Gesellschaft Woher unsere Straßen ihre Namen haben – heute: Graf von Merveldt-Straße

Wo Geschichte uns täglich (unbewusst) begegnet

 

Die Verwaltung teilt uns auf eine Anfrage 1986 folgende Hintergrundinformation zur Rhader Graf von Merveldt-Straße mit:

  • Stichstraße (Am Kalten Bach) von Holtkamp nach Norden.
  • Geschichte: Familie von Merveldt seit 1668 Reichsfreiherrn, seit 1727 Reichsgrafen, 1702 Einheirat in ausgestorbene Familie von Westerholt, dadurch Erwerb des Schlosses und der Herrlichkeit Lembeck.
  • Bedeutende Vertreter der Familie: Maximilian Friedrich von Merveldt, 1764 – 1815, geboren in Münster, gestorben in Oxford, beigesetzt in Familiengruft in St. Michaelis Kapelle (Lembeck), Offizier, besondere Leistungen im Türkenkrieg 1787 – 1792, 1790 Eintritt in den Deutschritterorden, Feldmarschall in Österreich, bereitete Freiheitskrieg 1813 gegen Napoleon vor.
  • Felix Graf von Merveldt (1862 – 1926), Landrat des Kreises Recklinghausen (1894 – 1913), widmete sich u. a. besonders dem Ausbau der Straßen (u. a. Wulfener Straße), Regierungspräsident Münster, verwandt mit den Herren auf Schloss Lembeck, Gründung von Wasser und Bodenverbänden, Mitglied des Reichstags bis zum Tod

Anmerkung der Rhader SPD: Dass personenbezogene Straßennamen auch dem politischen Zeitgeist entsprechen, und somit sehr problematisch sein können, zeigen viele Beispiele nachträglicher Umwidmung. Eine historische Überprüfung und Neubewertung ist immer im Blickfeld zu behalten.

Veröffentlicht am 20.01.2021

 

Bericht RN 21.12.1995 Kommunalpolitik Rhade vor 25 Jahren – Ein Blick ins Privatarchiv

Bürgerinitiative gegen Asylanten – Unterstützung von ganz Rechtsaußen

 

Vor 25 Jahren verursachte ein Rhader Neubau im Kreuzungsbereich Erler Straße / Höfer Weg ein kommunalpolitisches Erdbeben. Ursprünglich für Aussiedler vorgesehen, wurde auch über eine Unterbringung von Asylbewerbern laut nachgedacht. Die dadurch ausgelösten Diskussionen und Leserbriefe führten in der Folge zu der Gründung einer Rhader Bürgerinitiative unter der Führung bekannter Rhader Namen. Einer aber war darunter, der als rechter Strippenzieher und Wortführer die Stimmung anheizte. Unvergessen die „Informationsveranstaltung“ der Bürgerinitiative im Saal der Gaststätte Nienhaus. 130 Rhader waren gekommen, um in der übergroßen Mehrzahl ihren geballten Unmut über die Verwaltung und einzelne Bürgervertreter freien Lauf zu lassen. Die Temperatur im Saal stieg von Minute zu Minute. Nicht wenige haben dabei ihren sonst kühlen Kopf und die Contenance verloren. Beleidigungen gegen Andersdenkende wurden frenetisch bejubelt. Und im Hintergrund der Strippenzieher Karl Höffkes. Seines Zeichens Verleger und Autor vieler rechter Schriften, Mitglied in Organisationen, die vom Verfassungsschutz erwähnt wurden. Die Ruhr Nachrichten baten ihn vor 25 Jahren um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen. „Ich distanziere mich von gar nichts, das hab’ ich gar nicht nötig“, so seine Positionierung. Einige Rhader Sprecher der BI zeigten sich zwar überrascht, eine Distanzierung von dem „Rhader“ Rechtsaußen wurde im Archiv aber nicht gefunden. Nachzutragen ist, dass im besagten Haus keine Schutzsuchenden Obdach gefunden haben. Auch nach 25 Jahren entwickelt sich beim Nachlesen ein bitterer Geschmack über die Art und Weise, wie mit Andersdenkenden in unserem Dorf umgegangen wurde.

 

Erinnerungen eines Rhader Zeitzeugens

Veröffentlicht am 19.01.2021

 

RSS-Nachrichtenticker

RSS-Nachrichtenticker, Adresse und Infos.

 

WebsoziCMS 3.9.9 - 007900498 -