Ein Leserbrief an die Dorstener Zeitung
Vorbemerkung: Ein Leser aus Wulfen (Rainer Diebschlag) setzt sich kritisch mit der Ankündigung der CDU-Ratsfraktion auseinander, jetzt auch für Blühstreifen zum Schutz der Bienen und Insekten zu sein. Warum, so fragt er indirekt, haben sie das peinliche Schotterbeet am Windor-Gebäude, direkt neben dem Rathaus gelegen, nicht verhindert? Windor ist eine 100%-Tochter der Stadt.
Dirk Hartwich ergänzt die deutliche Stellungnahme um ein Zitat, das wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen:
Herausgeber: Stadt Dorsten
Titel: Integriertes Klimaschutzkonzept der Stadt Dorsten
Seite: 117
Überschrift: Grundstücke entsiegeln / naturnahe Gärten und Innenhöfe schaffen
Kurzbeschreibung: „Vorgärten und Innenhöfe werden zunehmend versiegelt. Durch entsprechende Informationsveranstaltungen, z. B. in Zusammenarbeit mit Gartenbaubetrieben oder Gartencentern sollen die Grundstückseigentümer über die Bedeutung einer naturnahen Garten- und Innenhofgestaltung informiert und zu Entsiegelungsmaßnahmen motiviert werden. …“
Anmerkung: Das Integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt Dorsten wurde 2014 einstimmig vom Rat der Stadt Dorsten verabschiedet. 36 Maßnahmen wurden dokumentiert, die im ersten Schritt verbindlich umgesetzt werden sollen. Darunter auch die genannte, die unter dem Kürzel SE 4 zu finden ist. SE seht für Stadtentwicklung und Verkehr.
Veröffentlicht am 11.05.2019
BÜRGERFORUM RHADE
EINLADUNG ZUR RADTOUR
EINWEIHUNG DES BAUMES DER UNSEREN NAMEN TRÄGT
WANN: SAMSTAG, 11. MAI, 13 UHR
TREFFPUNKT: KREUZUNG SCHLEHENWEG /
DILLENWEG AM BAUM DORSTEN
ZIEL: BÜRGERPARK MARIA LINDENHOF
(STADTKRONE) IN DORSTEN
Organisation: Team Bürgerforum Rhade
Dort soll der Apfelbaum, der unseren Namen RHADE trägt,
wachsen und blühen. Ein starkes Symbol der Verbundenheit
zwischen Rhade und Dorsten. Im Bürgerpark Maria Lindenhof,
den wir um 14 Uhr erreichen wollen, wartet ein interessantes
Programm auf alle Besucher aus den 11 Stadtteilen Dorstens.
Wir laden alle Rhader/Innen ein, mitzufahren!
Rhade ist ein starkes Stück Dorsten.
Das sollten wir unübersehbar zeigen.
Organisation: Team Bürgerforum Rhade
Veröffentlicht am 11.05.2019
Bürger wehren sich
Leserbriefe in einer Zeitung sind häufig ein Indiz für entstehende oder wachsende Unzufriedenheit der Bürger. Das ist jetzt auch wieder in Dorsten zu beobachten. Leserbriefe bringen manchmal etwas kurz und knapp auf den Punkt, wofür eine Rathausverwaltung und ihr Bürgermeister, wenn überhaupt, viele Worte benötigen. Hier sind ausschließlich Leserbriefe gemeint, die neben dem beschriebenen Problem nicht nur das Eigeninteresse, sondern auch das Gemeinwohl berücksichtigen. Zwei Beispiele:
- Die ungerechten Straßenausbaubeiträge müssen abgeschafft werden. Nicht ein Workshop, wie von der Verwaltung vorgesehen, ändert etwas an der Ungerechtigkeit, sondern eine klare Positionierung
- Lokaler Klimaschutz und Schotterbeete schließen sich aus. Statt drum herum zu reden, muss vor der eigenen Haustür (Windor) gekehrt werden. Sprich: Schotter raus, Blühstreifen rein.
In den letzten Monaten ist klar zu erkennen, dass die Bemühungen der Verwaltung, die Bürgerinnen und Bürger aktiv zu beteiligen, an ihre Grenzen kommen. Und zwar immer dann, wenn die Bürgermeinung sich einfach nicht mit der des Bürgermeisters und seiner Verwaltung decken lassen will. Und dann wird auch schon mal unmissverständlich gezeigt, wer am längeren Hebel sitzt. Und dann bekommt das gerne gezeichnete rosarote Bild dunkle Flecken.
Eigener Beitrag
Veröffentlicht am 10.05.2019
EUROPAWAHL im Mittelpunkt der Diskussion
Es gibt viele kommunale Themen, die für die Mitglieder der Rhader SPD wichtig sind, beispielhaft sei hier die Diskussion über die umstrittenen Straßenbaubeiträge genannt. Sie werden aber alle aktuell deutlich überlagert von der kurz bevorstehenden Europawahl. Am 26. Mai muss nämlich, so der Wunsch der Rhader Sozialdemokraten, ein deutliches Zeichen pro Europa und wider den Rechtsruck gesetzt werden. Beunruhigend ist, so der geplante Einstiegt in die Diskussion, dass nach einer Studie der Bertelsmannstiftung, besonders die Rechtsparteien sich international in der EU erfolgreich vernetzt haben. „Diese Mobilisierung wird zu einer hohen Wahlbeteiligung in diesem Wählermilieu führen“, heißt es sinngemäß. Ansporn genug für alle demokratischen und europafreundlichen Parteien, mit Argumenten und dem Stimmzettel dagegen zu halten. Christoph Kopp, Vorsitzender, wird am heutigen Donnerstag, 9. Mai, um 18.30 Uhr den Meinungsaustausch im Gasthaus Pierick eröffnen. „Interessenten willkommen", so Christoph Kopp abschließend.
Veröffentlicht am 09.05.2019
Dorstener SPD erinnert an erkämpftes Frauenwahlrecht vor 100 Jahren
Der erste Eindruck beim Betreten des Gemeinschaftshauses am Sonntagnachmittag ließ die Vorfreude auf das Kommende sprunghaft wachsen. Die Akteure der Veranstaltung begrüßten die 100 Besucher, bekleidet in der Mode um 1919, um sie so in die Geschichte des Kampfes um Gleichberechtigung mit eintauchen zu lassen. Obwohl das hartnäckige Ringen der Frauen deutlich länger als 100 Jahre andauerte, konnte der entscheidende Sieg erst 1919 errungen werden. Erstmals konnten alle Bürgerinnen, über 20 Jahre alt, an der Wahl zur Nationalversammlung teilnehmen. Aktiv und passiv. Grund für die Dorstener SPD mit ihrer Vorsitzenden Jennifer Schug an das revolutionäre Ereignis in besonderer Form zu erinnern. Und es waren Frauen an diesem Tag, die nachhaltig in ihren beeindruckenden Wortbeiträgen aufzeigten, dass das Gerede vom schwachen Geschlecht zu keinem Zeitpunkt gerechtfertigt war.
Ulrike Westkamp, seit 2004 Bürgermeisterin in Wesel, ließ die Geschichte Revue passieren und erinnerte an die starken sozialdemokratischen Frauen der damaligen Zeit, die ihre zugewiesen Rolle, nur als Mutter und Hausfrau wahrgenommen zu werden, endlich abstreifen wollten, um mitzubestimmen. Ein wahrlich revolutionärer Akt. In einer kurzen Schauspielsequenz wurde aber deutlich, dass der Mann und alleiniger Geldverdiener zu dieser Zeit, daraus seine Vorrangstellung autoritär ableitete.
Es war Edelgard Moers, unter anderem Vorsitzende des Heimatvereins der Herrlichkeit Lembeck und der Stadt Dorsten, die danach nicht nur an die starken Dorstener Frauen der damaligen Zeit erinnerte, sondern beeindruckend aufzeigte, dass es sie bis heute gibt. In der Politik, im Beruf, in der Familie. Aber, so ihre Analyse, das vor 100 Jahren errungene Wahlrecht ist noch nicht gleichbedeutend mit gelebter Gleichberechtigung verbunden. Wenn nur 18 Prozent der Dorstener Ratsmitglieder Frauen sind, dann ist das ein eigentlich nicht zu verstehendes Missverhältnis.
Mit einer weiteren Schauspieleinlage wurde das eben Gehörte nachhaltig bestätigt. Gleiche Rechte bedeuten auch gleiche Pflichten. Den im Publikum sitzenden Männern, darunter auch einige der Dorstener Parteien, werden die Ohren geklingelt haben.
Beate Pliete war aus Haltern gekommen, um vorzutragen, dass der Kampf um die Gleichberechtigung und Gleichstellung der Frau noch lange nicht abgeschlossen ist. Selbst Fraktionsvorsitzende der Halterner SPD, verstand sie es hervorragend, den Bogen der Geschichte bis in die Echtzeit zu spannen. Gleiche Arbeit, gleicher Lohn? 50% Bevölkerungsanteil aber nur wenige Führungspositionen in der Wirtschaft? „Es gibt noch viel zu tun, packen wir es an“, so ist ihr deutlicher Appell zu interpretieren.
Jennifer Schug zeigte sich abschließend zufrieden, dass es mit der Veranstaltung gelungen ist, die Geschichte der Frauenbewegung in Worten und Schauspiel zu verdeutlichen. Aber, so ihr Fazit, es ist kein abgeschlossenes Kapitel. Die am 26.Mai bevorstehende Europawahl muss genutzt werden, um dem stärker gewordenen Nationalismus etwas entgegenzusetzen und insbesondere die Ewiggestrigen, die auch heute noch gegen die Gleichberechtigung agieren, in ihre Schranken zu verweisen. Eine gelungene Veranstaltung der Dorstener SPD in einem besonderen Format.
Veröffentlicht am 08.05.2019