„Hunger ist Mord – warum verhindern wir es nicht?“
An dieser Stelle wurde mehrfach über die MinisterInnen der GroKo geschrieben. Einige wurden positiv bewertet, andere scharf kritisiert. Die CSU stellt in der noch amtierenden GroKo-Regierung 3 Minister. Neben dem Innenminister Seehofer, dem Verkehrsminister Scheuer, ist es der Minister für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Gerd Müller. Nur selten stand er im Mittelpunkt. Dabei hätte er es verdient. Gerd Müller hat nie ein Blatt vor den Mund genommen, um uns den Spiegel vor die Augen zu halten. Nämlich, dass wir uns in der Regel nur halbherzig dafür interessieren, was sich besonders auf der Südhalbkugel unseres Planeten an Ungerechtigkeit und Elend abspielt. Nun hat er nochmals Klartext geredet. „Hunger ist Mord“, so seine Wortwahl bei der Vorstellung des entwicklungspolitischen Berichts der scheidenden Bundesregierung. 80% der Weltbevölkerung leben in Entwicklungs- und sogenannten Schwellenländern. „Wir haben die Lösungen… und das Wissen, eine Welt ohne Hunger zu schaffen. Warum tun wir es nicht?“, so sein Aufruf an die neue Regierung, besser zu werden. Und dass die Klimakatastrophe einhergeht mit weltweiten Flüchtlingsströmen, gehört inzwischen zum Allgemeinwissen. Gerd Müller wechselt nun zur UN, um dort einen Chefposten einzunehmen. Er hat es verdient, für seine klare Positionierung in der GroKo besonders gelobt zu werden. Auch von der Rhader SPD.
Eigener Bericht auf Grundlage des Ruhr Nachrichten-Artikels „Hunger ist Mord“ am 21.10.2021
Veröffentlicht am 23.10.2021
Veröffentlicht am 22.10.2021
Fördergelder locken: Gestern – Heute – Morgen
Der ländliche Raum hat (plötzlich) etwas. Lange versank er im Dornröschenschlaf und wurde vernachlässigt. Nun soll er mit aller Kraft, sprich mit viel Geld, aufgeweckt und am Leben gehalten werden. Projekte werden aufgelegt, Bürger zum Mitmachen motiviert und Planungsbüros beauftragt, förderwürdige Konzepte zu erstellen. In Rhade war es gestern der Rahmenplan, der seit 7 Jahren auf seine Umsetzung wartet, heute wird alter Wein in einen neuen Schlauch gekippt, der „Dorfentwicklung Rhade“ heißt. Morgen soll unser Dorf mit LEADER* eine nochmalige Ergänzung der vorliegenden Zukunftspläne erfahren. Bereits 2014 hat sich Dorsten (Rhade) mit einigen Nachbarkommunen beteiligt, um mit interessanten Ideen die „Geldgeber“ zu überzeugen, Rhader Projekte finanziell zu fördern. Leider erfolglos. Nun eine Neuauflage. Anstatt wieder bei Null zu beginnen, sollten die „alten“, aber immer noch aktuellen örtlichen Verbesserungsvorschläge aus der Rathausschublade geholt werden. Zum Beispiel diesen: Rhade innerhalb von max. 10 Jahren klimaneutral zu entwickeln. In Zusammenarbeit mit allen Bürgern, dem Planungsamt, Architekten, Energieversorgern, Forstamt, Landwirtschaft, … Wir blicken gespannt in Richtung Rathaus, ob die 2014 gemeinsam in zwei Workshops erarbeiteten Rhader Verbesserungsvorschläge auffindbar sind und mit Bürgerbeteiligung aktualisiert werden können.
* Die Abkürzung LEADER steht für „Liasons entre actions de développement de l`économie rurale“, was übersetzt heißt „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“.
Rhader Erinnerungen
Veröffentlicht am 22.10.2021
Veröffentlicht am 21.10.2021
Wenn wissenschaftliche Erkenntnisse auf staatliche und persönliche Egoismen treffen
1969 hat Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU) mit dem Ausruf, „Ich sage nur China, China, China“ vor der damals sogenannten gelben Gefahr gewarnt. In abgewandelter Form darf heute „Klima, Klima, Klima“ gerufen werden, um die Dimension der globalen Gefahr auf den Punkt zu bringen. Die Erkenntnis ist das eine, das tatsächliche Handeln die Kehrseite der Medaille. Die wahrscheinlich neue SPD-geführte Bundesregierung, bestehend aus ungleichen Partnern, wird zwar mit einem Klimaministerium neue Zeichen setzen, aber an der globalen und nationalen Problemlösung (auch) verzweifeln. Obwohl kein Weg an erneuerbaren Energien vorbei geht, weil Kohle, Gas und Öl endlich sind, setzt unser Nachbar Frankreich weiter auf Kernenergie und Polen auf Kohleverbrennung. Und vor Ort diskutieren wir endlos weiter über Trassenverläufe und ein Endlager der strahlenden Abfälle aus den Reaktoren. Übrigens wird in Greifswald seit 30 Jahren das ehemalige DDR-Atomkraftwerk, das nur 17 Jahre am Netz war, zurückgebaut, also abgerissen. Kosten am Ende (2060/2070) über 6 Milliarden Euro! Wer heute wieder nach „sauberer“ Kernenergie ruft, hat nichts verstanden und versündigt sich an den nachfolgenden Generationen. Aber der Blick darf nicht nur „da oben“ hängen bleiben. Klimaschutz beginnt bei uns „da unten“. Ein Blick in das „Integrierte Dorstener Klimaschutzkonzept“ von 2014 hilft, eigenverantwortlich an der Klimaproblemlösung mitzuwirken. Und ohne dieses persönliche Klima-Engagement ist alles nichts. Der Ausruf „Klima, Klima, Klima“ muss uns aufwecken!
Ein Rhader Aufruf nach außen und innen
Veröffentlicht am 21.10.2021