Integriertes Klimaschutzkonzept der Stadt Dorsten scheint in Vergessenheit geraten zu sein
Hitzesommer, Trockenheit, Dürre, Starkregen. Keine Ereignisse irgendwo in der Welt, sondern auch vor unserer Haustür. Grund für die Stadt Dorsten, frühzeitig ein „Integriertes Klimaschutzkonzept“ mit Bürgerbeteiligung erarbeiten zu lassen. Im April 2014 wurde das beeindruckende Dokument mit wichtigen Handlungsempfehlungen fertiggestellt und einstimmig im Stadtrat beschlossen. Das jetzt nach den erschreckenden Bildern der nicht weit entfernten Flutkatastrophe die Dorstener CDU-Fraktion nachfragt, ob unsere Stadt an der Lippe „im Falle eines Falles“ entsprechend vorbereitet ist, gehört zu den Pflichtaufgaben einer Ratsfraktion. Dass sie aber parallel einen Klimaschutz-Workshop anregt, zeigt, dass sie das selbst verabschiedete Klimaschutzkonzept nicht mehr „auf dem Schirm“ hat. Auf 180 DIN A-4-Seiten wurden nämlich auch mit ihrer Beteiligung für alle Dorstener Zielgruppen Maßnahmenkataloge erarbeitet und zur Umsetzung auf den Weg gebracht. Darunter auch das Kapitel „Maßnahmen gegen Hochwasser“ auf Seite 78. Den beteiligten Bürgern wurde zugesagt, in unregelmäßigen Abständen wieder eingeladen zu werden, um über die Aktualisierung des genannten Dokuments zu beraten. Bis heute, 7 Jahre danach, gab es kein sogenanntes „Expertentreffen“. Anstatt wieder nach einem neuen Klimaschutz-Workshop zu rufen, sollte einfach mal nachgelesen werden, welche guten Dokumente seit langer Zeit auf die Umsetzung warten.
Ein Zwischenruf aus Rhade in Richtung Dorstener CDU-Fraktion
Veröffentlicht am 05.08.2021
Vom politischen Aufsteiger ist wenig geblieben
2009 in Gladbeck. Die evangelische Kirche hatte zum Empfang eingeladen. Ehrengast: Armin Laschet. Sein Buch „DIE AUFSTEIGERREPUBLIK -ZUWANDERUNG ALS CHANCE“ hatte neugierig gemacht. Anders als „seine“ Union räumte er nämlich mit dem Vorurteil auf, Deutschland sei kein Einwanderungsland. Im Gegenteil. Zuwanderung sei notwendig und als Chance zu verstehen. 2009 gehörte er noch dem NRW-Kabinett als Minister für „Generationen, Familie, Frauen und Integration“ unter dem damaligen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers an. Sein Vortrag beeindruckte, der anschließende Buchverkauf florierte, das Signieren inclusive. Siehe Foto. Inzwischen ist er aufgestiegen. Völlig unerwartet löste er 2017 die beliebte Sozialdemokratin Hannelore Kraft als NRW-Ministerpräsidentin ab. Seitdem will er mehr. Nun will er auch Bundeskanzler werden. Die Frage, wofür Laschet steht, ist bis heute unklar beantwortet. In der Folge verlor er dramatisch in den Umfragen. Nun musste er sogar einräumen, das gut geschriebene Buch, siehe oben, in Teilen gar nicht selbst geschrieben zu haben. So ist noch ein Zacken aus seiner selbst aufgesetzten Krone gebrochen. Auch in der Flutkatastrophe gab und gibt er ein wahrlich schlechtes Bild ab. So ist das, wenn Politiker sich überschätzen. Am 26. September kann er auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden. Per Stimmzettel.
Ein Zwischenruf aus Rhade
Veröffentlicht am 04.08.2021
Bürgerforum präsentiert bisherige Ergebnisse
Zum 17. August werden alle Rhader Bürgerinnen und Bürger eingeladen, um bei Interesse Neues über die laufende Dorfentwicklungsinitiative zu erfahren. Bekanntlich wurde vor Monaten ein externes Planungsbüro beauftragt, um mit Online-Bürgerbeteiligung Ideen für Rhades Zukunft abzufragen. Die Beteiligung war gut, die Anregungen interessant aber nicht wesentlich anders, als die bereits mehrfach dokumentierten. „Rhade neu denken“, lautete zwar die Aufforderung, die aber das Vorhandene fast 1:1 bestätigte. Ein Bürger-Workshop, der sich eigentlich mit allen eingegangenen Bürgeranregungen befassen sollte, musste wichtige Themenfelder wegen zu geringer Beteiligung ausklammern. Noch ist nicht erkennbar, wie das erkannte Defizit ausgeglichen werden kann. Ob der der Ansatz, dem Bürgerforum (allein) zu überlassen, was, wo und wann an Zukunftsinitiativen umgesetzt werden sollte, richtig ist, darf hinterfragt werden. Ohne eine fachliche Führung, die nur vom Planungsamt der Stadt geleistet werden kann, werden die guten Bürgerideen nie zu einem funktionierenden Ganzen zusammengefügt werden können. Der Eindruck, dass die beiden Rhader Parteien, SPD und CDU, die in jahrzehntelangem ehrenamtlichen Engagement mit Bürgerbeteiligung nur noch indirekt eine Rolle spielen, kann sich auf Dauer für Rhade und Dorsten als eine fatale Fehlentwicklung herausstellen. Die engagierten Bürger, haben alle Unterstützung und Anerkennung verdient. Eine Dorfentwicklungs- oder Rahmenplanung ist aber nur dann wirklich erfolgreich, wenn alle kommunalen Aspekte berücksichtigt werden. Die genannten Parteien waren bisher Garant dafür, dass das funktionierte. Auch sie haben Respekt und Anerkennung verdient.
Ein kritischer Einwurf zur aktuellen Rhader Dorfentwicklungsdiskussion
Veröffentlicht am 03.08.2021
Gesundbeten allein hilft nicht
Vor knapp 3 (!) Jahren hat die Verwaltung auf Initiative der Rhader SPD das Thema „Ärztliche Versorgung in Rhade“ öffentlich in der VHS behandelt. Vorausgegangen war bereits im Oktober 2017 eine von den Rhader Sozialdemokraten organisierte Diskussionsrunde mit unseren beiden Ärztinnen, Dr. med. Marlies Weddeling und Marion Hüttermann vor Ort. Zwei Hausärztinnen für fast 6000 Einwohner? Das ist zuwenig, waren sich alle Diskutanten auf dem Podium der VHS einig. Darunter 2 Fachärzte und ein Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung. Als wichtigstes Ergebnis, neben allgemein geäußerter Unzuständigkeit, wurde dann doch festgehalten, dass für eine dauerhafte weitere halbe Stelle in Rhade „auf allen Ebenen“ geworben werden soll. Eine Nachfrage von Hans-Willi Niemeyer in der örtlichen Praxis zeigt, dass es seit September 2019 noch immer keine Verbesserung in diese Richtung gibt. Zurzeit werden die beiden praktischen Ärztinnen durch eine weitere Kollegin in der Ausbildung, die Rede ist von 2 Jahren, unterstützt. Ein Lichtblick zwar, aber noch keine dauerhafte Lösung. Werfen wir einen Blick auf die aktuelle Online-Umfrage der Stadtverwaltung zur „Dörflichen Entwicklung Rhade“. Folgende Bürger-Vorschläge warten darauf, endlich umgesetzt zu werden.
- Die ärztliche Versorgung ist in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung der Bevölkerungsentwicklung anzupassen.
- Ansiedlung von Fachärzten z.B. Kinderarzt, Frauenarzt, HNO usw.
Die Zukunft Rhades hängt auch von einer funktionierenden Infrastruktur ab. Eine breite ärztliche Versorgung gehört dazu.
Eigener Bericht, wird fortgesetzt
Veröffentlicht am 02.08.2021
Veröffentlicht am 01.08.2021