Dorsten und der Fall „Paul“ - Eine kurze Erinnerung und Mahnung
Vor 6 Jahren beschloss das Dorstener Jugendamt einen 11jährigen (!) Jungen, abgestempelt als nicht erziehbar, eine Sonderbehandlung zur „Gesundung“ zu ermöglichen. Eine Firma, spezialisiert auf solche Fälle in mehreren Städten, bekam gegen ein fürstliches Honorar den Auftrag dazu. „Paul“, so der fiktive Name des Jungen, wurde nach Ungarn gebracht, um dort von einer männlichen, alleinlebenden „Fachkraft“ in einer heruntergekommenen Bauernkate auf Linie gebracht zu werden. Ein Verwandter des Jungen hinterfragte das Verfahren, machte sich dadurch im Dorstener Rathaus überaus unbeliebt, setzte sich aber hartnäckig durch. Unvergessen bleibt die öffentliche engagierte und emotionale Diskussion in Dorsten und dem ganzen Land. Es stellte sich nämlich heraus, dass „Paul“ kein Einzelfall war. Überforderte Jugendämter in NRW waren froh, mit Unternehmen zusammenzuarbeiten, die ihnen sogenannte Problemfälle abnahmen. „Paul“ war aber kein Problemfall. Nachdem er im wahrsten Sinne des Wortes aus Ungarn befreit und vom besagten Verwandten aufgenommen und betreut wurde, wechselte er ohne Umwege direkt aufs Gymnasium in eine NRW-Stadt außerhalb Dorstens. Heute ist „Paul“ 17 und wird im übernächsten Jahr sein Abitur machen. Seine Familie bestätigt, dass die Entwicklung seit seiner „Umsiedlung“ aus Ungarn problemlos verläuft und verlaufen ist. Die Mitarbeiter unserer Stadt, an der Spitze der Bürgermeister, müssten sich „täglich“ selbstkritisch fragen, was sie, nach dem Wissen von heute, alles falsch gemacht haben. Eine Entschuldigung gegenüber dem Jungen gab es übrigens nie. Ob es weitere Dorstener Kinder gibt, die vom Jugendamt zur besonderen Auslandserziehung Spezialunternehmen übergeben wurden, ist nicht bekannt. Die Sensibilität ist aber mit dem Fall „Paul“ überall gestiegen, Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen nicht abzuschreiben. Für „Paul“ kommt diese Erkenntnis zu spät. Zu wünschen ist, dass seine Entwicklung weiter so positiv verläuft. Dass er seine Odyssee, die er dem Dorstener Jugendamt zu verdanken hat, gänzlich vergisst, ist unwahrscheinlich.
Eigener Bericht
Veröffentlicht am 29.09.2020
Michael Hübner nicht zum Landrat gewählt
Es war ein sehr enges Kopf-an-Kopf-Rennen. 50,5% zu 49,5% (Dorsten: 64,23% zu 35,77%), so das offizielle Ergebnis der Stichwahl zum Landrat in unserem Kreis. Gewinner ist der christdemokratische Kandidat Bodo Klimpel aus Haltern. Gratulation aus Rhade. Michael Hübner ist in einer grandiosen Aufholjagd mit nur wenigen Stimmen unterlegen. Respekt und Dank! Nachdenklich macht die niedrige Wahlbeteiligung. In Dorsten lag sie bei knapp 26 Prozent aller Wahlberechtigten. Nachdenklich auch die kommunalpolitische Großwetterlage in Dorsten und im Kreis Recklinghausen. Die Farbe schwarz dominiert deutlich. Das führt nicht selten zu Überheblichkeit. Wir in Rhade werden die Entwicklung fair beobachten und kritisch bewerten. Michael Hübner wird als Landtagsabgeordneter und stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender in Düsseldorf sicherlich weiter „den ganzen Kreis RE im Blick" behalten. Wir Rhader Sozialdemokraten werden ihn dabei unterstützen.
Eigener Bericht
Veröffentlicht am 27.09.2020
Michael Hübner (SPD) kann neuer Landrat werden, wenn ...
NRW wird schwarz-gelb regiert, Dorsten tiefschwarz. Ein roter Tupfer in Recklinghausen würde uns gut zu Gesicht stehen. Konkret geht es heute darum, Michael Hübner, unseren SPD-Landratskandidaten zum Gewinner der Stichwahl zu verhelfen. Dazu müssen wir nur von unserem Wahlrecht Gebrauch machen. Michael Hübner wird neuer Landrat, wenn wir ihn heute unterstützen. Die Farbe ROT würde dann im Kreis RE hell leuchten. Ein Lichtblick im schwarz-gelben Land.
Der Sonntagsappell aus Rhade
Veröffentlicht am 27.09.2020
Drei Argumente, die überzeugen und für die Wahl am Sonntag entscheidend sind
- Klimaschutz: Wasserstoff gilt als klimaschonende Energie der Zukunft. Unsere Städte bilden eine der größten Industrieregionen – gerade hier können wir mit Wasserstoff enorm viel CO2 einsparen. Der Kreis RE muss deshalb zur Wasserstoffregion Nr. 1 werden. Wir brauchen aber auch eine Verkehrswende im Kreis, die zu den Bedürfnissen der Menschen passt. Eine Verkehrsgenossenschaft, die mit einem bezahlbaren und sauberen Nahverkehr wirbt, ist die umweltschonende Mobilitätsalternative zu dem wachsenden PKW- und LKW-Verkehr.
- Mittelstand: Der Mittelstand ist neben der Großindustrie das schlagende Herz des Kreises. Bestens ausgebildete Fachkräfte sind die Voraussetzung für die Zukunft. Berufskollegs, die hochmodern digital ausgestattet und vernetzt sind, gehören neben einer breit aufgestellten Schullandschaft ausdrücklich dazu. Die Förderung von neuen Ausbildungskonzepten wird helfen, für das Handwerk und Jobs von Morgen hochqualifizierten Nachwuchs zu gewinnen.
- Verantwortung: Ich bin mir bewusst, was es heißt, der „Vertreter“ von über 600.000 Menschen im Kreis Recklinghausen zu sein. Mein Slogan, „DEN GANZEN KREIS IM BLICK“ ist Programm. Ich werde Ansprechpartner und Brückenbauer sein. Als Landtagsabgeordneter und stellvertretender Vorsitzender der Düsseldorfer SPD-Landtagsfraktion habe ich mir die besten Voraussetzungen erarbeitet, unseren Kreis zukunftsfähig zu gestalten und für die Interessen unserer Menschen in Land, Bund und Europa zu kämpfen.
Eigener Bericht
Veröffentlicht am 26.09.2020
Das Rad muss aber nicht wieder neu erfunden werden
Die Pläne für Rhades Weiterentwicklung liegen in der Schublade. Anstatt sie herauszuholen, sie zu aktualisieren, mit ihnen die Umsetzung einzuleiten, werden sie (mal wieder) neu erarbeitet. Anstatt das mit eigenen hochqualifizierten Rathausmitarbeitern zu machen, die federführend mit großer Bürgerbeteiligung den aktuellen Rhader Rahmenplan gestaltet und dokumentiert haben, wird (mal wieder) eine externe Planungsgruppe beauftragt. Das kostet Zeit und Geld. Wichtiger und ärgerlicher ist, dass der jetzt angestoßene Prozess kein anders Ergebnis bringen wird als bereits vorliegende. 25 freiwillige Akteure aus Rhade und Lembeck, so werden sie in der städtischen Pressemitteilung genannt, haben an der. Auftaktveranstaltung teilgenommen. Sie haben bis zum nächsten Treffen „Hausaufgaben“ zu lösen, die die Planer von außen gestellt haben.
- Welche drei Themen haben aus Ihrer Sicht die größte Relevanz für die Entwicklung Ihres Dorfes Und warum?
- Identität: Wofür stehen wir? Was macht uns besonders? Wodurch unterscheiden wir uns von anderen?
- Vision: Wo wollen wir hin? Was wollen wir erreichen?
Ein Blick in den Rhader Rahmenplan reicht, um die passenden und bereits dokumentierten Antworten zu geben. Und die besonders herausgestellte geplante Online-Beteiligung interessierter Bürgerinnen und Bürger, ist auch nicht neu, sondern bereits praktiziertes Rathaus-Prozedere. Fazit: Alles was gut für unseren Lebensmittelpunkt ist, wird unterstützt. Das Rad muss aber nicht wieder neu erfunden werden.
Eigener Beitrag
Veröffentlicht am 25.09.2020