Eine Momentaufnahme
Nun steht er unübersehbar am Kanal – der neue Dorstener Einkaufstempel, Mercaden genannt. Zeitungsberichte über die Eröffnung und wohlmeinende begleitende Leserbriefe haben neugierig gemacht. Jetzt also der erste Besuch. Vorab eine wichtige Eingangsbemerkung: Den Geschäftsleuten, den Mitarbeitern und der Stadt ist Erfolg zu wünschen. Der wird sich dann nachhaltig einstellen, wenn viele Käufer, nicht nur Besucher kommen. Nun also zur vorsichtigen Kritik, die als Momentaufnahme zu verstehen ist.
Das Gebäude außen: Ein gewaltiger Komplex, der die Innenstadt vom Kanal und einer möglichen attraktiven Flaniermeile tatsächlich abriegelt. Nicht besonders clever. Innen: So, wie man Einkaufszentren kennt. Was sollte da auch anders sein? Die gleichen Geschäfte, die bekannte Anordnung, kurz: die Austauschbarkeit zu anderen Centern ist mit den Händen zu greifen. War es das, was Dorsten gefehlt hat? Noch will dem kritischen Betrachter nicht ganz einleuchten, warum dann das „alte Lippetorzentrum“ gescheitert ist und abgerissen werden musste. Das Geschäftsangebot war zur damaligen Eröffnung sogar deutlich breiter aufgestellt. Wie gesagt, heute nur eine Momentaufnahme.
Eigener Bericht
Veröffentlicht am 06.04.2016
Wenn ein Briefkasten erzählt
„Eigentlich bin ich ganz unscheinbar. Ich bestehe aus einer Einwurfklappe und einem kleinen Auffangbehälter dahinter. Der Name meines Briefkastens sagt nur den Menschen etwas, die nie öffentlich auftauchen. Obwohl ich in fantastischer Umgebung auf einer verwunschenen Insel irgendwo in der weiten Welt in einem unscheinbaren Gebäude eingebaut wurde, kommt bei mir nie oder selten Post an. Es gibt auch keinen Klingelknopf, um nachzufragen. Aber ich bin wichtig und ungemein wertvoll. Ich vertusche nämlich illegale Geldströme von Einflussreichen und Superreichen. Obwohl die eigentlich schon genug haben, sind sie gierig. Sie wollen einfach nicht mit den normalen Menschen, die für ihre Einnahmen Steuern entrichten, damit davon Bildung, Gesundheit, Infrastruktur … bezahlt wird, in einen Topf geworfen werden. Sie wollen nicht teilen. Sie wollen schlicht den Staat „bescheißen“. Pardon, ein Wort, das mir so rausgerutscht ist. Jetzt haben Presseleute, die auch als 4. Gewalt eines demokratischen Staates bezeichnet werden, das Geheimnis unserer Briefkastenkommune öffentlich gemacht. Nicht nur unsere Eigentümer sind darüber sauer, auch wir Briefkästen sorgen uns um unsere Zukunft. Aber vielleicht ist es gut, dass jetzt alles rauskommt. Wir Briefkästen konnten nämlich, ganz im Gegenteil zu unseren Eigentümern, in letzter Zeit nicht mehr ruhig schlafen. Sicherlich wird es für uns eine Auffang- und Umschulungsgesellschaft geben. Vom Steuerzahler finanziert. Ist doch klar. In diesem Sinne blicken wir „Schlitzohren“ der Zukunft hoffnungsvoll entgegen“.
Eigener Bericht
Veröffentlicht am 05.04.2016
800 Jahre wollen 2017 gefeiert werden
„Rhade trifft sich“, diesen pfiffigen Namen gab sich spontan ein offener Arbeitskreis des Bürgerforums Rhade. Eine Ideenschmiede, um unseren Lebensmittelpunkt noch attraktiver zu gestalten und neuen Herausforderungen gemeinsam zu begegnen. 1217, so die Chronik, „erblickte Rhade das Licht der Welt“. Also 2017 vor 800 Jahren. Ein runder Geburtstag, der gefeiert werden will. Zur Ideensammlung, wie das geschehen könnte, heißt es am kommenden Donnerstag, 7. April, um 19.30 Uhr im Gasthaus Pierick: Rhade trifft sich!
Eigener Bericht
Veröffentlicht am 04.04.2016
- Flüchtlingskrise gelöst? Deutsche Vorwürfe an Ungarn, Slowenien, Bulgarien. Kroatien, Mazedonien, Österreich, ihre Grenzen für Flüchtlinge einseitig geschlossen zu haben, vom Tisch? Die EU-Kommission abgetaucht?
- Türkei wird wichtigster Partner für Deutschland und Teile der EU. Das Abkommen über die Rücknahme von Flüchtlingen, gekoppelt mit Milliardenzahlungen, steht. Kritische Fragen, z. B. nach der Pressefreiheit in der Türkei? UNERWÜNSCHT!
- Erdogan versteht keinen Spaß. Satire schon gar nicht. Unsere Regierung muss offiziell erklären, dass unsere Werte (Pressefreiheit) nicht verhandelbar sind. Wie gesagt, Türkei wird unser wichtigster Partner …
- Der Krieg in Syrien geht unvermindert weiter. Palmyra, die Stätte des vom IS teilweise zerstörten Weltkulturerbes, wurde von Syriens Assad-Truppen „zurückerobert“. Noch vegetieren Millionen Opfer des Krieges unter unmenschlichen Bedingungen in vielen Lagern, schon wird zum Wiederaufbau und Spenden dafür aufgerufen. Zynismus oder Realpolitik?
- Nordkoreanische Zwangsarbeiter in Polen? Mitten in der EU? Tatsächlich werden sie, streng bewacht, in einem landwirtschaftlichen Betrieb in unserem EU-Partnerland eingesetzt. Zur Devisenbeschaffung der nordkoreanischen Diktatur scheint das kein Einzelfall zu sein. Bisher wurden die Arbeiter überwiegend nach Russland und China, aber auch in die arabischen Emirate „geschickt“. Jetzt also auch in unsere Wirtschafts- und Wertegemeinschaft. Die EU-Kommission sinngemäß auf Nachfrage von Parlamentariern: Wenn das so ist, sind die Gesetze der EU-Mitgliedsländer anzuwenden. Punkt. Ist denn das umfassende Handelsembargo der Weltgemeinschaft nur ein Papiertiger?
Eigener Bericht
Veröffentlicht am 03.04.2016
Lembecker Landwirte überziehen und schaden sich selbst
Mit 3-monatiger Zeitverzögerung wurde jetzt in der Dorstener Zeitung über einen Vorgang berichtet, der bereits im Dezember 2015 für Irritationen und Kopfschütteln sorgte. Mit „Sorge um unser Grund- und Trinkwasser“ war der Aufsatz überschrieben, den der Unterzeichner bereits im Mai 2015 verfasst und der Redaktion des überregional geachteten Heimatkalenders zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt hat. Obwohl an keiner Stelle die Landwirtschaft pauschal für die weiterhin viel zu hohe Nitratbelastung in unserem Grundwasser verantwortlich gemacht wurde, forderten einige Landwirte die sofortige Vernichtung des Heimatkalenders und/oder einen Verkaufsstopp. Das überzogene und undemokratische Ansinnen eines Teils einer Berufsgruppe wurde von der gesamten Redaktion einhellig und mit Nachdruck zurückgewiesen. Der Heimatkalender 2016 wurde von vielen Autoren mit ca. 50 Beiträgen zu einem spannenden und interessanten Jahrbuch unserer Region verarbeitet. Ein Muss für jeden aufgeklärten Dorstener Bürger. Meine Empfehlung: Durch Kauf eines Buches (10 Euro), Solidarität mit der Heimatkalenderredaktion zeigen.
Dirk Hartwich
Hier können Sich bereits jetzt ein Bild über den "Vorgang" machen - Der Aufsatz im Wortlaut:
Veröffentlicht am 02.04.2016