Gegen unfaire Artikel kann man sich wehren – Ein Beispiel
Selbst in einer renommierten Wochenzeitung erscheinen manchmal Berichte über das Handeln von Politikern, die die Grenze zu fairem Journalismus deutlich überschreiten. In einem ganzseitigen Artikel wird Ende März der NRW-Innenminister Ralf Jäger förmlich auseinandergenommen. Die Überschriften: „Ich doch nicht“ und „Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger stolpert von Fehler zu Fehler. Aber schuld sind immer die anderen“, lässt schon erahnen, dass da einer sein eigenes politisches Süppchen kochen will. Aber lassen wir mal alles parteipolitisch Gefärbte beiseite und konzentrieren uns nur auf den folgenden veröffentlichten Absatz:
„Der Mann aus NRW ist im Kreis der Innenminister eine Ausnahmeerscheinung. Jäger ist kein Jurist wie die meisten seiner Kollegen. Dafür hat er das Rechtsempfinden der Menschen jahrelang am Tresen studiert. In jungen Jahren arbeitete Jäger als Zapf-Aushilfe in der Duisburger Stahlarbeiterkneipe seiner Mutter.“
Der kritische Leser traut seinen Augen nicht und schreibt einen Leserbrief, der mit folgender Ankündigung per E-Mail veröffentlicht wurde: „Ihr Kommentar erscheint uns so interessant, dass wir ihn auf der Leserbriefseite der aktuellen Ausgabe abdrucken werden“.
Der komplette Leserbrief im Wortlaut, anschließend die veröffentlichte Form sowie ein Fazit:
Veröffentlicht am 18.04.2017
9.1994 trat ich in die SPD ein. Die Partei stand mir grundsätzlich schon nahe, aber ich kann nicht behaupten, eine politisch engagierte Jugend verbracht zu haben. Ich war zu beschäftigt mit Studieren, nebenbei Geld verdienen und Sport. Doch jetzt trat ich ein.
Die Partei hatte zuvor in Mülheim eine bittere Niederlage einstecken müssen. Ich bot meine Unterstützung an. Ich wollte was zurückgeben. Gleich 1995 kandidierte ich für den Vorstand der SPD Mülheim und wurde auch gewählt – was nicht unbedingt den Vorstellungen der damaligen Parteiführung entsprach.
Bei der Wahl der Kandidatinnen und Kandidaten zur Landtagswahl 2000 rechnete ich mir keine großen Chancen aus. Doch zur allgemeinen Überraschung wurde ich dennoch gewählt. Und ab diesem Zeitpunkt ging es Schlag auf Schlag weiter.
Veröffentlicht am 17.04.2017
7. Mein Mann Udo wuchs in der Nachbarschaft von uns auf, aber so richtig kannten wir uns damals nicht. Ich bin mir allerdings recht sicher, dass er mir damals auf dem Schulweg immer Juckpulver in den Rücken gesteckt hat. Er dementiert das aber und spricht von „Gedächtnislücken“.
Wir haben uns ausgerechnet an Altweiber 1992 in einem Weinlokal wiedergetroffen und Hals über Kopf ineinander verliebt. Dass eine Karnevalsbeziehung so lange hält – wer hätte das gedacht? 1993 kam unser Sohn Jan zur Welt.
Veröffentlicht am 16.04.2017
Mitgliederversammlung zu ungewöhnlicher Zeit
Die Versammlung auf 17 Uhr zu legen, war ungewöhnlich und mutig. Aber Christoph Kopp, Vorsitzender der Rhader Sozialdemokraten wollte damit den Fußballbegeisterten in den eigenen Reihen Gelegenheit geben, das eine wie das andere wahrzunehmen. Und es zahlte sich aus. Ein erstaunlich guter Besuch zeigte, dass das Interesse an politischer Teilhabe weiter gestiegen ist.
Dass sich die Diskussionen überwiegend um die bevorstehende Landtagswahl am 14. Mai drehte, mit Hans-Peter Müller war auch der direkt gewählte Landtagsabgeordnete vor Ort, war nahe liegend. „Unser Ziel ist, ausschließlich mit unserer Leistungsbilanz zu überzeugen und von außen gesteuerten Koalitionsspekulationen keinen Raum zu geben“, so Hans-Peter Müller, der zur Wiederwahl im Wahlkreis 72, Rhade gehört dazu, antritt.
„Mit kreativen Aktionen werden wir verdeutlichen, dass Hannelore Kraft mit ihrem „DER NRW-PLAN“, so der Titel des Wahlprogramms, auf unsere Unterstützung uneingeschränkt zählen kann“, so Christoph Kopp bei der Vorstellung eines voll gefüllten Rhader Terminkalenders. Eine eigene Stadtteilzeitung gehört ebenso dazu, wie selbst gestaltete Plakate, die sich von den Standards der Werbeagenturen, die die Parteien regelmäßig beauftragen, abheben. „Mit mobilen Informationsständen an verschiedenen Punkten Rhades wollen wir Präsenz und Diskussionsbereitschaft signalisieren“, so Christoph Kopp zusammenfassend. Besonders warb er für die Veranstaltung „Schwimm Dich frei“ am 30. April in Dorsten. Dort will sich die Dorstener SPD in neuer, frischer Form präsentieren. Das Konzept dazu hat auch den Bauminister Michael Groschek überzeugt. Seine spontane Zusage, um 11 Uhr in der Galerie der Traumfänger, auf dem früheren Gelände der Zeche Fürst Leopold dabei zu sein, zeigt, dass die „Dorstener SPD lebt“, so ein Aktiver, der zum Organisationsteam dieser Veranstaltung gehört.
Veröffentlicht am 15.04.2017
5.Mein Wunschstudium war Jura. Aber man hörte überall von den hohen Abbruch- und Durchfaller-Quoten. Davor hatte ich Angst. Das konnte ich mir nicht leisten, am Ende ohne Abschluss dazustehen! Ich habe dann Wirtschaftswissenschaften studiert.
Heute bin ich energische Gegnerin der Studiengebühren. Ich weiß wirklich nicht, wie ich die auch noch hätte schultern sollen. Es war alles so schon schwer genug. Nochmals 500 Euro pro Semester dazu – also mindestens 4000-5000 Euro insgesamt plus Zinsen – unmöglich! Ich bin davon überzeugt: Ohne die SPD hätte ich weder Abitur gemacht noch studiert. Es war ihre Politik der Durchlässigkeit im Bildungssystem, die mich gefördert hat. Auch wenn ich das erst später richtig begriffen habe.
Veröffentlicht am 14.04.2017