Fotokollage der präsentierten Themenbereiche (dh) Gesellschaft Eine beeindruckende Ausstellung im Bergbaumuseum Bochum ehrt Tisa von der Schulenburg - Schwester Paula

Alle bisherigen Präsentationen, die die Künstlerin Tisa v. d. Schulenburg - Schwester Paula - in den Mittelpunkt gestellt haben, ließen die Besucher beeindruckt zurück. Als besonders herausragend darf aber die aktuelle Ausstellung im Bergbaumuseum Bochum, die mit dem ungewöhnlichen Titel FÜHLST DU? wirbt, bezeichnet werden. In einem Nebentrakt des Museums in BO werden viele Kunstwerke der Dorstener Ehrenbürgerin (1903 - 2001) in besonderer Atmosphäre gezeigt. Dazu zählt die Lichtinstallation ebenso wie der Boden, der im ersten Teil der Ausstellung mit feinkörnigen Kohlekristallen ausgelegt ist, um so die Verbindung Tisas zum Bergbau eindrucksvoll zu unterstreichen. Die Themenbereiche Persönlichkeit, Holocaust, Flucht, Ausgrenzung und Ankunft werden mit Bildern, Skulpturen, Fotos, Scherenschnitten und persönlich gesprochenen Texten nachvollziehbar dargestellt. Die Erläuterung des ungewöhnlichen Titels liest sich in der Ausstellung so: „Die Frage Fühlst Du? öffnet Türen zu einer Haltung, die wesentlich ist, um Krisen aktiv zu begegnen. Denn Fühlen ist Voraussetzung für Verantwortung. Fühlen ist Ursprung von Handeln. Wer fühlt, ist nicht gleichgültig. Wenn ich fühle, kann ich nicht mehr so tun, als wäre mir die Welt egal.“ Eine passende Beschreibung für das Leben und das künstlerische Werk „unserer“ Dorstener Ehrenbürgerin Tisa von der Schulenburg - Schwester Paula.

Dirk Hartwich

Veröffentlicht am 23.02.2026

 

Gesellschaft Heute: 13 Uhr, Treffpunkt Altstadt, Geschwister Scholl-Platz 1

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Johannes-Rau-Platz am Bürgerbahnhof, dem Jüdischen Museum Westfalen, dem Treffpunkt Altstadt, grenzt der Geschwister-Scholl-Platz. Entstanden ist hier auf engem Raum ein besonderes Zentrum der Begegnung und Erinnerung. Heute wird eine Stele, von Schwester Paula gestaltet, im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung des Vereins für Orts- und Heimatkunde Dorsten, auf dem genannten Platz aufgestellt. Sie wird unübersehbar an die Gräueltaten der Nazis erinnern und uns Demokraten auffordern, nie nachzulassen, den Demokratiefeinden frühzeitig und mutig entgegenzutreten. Die Geschwister Scholl, die wegen des Verteilens von Flugblättern zur Todesstrafe verurteilt und hingerichtet wurden, ist der Platz und das Denkmal Schwester Paulas gewidmet. Dem Einladungstext des Vereins für Orts- und Heimatkunde entnehmen wir, dass die Geschwister Sophie und Hans Scholl als Mitglieder der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ am 22. Februar 1943, also genau vor 83 Jahren, hingerichtet wurden. Zur Erinnerung an die „Weiße Rose“ schuf Tisa von der Schulenburg eine Stele, die nun zum „Treffpunkt Altstadt“ verlegt und heute der Öffentlichkeit übergeben wird. Im Rahmen der Veranstaltung wird Sr. Benedicta Kimmeyer die Gedanken Tisas zu ihrem Kunstwerk vortragen, die heute noch ebenso aktuell sind wie zum Zeitpunkt ihrer Niederschrift im Jahre 1973. Als Gastredner begrüßen wir den ehemaligen ARD-Korrespondenten Hermann Vinke, der sich als Sachbuchautor insbesondere an jugendliche Leser gewandt hat, um ihnen den NS-Widerstand nahezubringen.

Veröffentlicht am 22.02.2026

 

Gesellschaft Bezahlbare Studentenwohnungen? Ein Positivbeispiel aus Paris (2)

Im Süden von Paris, in einer Parkanlage, verteilen sich mehrere Häuser in unterschiedlichster Bauweise. Die Postanschrift lautet: Cite International Universitaire de Paris. Eine kleine Stadt, ausschließlich für 7000 Studenten aus 150 Nationen, die hier nicht nur bezahlbaren Wohnraum vorfinden, sondern Teil eines beeindruckenden internationalen Projekts sind. Vor 100 Jahren, nach dem ersten Weltkrieg, wurde aus der Idee, junge Studierende zusammen lernen, wohnen, diskutieren, kochen und feiern zu lassen, Realität. Daran beteiligen sich bis heute viele Staaten, indem sie ein „eigenes“ Haus dort errichten. Zuvor müssen sie sich verpflichten, die Regeln der Cite zu akzeptieren: Toleranz, Respekt, Gleichheit, die Absage an jede Form der Diskriminierung, Freiheit des Geschlechts. Hier Studierende haben ein langes Bewerbungsverfahren durchlaufen. Sie profitieren von exzellenten Universitäten und bezahlbarem Wohnraum. Die einzelnen Länder geben ihren Häusern eigene Namen. Deutschland ist mit dem Maison-Heinrich-Heine vertreten. Russland und andere osteuropäische Länder sind (noch) nicht vertreten. China bietet zwar 300 Plätze, hat aber die Charta der Cite-Werte bisher nicht unterschrieben. Eine Voraussetzung lautet, dass mindestens 30% aller Plätze an Studierende aus anderen Ländern vergeben werden müssen. Die Folge: Das Chinesische Haus steht seit 2024 leer auf dem Gelände. Das Beispiel Paris kann sicherlich nicht 1:1 hier und da kopiert werden, zeigt aber, dass mit Kreativität und gutem Willen Berge versetzt werden können oder bezahlbarer Wohnraum errichtet werden kann. Nicht nur für Studierende. Übrigens haben seit der Eröffnung der Cite im Jahr 1925 über 450.000 junge Menschen aus aller Welt dort friedlich zusammen gewohnt.

Eigener Bericht auf Grundlage des ZEIT-Artikels "Wir sind friedlich, was seid ihr?" Vom 30.12.2025

Veröffentlicht am 21.02.2026

 

Auch Campingplätze nutzen wohnungslose Studenten. Ist aber keine Dauerlösung. Bundespolitik Es fehlen bezahlbare Studentenbuden - nicht erst seit gestern (1)

Warum nicht mit einem Sonderprogramm gegensteuern?

Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft. Bildung ist das größte Kapital, um auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen und unser Land zukunftsfähig aufzustellen. Obwohl wir das seit Jahren wissen, leisten wir uns einen Flickenteppich unterschiedlichster Schulformen. Ein negatives Alleinstellungsmerkmal. Parallel beklagen wir eine viel zu große Anzahl an Schulversagern. Obwohl das Versagen eher im System als bei den Schülern zu suchen ist. Viele, die dennoch mit einer Hochschulreife die Schule beenden, wollen studieren. Die größte Hürde ist aber nicht die Zulassung an der Uni XY, sondern fehlender Wohnraum in allen Städten, die sich mit dem Zusatz Universitätsstadt schmücken. Studentenwohnheime stehen in viel zu geringer Zahl zur Verfügung. Dann hilft nur noch der freie Wohnungsmarkt. Und hier gilt Marktwirtschaft pur. Je größer die Nachfrage, je höher die Miete. Studenten drängen in enge Wohngemeinschaften, müssen nicht selten horrende Summen zahlen. Ins Berufsleben starten sie dann häufig mit einem aufgelaufenen Schuldenberg. Mehrfach versprachen Regierungen, den Wohnungsbau zu fördern. Das Ergebnis ist seit Jahren ernüchternd. Mit einem Sofort-Sonderprogramm für bezahlbare Studentenwohnungen könnte ein deutliches Zeichen gesetzt werden, den überhitzen Wohnungsmarkt, besonders in Universitätsstädten, zu entlasten.

Rhader Wohnraum-Appell - Wird morgen mit einem positiven Beispiel aus Frankreich fortgesetzt

Veröffentlicht am 20.02.2026

 

Bereits vor 17 Jahren präsentierte Achim Schrecklein (SPD Rhade) den von allen Seiten gelobten Fahrradwegeplan Rhade. Kommunalpolitik Fahrradstraße in Rhade? Seit 17 Jahren diskutiert

Aktuell informiert die Dorstener Verwaltung über einen neuen Fahrradnetzplan. Wieder einmal. Eine gute Gelegenheit daran zu erinnern, dass bereits vor 17 (!) Jahren die Rhader Sozialdemokraten einen Vorschlag erarbeitet haben, der mehrfach im Rathaus und auch vor Ort auf Praktikabilität und mehr Verkehrssicherheit geprüft wurde. Immer lautete das Ergebnis: Ja - aber … Mal war es die Gesetzeslage, dann die klammen Finanzen, heute scheint es Vergesslichkeit zu sein. Zur Erinnerung: Parallel zur Lembecker- und Erler Straße verläuft der Schlehenweg, ein gut ausgebauter Wirtschaftsweg, das sogenannte Pättken und die Mainstraße. Von diese Achse, fast 3 Kilometer lang, sind alle Infrastruktureinrichtungen in Rhade per Fahrrad relativ verkehrssicher zu erreichen. Würde diese Achse die Bezeichnung Fahrradstraße tragen, könnte der hier benutzte Zusatz „relativ“, ersatzlos entfallen. Zählen wir nochmal auf, welche Ziele dann per Rad verkehrssicher erreichbar wären: Von Ost nach West: Kita Stuvenberg; Bahnhof Rhade; Sportzentrum; Kita Fröbelweg; ev. Kirche; Einkaufszentrum; Turnhalle und Grundschule; Friedhof; kath. Kirche; Arztpraxis; … Nun blicken wir über den Tellerrand in die nächste Nachbarschaft. Ob Erle, Marbeck, Heiden oder Borken - hier geht, was in Dorsten nicht geht. Seit 17 Jahren stellen wir uns die kurze Frage: „Warum nicht?“ Parallel leiten wir diesen Text an die Verwaltung und den Planungsausschuss der Stadt Dorsten. Vielleicht erhalten wir diesmal eine zufriedenstellende Antwort.

Veröffentlicht am 19.02.2026

 

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