Allgemein Für Sie gelesen: DIE PEST von Albert Camus*)

Parallelen zu CORONA sind frappierend - Sonntagsgedanken aus Rhade

Ein in den 1940er Jahren geschriebener Roman des späteren Literatur-Nobelpreisträgers setzt sich mit einer Pest-Epidemie in einer Großstadt auseinander. Um eine Pandemie zu verhindern wird die Stadt hermetisch abgeriegelt und militärisch bewacht. Die so Eingeschlossenen halten es anfangs für eine maßlose Übertreibung, bis die Sterbenden in der Nachbarschaft, im Bekanntenkreis und der eigenen Familie „ankommen“. Die medizinische Versorgung ist unzureichend, das Personal überfordert. Ein von der Regierung in die Stadt gelieferter Impfstoff, kaum wirksam, reicht gerade mal für wenige Menschen.  Nachdem allen klar wird, dass es tatsächlich die Pest ist, die in der Stadt wütet, macht sich Lethargie unter den Einwohnern breit. Gäbe es da nicht Persönlichkeiten, die mit Energie und gelebtem Humanismus gegen die Hoffnungslosigkeit im wahrsten Sinne des Wortes ankämpfen. So entstehen freiwillige Unterstützerteams, die in vielen Behelfskrankenhäusern die Infizierten versorgen und beim Sterben begleiten. Am Ende hilft auch ein in der Stadt entwickelter Impfstoff, der die Epidemie zum Abklingen bringt. Es kann „gelockert“ werden, so die gute Nachricht. Ausgelassene Freudenfeste auf der Seite der Davongekommenen, tiefe Trauer bei denen, die über den Verlust geliebter Menschen nicht hinwegkommen.

Der heutige Leser des „alten“ Romans wird fast auf jeder Seite „gezwungen“, das Beschriebene mit der Ist-Zeit, also unserer noch nicht beendeten Corona-Pandemie zu vergleichen. Eine erstaunliche Parallele.

Dirk Hartwich

*) Albert Camus 1913 - 1960; Nobelpreis 1957

Veröffentlicht am 11.07.2021

 

Kommunalpolitik Dorsten: Umstrittene Kreditgeschäfte der Verwaltung sind nicht vom Tisch

SPD-Fraktion hakt im Stadtrat nach

Die SPD stellte den Antrag, der Stadtrat stimmte zu. Die Gemeindeprüfungsanstalt soll einen neutralen Blick in die Bücher der Stadtverwaltung werfen. Seit Jahren werden nämlich Stimmen laut, dass die Verwaltung auf der Suche nach günstigen Krediten sich arg verrechnet hat. Andere sprechen von unverantwortlicher Zockerei. Ohne fundierten Sachverstand sind die getätigten Transaktionen nicht nachzuvollziehen. Ein riesiges Problem für den Stadtrat, der auch als Kontrollinstanz gegenüber der Verwaltung zu agieren hat. Nachdem Recherchen von außen, unter anderem von Berthold John (SPD-Rhade), nicht mehr beiseite geschoben werden konnten, wir berichteten auf dieser Internetseite ausführlich, wurde im Rat offen und öffentlich diskutiert. Am Ende siegte die Einsicht, dass eine neutrale Stelle, nämlich die Gemeindeprüfungsanstalt sich der Sache annehmen sollte. Das war im Mai 2021. Dirk Groß, stellvertretender Fraktionsvorsitzender fragte jetzt nach. Auszug aus seiner Stellungnahme: „Das Prüfbegehren liegt nach Auskunft der Verwaltung der Gemeindeprüfungsanstalt vor. Dort werde zurzeit geprüft, ob einzelne gestellte Fragen einer zu weit gehenden Rechtsberatung gleichkämen. Wenn dies so gesehen werde, wird die SPD es dabei nicht bewenden lassen. Im Zweifel muss eine Rechtsberatung erfolgen und wir gehen als SPD in die nächste Etappe zur Aufklärung von offenen Fragen."

Veröffentlicht am 10.07.2021

 

Thomas Kutschaty führt die Landes-SPD. Foto: spd-fraktion Landespolitik Alle Augen sind zwar auf Berlin gerichtet - Düsseldorf ist nicht weniger wichtig

SPD im Landtag zeigt Defizite der schwarz-gelben Landesregierung auf

Das kommt den zurzeit Regierenden im Düsseldorfer Landtag gerade recht. Der Ministerpräsident tourt im Land herum - alles andere im Kopf als NRW. Wäre da nicht die SPD-Fraktion mit Thomas Kutschaty an der Spitze um die „Schlafwagenpolitik“ der schwarz-gelben Landtagsmehrheit zu brandmarken, würde NRW weiter dahindümpeln. Et hätt noch emmer joot jejange, darf nicht länger der Maßstab für unser Land sein, so auch nicht wenige Kommentatoren von außen. Nun hat Thomas Kutschaty nachdrücklich gefordert, endlich Luftfilter in allen Klassen zu installieren, um gut durch den Corona-Herbst und Winter zu kommen. Man mag es nicht glauben, Laschet und Co. halten das für nicht erforderlich. Parallel wurde aber im gesamten Landtag entsprechend investiert und nachgerüstet. Im Volksmund heißt das kurz und knapp: „Da wird mit zweierlei Maß gemessen“. Thomas Kutschaty, der auch als SPD-Spitzenkandidat im Mai 2022 antreten wird, tut gut daran, Düsseldorf mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken. Die Konkurrenz wird nämlich in den nächsten Monaten nur noch mit sich selbst beschäftigt sein. Das haben NRW und seine Menschen nicht verdient.

Ein Zwischenruf aus Rhade

Veröffentlicht am 09.07.2021

 

Bildung & Forschung Investieren in die Zukunft heißt - in Bildung zu investieren

Die SPD hat da etwas vorzuweisen - muss aber immer neue Erkenntnisse berücksichtigen

Solange ist das noch gar nicht her, dass höhere Bildungsabschlüsse den Privilegierten und Reichen vorbehalten waren. Diese Ungerechtigkeit zu beseitigen gehörte zu den ersten programmatischen Aussagen der seit über 150 Jahren bestehenden Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Angefangen hat es mit sogenannten Arbeiterbildungsvereinen. Nicht zu vergessen, das systematische, flächendeckende Volkshochschulangebot, bis hin zur Abschaffung des Studiengeldes und der kostenfreien Kita. Die SPD war immer Vordenker, andere Parteien sprangen mit Zeitverzug auf den bereits fahrenden Zug. Nun gibt es eine Langzeitstudie*), die nicht nur die Schulen als wesentlichsten Faktor für Bildungsgerechtigkeit benennt, sondern das Elternhaus. In Kurzfassung: Die Eltern, die sich mit Ihren Kindern bereits im Säuglingsalter beschäftigen, mit ihnen spielen, ihnen vorlesen, mit ihnen singen und sprechen, diese Kinder haben einen unaufholbaren  Wissens-, sprich Bildungsvorteil gegenüber den bereits im Elternhaus „unterversorsorgten“ Kindern. Diese Differenz zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Schullaufbahn. Konkret: Schule und Erzieher können das nicht ausgleichen. Die SPD, die mit Arbeiterbildungsvereinen begann erfolgreich zu sein, muss diesen Aspekt in ihrer Zukunftsdiskussion künftig berücksichtigen.

Eigener Beitrag. Grundlage: ZEIT-Artikel „Ungerecht von Anfang an“, 10.06.2021

*) NEPS, Nationales Bildungspanel. Seit 2009 werden rund 60.000 Testpersonen immer wieder zu ihrer Bildungsbiografie gefragt und parallel das gesamte Umfeld

Veröffentlicht am 08.07.2021

 

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