„Neue“ Rhader Zukunftswerkstatt könnte auf vorhandene Dokumente zurückgreifen
In 3 Tagen trifft sich das Rhader Bürgerforum. Die Tagesordnung hat die Verwaltung aufgestellt. Es geht um die Bewertung der 205 Bürgerhinweise zu Rhades Zukunft. Interessierte Bürger können aus 9 vorgegebenen Schwerpunktthemen wählen, um „mitzubestimmen“, was für Rhade wichtig wäre. Wer einen Blick in die bereits vorhandenen, vom Stadtrat einstimmig beschlossenen Dokumente wirft, kann die mit Bürgerbeteiligung erarbeiteten Anregungen kopieren und vor Ort präsentieren. Sie haben nämlich an Aktualität nichts eingebüßt. Zwei weitere Beispiele:
Die Verwaltung fragt: Treffpunkte: Forksbusch und Mühlenteich. Welche Ziele wollen Sie erreichen?
Die Antwort im Rhader Rahmenplan 2014 lautet: Der Mühlenteich könnte durch die Anlage eines Weges mit Ruhebänken für Spaziergänger und für die Bewohner des gegenüberliegenden Altenheims freizeitmäßig genutzt werden. Für den Forks Busch besteht von Seiten der Rhader der Wunsch, den Park aufzuwerten und als Dorfpark zu nutzen.
Die Verwaltung fragt: Wirtschaftsförderung: Welche Ziele wollen Sie erreichen?
Die Antwort im Rhader Rahmenplan 2014 lautet: Die Stärke Rhades ist seine Lage im Grünen. Die Landwirtschaft nimmt einen hohen wirtschaftlichen Stellenwert ein. Hier ist Entwicklungspotenzial, das touristisch mit Naherholung zu verbinden ist. Die Leerstände in den Geschäftsbereichen sind zu reaktivieren. Dieses bedeutet große Anstrengungen der Eigentümer, sowie der Unterstützung der Wirtschaftsförderung. Für die Neuansiedlung von Gewerbebetrieben sollte die Baufläche am Höfer Weg abschnittsweise entwickelt werden. Defizite in der mittelfristigen Versorgung wird vor allen Dingen bei den Segmenten Bekleidung, Sportartikeln und, nach der Schließung der Schlecker-Filiale, bei Drogerieartikeln gesehen. Mit der Belebung dieser Segmente könnte der Dorfkern gestärkt werden. Hier sind unternehmerisches Handeln, gemeinschaftliche Anstrengungen der Rhader Unternehmer Gemeinschaft (RUG) und der Wirtschaftsförderung in Dorsten (WINDOR) und die Bereitschaft in die Immobilie zu investieren, um den Vermarktungswert zu erhalten / zu erhöhen, gefragt.
Wird am Mittwoch, 23.6. mit Teil 4 abgeschlossen
Veröffentlicht am 21.06.2021
Persönliche Sonntagsgedanken aus Rhade
„Aus der Geschichte lernen zu wollen bedeutet auch die
Entschlossenheit oder zumindest die Bereitschaft, „es“ in Gegenwart und
Zukunft besser zu machen …“ Vor 25 Jahren (1996) war es unser damaliger Bundespräsident Roman Herzog, der uns Nachhilfe im Geschichtsunterricht erteilte. Heute nimmt Frank-Walter Steinmeier, aktueller Bundespräsident den so gesponnenen Faden auf und erinnert uns in einer sehr persönlichen, emotionalen und großen Rede an die schrecklichen und monströsen Verbrechen der Nazis im Namen Deutschlands. Vor 80 Jahren (1941) griff die deutsche Wehrmacht Russland und die benachbarten Staaten überfallartig an und mordete im Verlauf 27 Millionen! Menschen, die zuvor in der Nazipropaganda zu lebensunwerten Untermenschen erklärt wurden. Frank-Walter Steinmeier:
„Es war die Entfesselung von Hass und Gewalt, die Radikalisierung eines Krieges hin zum Wahn totaler Vernichtung. Vom ersten Tage an war der deutsche Feldzug getrieben von Hass: von Antisemitismus und Antibolschewismus, von Rassenwahn gegen die slawischen und asiatischen Völker der Sowjetunion.“
Am 8. Mai 1945 endete das selbsternannte 1000jährige Reich in Trümmern. Die Aufarbeitung unserer jüngeren Geschichte wurde aber durch Schweigen und Verdrängen „auf die lange Bank“ geschoben. So haben 1956, also vor 65 Jahren, fünf Bundesrichter des Bundesgerichtshofs ihren „Kollegen“ Otto Thorbeck freigesprochen. Dieser hatte Dietrich Bonhoeffer und vier weitere Widerstandskämpfer am 8. April 1945, nur wenige Tage vor Kriegsende zum Tode verurteilt und sofort hinrichten lassen. Der Bundesgerichtshof attestierte dem „Hin-Richter“ Thorbeck, so die Süddeutsche Zeitung, ein „einwandfreies Verfahren“ geführt zu haben. Dieses Urteil hatte dann Signalwirkung für den "Persilschein" aller Nazirichter in unserem demokratischen Nachkriegsdeutschland. Davon profitiert hat auch Hans-Joachim Rehse, der 1968 (!) das Landgericht Berlin als freier Mann verlassen durfte. „Rehse hat als Richter des Freislerschen Volksgerichtshofs an mindestens 231 Todesurteilen mitgewirkt“.
Unsere jüngere Geschichte ist einfach zu schrecklich, um sie zu vergessen. Wir haben die Pflicht, daraus zu lernen. Wir alle!
Dirk Hartwich
Die Textausszüge der Reden von Roman Herzog und Frank-Walter Steinmeier wurden der Internetseite des Bundespräsidialamtes entnommen. Die weiteren kursiv gestellten Zitate wurden der Süddeutschen Zeitung entnommen. Heribert Prantl schrieb den Text "Der Hin-Richter" am 12./13. Juni 2021
Veröffentlicht am 20.06.2021
„Neue“ Rhader Zukunftswerkstatt könnte auf vorhandene Dokumente zurückgreifen
In 5 Tagen trifft sich das Rhader Bürgerforum. Die Tagesordnung hat die Verwaltung aufgestellt. Es geht um die Bewertung der 205 Bürgerhinweise zu Rhades Zukunft. Interessierte Bürger können aus 9 vorgegebenen Schwerpunktthemen wählen, um „mitzubestimmen“, was für Rhade wichtig wäre. Wer einen Blick in die bereits vorhandenen, vom Stadtrat einstimmig beschlossenen Dokumente wirft, kann die mit Bürgerbeteiligung erarbeiteten Anregungen kopieren und vor Ort präsentieren. Sie haben nämlich an Aktualität nichts eingebüßt. Zwei weitere Beispiele:
Die Verwaltung fragt: Was verstehen Sie unter „sanftem“ Tourismus? Welche Ziele wollen Sie erreichen?
Die Antwort im Rhader Rahmenplan 2014 lautet: Rhade ist das Dorf im Grünen. Von den 1.310 ha Gesamtfläche von Rhade werden nur rd. 16 % oder 200 ha für Gebäude und Hofflächen und Öffentliche Straßen, Wege und Plätze in Anspruch genommen. Rhade ist ein Ortsteil mit hohem Freiraumanteil, den es zu schützen und bewahren gilt. Eine behutsame Entwicklung in die Richtung sanfter Tourismus wird angestrebt. Jedoch sollten alle touristischen Aktivitäten aus den Naturschutzgebieten herausgehalten werden. Direktvermarktung mit Bauerncafe, jahreszeitlichen Festen und Übernachtungsmöglichkeit auf den Bauerhöfen kann der Landwirtschaft ein zusätzliches Einkommen sichern und der Naherholung für Wanderer und Radfahrer dienen.
Die Verwaltung fragt: An welchen Orten kann „Dorfgrün“ entstehen?
Die Antwort im Rhader Rahmenplan 2014 lautet: …fehlt dem Ortsteil ein durchgängiges Grünkonzept. Das zu entwickelnde Grünkonzept sollte sich an standortgerechten Gegebenheiten orientieren. Viele Flächen liegen unnötigerweise unter Asphalt. Eine Entsiegelung der Asphaltflächen auf das Maß der notwendigen Verkehrsflächen sowie deren Nutzung als unbebauter naturnah gestalteter Bereich würde das Kleinklima verbessern und die Regenwasserversickerung fördern. An ausgewählten Stellen sollte die Begrünung verbessert werden. Durch die Ausbildung von Siedlungsrändern könnte der Ortsrand sowohl ökologisch wie auch optisch verbessert werden.
Wird fortgesetzt
Veröffentlicht am 19.06.2021
Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident, hat eine beeindruckende Rede zum 80. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion gehalten. 27 Millionen Opfer die Nazideutschland zu verantworten hat, verpflichten uns zur Erinnerung.
https://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Frank-Walter-Steinmeier/Reden/2021/06/210618-D-Russ-Museum-Karlshorst.html
Veröffentlicht am 18.06.2021
Ein Rhader Blick auf die SPD und ihre Konkurrenten
100 Tage. Das ist nix. Wer jetzt nicht gut vorbereitet ist, „bestraft das Leben“. Oder wird bei der Wahl eine (negative) Überraschung erleben. Die SPD ohne Olaf Scholz ist wie Fußball ohne Tore. Er ist der sogenannte Ausputzer seiner Partei. Sie ist zwar gut programmatisch aufgestellt, wird aber viel zu wenig wahrgenommen. Das hat sie nicht verdient, weil sie ohne jede Übertreibung auch der Motor in der GroKo war. Übrigens nicht nur in der aktuellen! Die CDU ohne Angela Merkel muss sich neu erfinden. Nach „blutigen Hahnenkämpfen“ hat sie zwar einen ungeliebten Kandidaten, aber immer noch kein Programm. Die Grünen sind noch Umfrageweltmeister. Tendenz bröckelnd. „Wofür steht die Partei und ihre Kandidatin?“ Eine berechtigte Frage, 100 Tage vor der Wahl, die schon andere zum Straucheln gebracht hat. Die FDP profitiert eindeutig von der Schwäche der CDU. Ihr Frontmann ist das Chamäleon des Bundestages. Er wechselt die Farbe schneller als die Fußballer ihre Trikots. Die Linke hat zwei neue Frauen an ihrer Spitze. In einem Führungszeugnis würde stehen: „Sie haben sich stets bemüht“. Rechtsaußen? Nach den vielen, schlimmen und bewusst herbeigeführten Provokationen, Entgleisungen ist der richtige Begriff, hilft nur die ROTE KARTE. Noch 100 Tage. Der letzte Blick führt zurück zu Olaf Scholz. Gelingt es ihm und seinen SPD-Fans auf der Tribüne die Wahl zu einer Abstimmung über den besten Kandidaten zu machen, wird er siegreich vom Platz gehen. Am 26. September kennen wir das „Spiel“ - Ergebnis.
Veröffentlicht am 18.06.2021