Neidisch blicken wir Rhader in die Lippestadt. In unsere Stadt. Seit 1975 sind wir ein gleichberechtigtes Teil Dorstens. Auf dem Papier. Das Gefühl, eher Rand- statt Landgemeinde zu sein, will aber einfach nicht weichen. Während in Dorsten mit Millionen MITTE gemacht wird, warten wir seit Jahren auf die Umsetzung des Rhader Rahmenplans. Während in Dorsten eine Brücke für fast 400.000 Euro neu lackiert wird, stolpern wir zum Beispiel auf der Debbingstraße weiter von einem Loch ins andere. Wer einmal mit dem Fahrrad Rhade von West nach Ost (3 km) quert, verzweifelt nicht nur über den teils unzumutbaren Belag auf dem Radweg, sondern muss noch 3 Mal die Fahrbahn wechseln. Seit Jahren beklagen wir die unzureichende Verkehrssicherheit. Seit Jahren ernten wir zwar Verständnis, auch im Rathaus, aber ein systematisches Umsetzen des kommunalen Versprechens, das Rhader Rahmenplan heißt, muss auf der Seite Fehlanzeige bilanziert werden. Die SPD im Stadtrat hat jetzt im Rahmen der Haushaltsberatungen nochmals darauf aufmerksam gemacht, dass das Sparen beim Rathauspersonal direkte negative Auswirkungen zeigt. Rhade wurde als Beweis für diese Kritik genannt. Richtig und gut so. „Nach MITTE muss RHADE jetzt oben auf der Tagesordnung stehen“, lautet unsere Forderung. Ein Lichtblick am Horizont ist erkennbar. Die Absichtserklärung der Verwaltung und des Rates lautet: Nach Abschluss von MITTE wenden wir uns dem ländlichen Raum zu. "Die Botschaft hör' ich gern, allein mir fehlt der Glaube", so hoffentlich hier eine unpassende Volksweisheit.
Da kann man noch soviel drum herum reden, ohne die Rhader Sozialdemokraten hätte es nie den neuen Rahmenplan für Rhade gegeben. Sie hatten im Jahr 2000 die Idee, sie haben die Verwaltung überzeugt, sie haben die Bürgerinnen und Bürger mitgenommen. Nur die örtliche CDU-Parteikonkurrenz war nicht zu bewegen, mit ins Boot RHADE einzusteigen. Sie suchte nach einem Sonderweg, den sie auch mit Hilfe der CDU-Mehrheit im Stadtrat bekommen hat. Statt öffentlich vor Ort die abschließenden Beratungen mit dem Bürger zu führen, wurde ein nichtöffentlich tagender Sonderausschuss gebildet. „Das geht gar nicht“, so das unmissverständliche Urteil der SPD. „Mehrheit ist Mehrheit“, so kann die Antwort der Christdemokraten in Rhade und Dorsten interpretiert werden. Anstatt zu schmollen, hat die SPD vor Ort „die Faust in der Tasche geballt“ und mitgeholfen, den neuen Rhader Rahmenplan fertig zu stellen. Und der kann sich sehen lassen. Seit 2014 dient er nun als Orientierung für alle geplanten neuen Aktivitäten in unserem Stadtteil. Schwerpunktthemen sind: Bauen, Soziales, Verkehr, Freiraum, Wirtschaft, Dorfkernentwicklung.
2001
Molkerei Borgmann schließt und eröffnet neu und größer in Coesfeld. SPD-Aktion „Wie finden Sie Ihr Dorf?“ mit 50 Fragen hat eine beeindruckend hohe Rücklaufquote und ist Grundlage für die weitere gesellschaftspolitische Arbeit in Rhade. Achim Schrecklein ist der Rhader SPD-Vertreter im Dorstener Stadtrat.
Obdachlosigkeit fällt nicht vom Himmel. Die Ursachen, die nicht selten zur Hoffnungslosigkeit führen, können analysiert und behoben werden. Ein funktionierendes Beispiel bietet die Obdachloseninitiative fiftyfifty mit Sitz in Düsseldorf. Seit 25 Jahren aktiv und immer noch gebraucht. Heute nötiger denn je. Fiftyfifty beeindruckt mit direkter Hilfe und kreativen Ideen. Fiftyfifty gibt den auf der Straße lebenden Menschen ein wenig Würde zurück, die jeder zum Leben braucht. Die Initiative hält uns, die wir (zufällig) auf der Sonnenseite leben, den Spiegel vor. Den Spiegel, die Schattenseite nicht zu übersehen. Ein Projekt, das Hilfe zur Selbsthilfe zum Ziel hat, ist der Verkauf der Straßenzeitung. Die Bitte der Zeitungsmacher lautet, sie auch zu kaufen und nicht nur Geld zu spenden. Erstens verdient die Zeitung, gelesen zu werden, zweitens hat das Verkaufen eine wichtige Funktion für den Verkäufer. Der direkte Kontakt hilft, Vorurteile abzubauen. Die Rhader Sozialdemokraten bitten um Unterstützung von fiftyfifty und allen Organisationen, die sich den Hilfsbedürftigen in unserer Stadt, in unserem Land und in der Welt zuwenden. Wir erinnern heute auch daran, dass vor genau 30 Jahren der Angela Schneider Fonds zusammen mit dem Verein Wohnen und Leben eine Veranstaltung in Dorsten mit dem Titel „Kein Dach über dem Leben“, siehe Foto, durchgeführt hat, um aufzuklären und finanziell zu unterstützen.
Sozialdemokraten sind Bereicherung für Rhade und Dorsten - gestern, heute und morgen
Ein liebevoll geschmückter Saal im Gasthaus Pierick schaffte von Beginn an eine gemütliche Atmosphäre. Absolut passend, um das laufende Jahr zu verabschieden und an die vorangegangenen 50 Jahre zu erinnern. 1969 verabredeten 5 Rhader, der schwarzen CDU-Übermacht endlich etwas Konkurrierendes entgegenzusetzen. Die Geburtsstunde des SPD-Ortsvereins Rhade war gekommen. Bei leckerem Festessen, das der Gastronom Gerd Pierick hervorragend zubereitete, wurde schnell locker geplaudert, Dönekes erzählt und Erinnerungen der vielen gemeinsamen Aktivitäten wach. Christoph Kopp, Vorsitzender, ließ die letzten 12 Monate Revue passieren, Dirk Hartwich, in einem sehr persönlichen Wortbeitrag, die letzten 50 Jahre. „Unsere ehrenamtliche Arbeit war für uns persönlich, für Rhade und für Dorsten absolut bereichernd“, so sein positives Fazit, verbunden mit dem Appell, als sozialdemokratischer Ortsverein und als stabiler Freundeskreis weiter zusammenzustehen.
Die Bewerbungsrede von Kevin Kühnert zum stellvertretendem Vorsitzenden der SPD ist der langersehnte Aufbruch nach vorne. Emotional, glaubwürdig und überzeugend. Mehr als ein Hoffnungsschimmer. Ein Motiv, wieder mitzumachen.