diesen Beschluss beschleunigt, zwingt uns zum Verzicht und zu deutlich höheren Lebenshaltungskosten. Die Klimaschutzbewegung von unten, „Fridays for Future“, hat in diesen Tagen nochmals mit Großdemos daran erinnert, dass unser Klima, trotz der Krieges, keine Kompromisse (mehr) verträgt. Ihr Anliegen verdient die Unterstützung von allen, darf aber nicht in Selbstgerechtigkeit umschlagen. Weder ist die Blockade von Verkehrsachsen gerechtfertigt, um auf Nahrungsmittelverschwendung aufmerksam zu machen, noch darf es zu Diskriminierungen anders Denkender und anders Aussehender kommen. So wie es der Münsteraner Musikerin Ronja Maltzahn und ihrer Band ergangen ist. Sie sollten die Fridays for Future - Großkundgebung in Hannover musikalisch begleiten, wurden aber kurzfristig ausgeladen. Das Outfit der Sängerin, sie trägt seit Jahren sogenannte Dreadlocks, sei eine „kulturelle Aneignung“, die ihr nicht zustehe. Natürlich könne sie auftreten, wenn sie die „Dreads“ abschneidet, so der rüde Nachsatz der Ausladung. Mehr an Selbstgerechtigkeit und Arroganz geht nicht. Das hilft weder dem Klima, noch dem tollen Schülerengagement.

 

Veröffentlicht am 03.04.2022

 

Stadtentwicklung Radspange Rhade - Dorsten (Teil 1)

Beschilderung noch unvollständig - Verknüpfung mit Römer-Lippe-Route noch offen

Am Anfang war es eine Idee. Nämlich, die durch Rhade führende Hohe-Mark-Route sowie die 100-Schlösser-Route, mit der in Dorsten verlaufenden Römer-Lippe-Route zu verknüpfen. Aber nicht nur, um eine neue Radverbindung anzubieten, sondern die Radwanderer über Rhade und Dorsten zu informieren und zum Verbleiben zu motivieren. Davon würden nicht nur Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe profitieren, sondern auch indirekt die Stadtkasse. Nun zeigen die ersten blauen Schilder, sogenannte Einhänger an den rot-weißen Radwegweisern, den ca. 15 Kilometer langen Verbindungsweg an. Das Rhader Wappen, der Baumstumpf, ist auf den Einhängern gut zu erkennen. Begeben wir uns auf eine Testfahrt. Der Einstieg erfolgt an der Kreuzung Schlehenweg / Feldstraße, im Bereich der Bahnschranke. Vorbei am Rhader Bahnhof folgen wir den weißen Schildern mit dem roten Pfeil bis nach Deuten. Hier queren wir die B58. Weiter gehts in Richtung Hervest. Die Beschilderung, auch ohne den blauen Einhänger, ist perfekt. Bis zur Kreuzung An der Wienbecke / Gälkenheide. Hier fehlt das blaue Schild ebenso wie der Hinweis „Radspange zur Römer-Lippe-Route“. Der Radfahrer würde richtigerweise gefühlt geradeaus weiter radeln. Im Hervester Bruch, nach knapp einem Kilometer angekommen, würde er aber die Zielorientierung verlieren. Hier muss nachgearbeitet werden, um die gute Rhade Idee nicht auf halben Weg ins Leere laufen zu lassen. Der Bereich Information und Wirtschaftsförderung wird in Kürze im Teil 2 dieser Information behandelt.

Bericht eines Rhader Radfahrers über den Versuch, über die Radspange ans gewünschte Ziel zu kommen

Veröffentlicht am 02.04.2022

 

Europa Die Einigkeit der EU besteht selten den Praxistest

Ukraine-Flüchtlinge müssen von allen 27 EU-Ländern unterstützt werden - Eigentlich eine Selbstverständlichkeit

Seit Jahren bietet die EU ein Trauerspiel. Seit Jahren gibt es keine Einigung über eine gerechte Verteilung von Menschen in Not, die an die EU-Tür klopfen. Gestern waren es die östlichen EU-Partnerländer, die sich kategorisch gegen eine Aufnahme asylsuchender Menschen aus Syrien, Afrika und Afghanistan gesperrt haben, heute wird wieder über einen EU-Verteilerschlüssel gestritten, jetzt Index genannt, um den ukrainischen Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf zu bieten. Die Länder, die gestern NEIN gesagt haben, tragen momentan durch die Grenze zur Ukraine eine Last, die sie erdrückt. Unmöglich kann zum Beispiel Polen allein fast 2 Millionen Hilfesuchende unterbringen und versorgen. Trotz erheblicher Anstrengungen musste unsere Innenministerin Faeser eingestehen, keine verbindliche und gerechte Aufnahmequote bei ihren 26 Innenministerkollegen erreicht zu haben. Ein Trauerspiel. Deutschland zeigt sich deutlich offener als viele EU-Nationen, besonders durch eine immense Spendenbereitschaft der Bevölkerung, parallel aber wieder erstaunliche organisatorische Schwächen bei der Registrierung der ankommenden Geflüchteten. 16 Bundesländer, 16 unterschiedliche Systeme. Auch ein Trauerspiel. Ein föderales.

Ein Rhader Zwischenruf

Veröffentlicht am 01.04.2022

 

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