Die Fragen werden drängender
Dorsten muss, um die Lippestadt zu verwalten, Geld in die Hand nehmen. Mehr als sie hat. Die Differenz gleicht sie mit Krediten aus. Also ein ganz normaler Vorgang. Kredite gibt es aber nicht umsonst. Banken als Geldgeber verdienen daran. Weil sie untereinander konkurrieren, bieten sie auch Finanzprodukte an, die nur noch Insider verstehen. Selbst Wetten gehören in diese Angebotspalette. Die Faustformel lautet: Das Risiko für den Kreditnehmer, also unsere Stadt, steigt immer dann, wenn der Eindruck des Rathauses vermittelt wird, ein besonders gutes „Kreditgeschäft“ vereinbart zu haben. Nun sieht es aber so aus, als ob in einem Fall nur zum Schein ein Kredit aufgenommen, dafür aber mit dem Zinssatz spekuliert wurde. Nicht heute, sondern kassenwirksam erst im Jahr 2033 beginnend, mit einer Laufzeit von 20 Jahren bis 2053! Kaum zu glauben? Doch! Berthold John ist tief in die Materie eingestiegen, hat alle öffentlichen Protokolle zu diesem Vorgang gesichtet und kritische Fragen gestellt. Nicht als Rhader SPD-Mitglied, sondern als besorgter Dorstener Bürger. Wir veröffentlichen ab morgen in mehreren Teilen seine gewonnenen Erkenntnisse und seine damit verbundenen Fragen an die Verwaltung und den Stadtrat.
Veröffentlicht am 07.04.2021
Veröffentlicht am 06.04.2021
Das Spekulieren an der Börse ist eine Fehlentwicklung
Seit 4 Jahren hat es in Deutschland zu wenig geregnet. Die Trockenheit schädigt unsere Wälder und stellt die Landwirtschaft vor neue Herausforderungen. Aber was bei uns schleichend erkennbar wird, hat sich an anderen Orten in der Welt bereits zur Katastrophe ausgewachsen. Ganze Landstriche sind trocken gefallen und somit unbewohnbar geworden. Inzwischen haben Spekulanten erkannt, dass mit dem wichtigsten Grundnahrungsmittel der Welt gezockt werden kann. An Chicagos Börse, einer der weltweit größten, können Investoren inzwischen die Rechte riesiger Wasserkontingente erwerben und mit entsprechendem Gewinn weiterverkaufen. Die Folge ist, dass Wasser zu einem Luxusgut mutieren wird. Armut und Landflucht nehmen zu. Alles ein Ergebnis des menschengemachten Klimawandels. Das Umsteuern hat zwar begonnen, wird aber kurzfristig die Wasservorräte tief unter uns nicht auffüllen können. Mit dieser Knappheit aber zu spekulieren, ist ethisch verwerflich. Für Deutschland bedeutet das, ohne Zeitverzug ein bundesweites Wassermanagement zu organisieren. Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Es gehört uns allen. Bei Svenja Schulze (SPD), Bundesumweltministerin, steht das Problem ganz oben auf der Agenda.
Eigener Bericht auf Grundlage des Artikels "Wasser - Nichts für Spekulanten". Süddeutsche Zeitung 24.03.2021
Veröffentlicht am 06.04.2021
„Gute Seiten - Schlechte Seiten“
In allen Umfragen der letzten Jahre bestätigt die große Mehrheit der Rhader Bürger, sich hier wohlzufühlen. Bei Nachfragen wird aber deutlich, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Bei einem Spaziergang von Ost nach West erreichen wir nach 2 1/2 Kilometern über die Lembecker Straße das Dorf, das auf eine über 800jährige Geschichte zurückblicken kann. Beeindruckend auf dem Weg dorthin ist die Baumallee, die leider nach der Bahnlinie riesige Lücken aufweist. Dominant im Dorf die katholische Kirche, die übrigens auch einmal den Protestanten Raum zur Einkehr bot. Ursprünglich gruppierten sich rundherum tiefgeduckte Fachwerkhäuser. Heute sind nur noch einige erhalten. Während westlich der Kirche die ringförmige Anordnung der Gebäude noch deutlich zu erkennen ist, wurde sie östlich durch den Bau der geraden Debbingstraße unwiederbringlich zerstört. Das Herzstück Rhades ist aber der zentrale Kirchplatz. Oder könnte es sein. Solange er komplett als Parkplatz angeboten wird, solange wird kein echter Begegnungsplatz entstehen können. Unser Ostermontag-Spaziergang endet hier mit der Erkenntnis: Wir haben viele wunderschöne Ecken gesehen, die Augen aber nicht vor erstaunlichen Defiziten der Planung, Bebauung und Begrünung verschließen können. Genießen wir noch den Ostermontag und nehmen uns vor, Rhade bei dem neuerlichen Versuch der "Überplanung", kreativ zu begleiten. Dazu sind die guten Seiten zu erweitern, die schlechten endlich zu eliminieren.
Veröffentlicht am 05.04.2021
Veröffentlicht am 04.04.2021