Gesellschaft Tarnen, tricksen und betrügen – erst kommt das Fressen, dann die Moral

Deutsche Konzerne schädigen Ruf und Aktionäre

Steuerhinterziehung, Frühstückskartelle, Zinsmanipulationen, üble Nachrede, gelinkte Insolvenzen, Schrottpapiere, Bestechung im großen Stil, Waffenverkäufe in Krisengebiete, Unterlaufen von international verhängten Sanktionen gegenüber „Schurkenstaaten“, … – es gibt anscheinend nichts, was es nicht gibt. Nicht wenige unserer global agierenden Konzerne verkaufen nicht nur Qualität „Made in Germany“, sondern polieren seit Jahren ihre Bilanzen, ihre Gewinne, ihre Bonuszahlungen mit krimineller Energie kräftig auf. Zwei Beispiele neueren Datums:

  • die Deutsche Bank hat schon Milliarden! Euro Strafgelder zahlen müssen, weil sie auf vielen Geschäftsfeldern betrogen hat. Weitere Verfahren laufen.
  • Volkswagen hat die Abgaswerte in den USA (nur da?) manipuliert. 18 Milliarden! Dollar Strafe drohen.

Erkenntnis: Die drakonischen Strafen wurden zu Recht ausgesprochen. Betrug ist Straftatbestand! Das kriminelle Handeln der Akteure beweist, das Bertold Brecht mit der Formulierung: "Erst kommt das Fressen, dann die Moral", eine Punktlandung geglückt ist. Viele unserer Konzerne beweisen, dass sie viel stärker als bisher kontrolliert werden müssen. Welche Rolle spielt eigentlich der Aufsichtsrat, i. d. R. zur Hälfte bestehend aus Arbeitnehmervertretern?

Eigener Bericht

Veröffentlicht am 22.09.2015

 

Bundespolitik TTIP: neuer Vorschlag der EU-Kommission

Durchbruch bei den Schiedsgerichten

Die EU-Kommission hat am Mittwoch einen Vorschlag für einen neuen, modernen Investitionsschutz im transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP vorgelegt. „Das ist ein Durchbruch“, begrüßte Matthias Machnig (SPD), zuständiger Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, den Reformvorschlag aus Brüssel.

Die EU-Kommission hat eine umfangreiche Reform des aktuellen Schiedsgerichtssystems vorgeschlagen. Die umstrittenen privaten Schlichtungseinrichtungen für Streitigkeiten zwischen Konzernen und Staaten sollen demnach durch ein transparenteres System abgelöst werden, das in seiner Funktionsweise deutlich mehr traditionellen Gerichten entspricht.

Transparenz, Legitimation und Rechtsstaatlichkeit

„Wir wollen ein System einrichten, dem die Bürger trauen“, erklärte die zuständige 

Veröffentlicht am 21.09.2015

 

Gesellschaft Ich erinnere mich ...


Ungarische Flüchtlinge werden willkommen geheißen

Ungarnaufstand 1956. Die Menschen wehren sich gegen Bevormundung und demonstrieren für Freiheit und Demokratie. Die Regierung lässt auf die friedlich Demonstrierenden schießen. Später greift der Warschauer Pakt unter Führung der Sowjetunion mit Panzern ein. Der Traum von Freiheit ist ausgeträumt. Eine Fluchtwelle hatte bereits vorher eingesetzt. Viele Ungarn, darunter eine große Anzahl Musiker, "stranden" in Marl, unserer Nachbarstadt. Sie werden willkommen geheißen. Kleinere Mehrfamilienhäuser werden eigens gebaut, um eine schnelle Integration zu ermöglichen. Das Orchester Philharmonia Hungarica entsteht und verhilft Marl und NRW zu besonderer Aufmerksamkeit. Ungarn ist heute Mitglied der europäischen Union und somit Mitglied dieser Wertegemeinschaft. Offensichtlich nur auf dem Papier. Die jetzt Regierenden haben nichts gelernt und vergessen, wie sie behandelt wurden, als die Not am größten war.  

Dirk Hartwich   

Veröffentlicht am 20.09.2015

 

Allgemein Der Buchtipp zum Flüchtlingsdrama


Früchte des Zorns 

1939 wurde der hoch gelobte und vielfach ausgezeichnete Roman von John Steinbeck veröffentlicht. Authentisch, dramatisch und mitfühlend zeichnet er das Bild von Flüchtlingen in Amerika, die versuchen, ins "gelobte Land" Kalifornien zu kommen. Bitterste Armut, verursacht durch eine lange Dürreperiode, hat sie veranlasst, die Heimat zu verlassen und einen Neuanfang im Westen zu wagen. Auf dem Weg dahin erleben sie Ablehnung, Hass und Ausbeutung. Untergebracht in eigens geschaffenen Lagern vegetieren sie dahin und - geben die Hoffnung nicht auf. 
Wer die täglichen Bilder des Flüchtlingstrecks im TV sieht, kann es kaum glauben, dass John Steinbeck 76 Jahre zuvor etwas beschrieben hat, das sich heute erschreckend wiederholt. 
Wirklich lesenswert.

Eigener Bericht   

Veröffentlicht am 19.09.2015

 

Gesellschaft Kultur für alle - Dorsten entdeckt sich neu


Polderprojekt zeigte, was in der Lippestadt möglich ist

Nun ist der Dorstener Herbst da. Künstlerisch betrachtet. Nach 70 Tagen wurde in Dorsten ein Kunst- und Kulturprojekt beendet, das Furore machte und die Bürger ohne Einschränkung mitnahm. Eine Idee wurde zum Selbstläufer. Marion Taube hat das Lob, dass sie und ihre Mitstreiter von der Öffentlichkeit erhält und erhalten hat, absolut verdient. Das Besondere ist nämlich, dass sie "mit ohne Geld", dafür mit unendlicher Begeisterung und mitreißender Motivation 70 Tage lang den Menschen in unserer Flächenstadt ein ganz neues Gefühl des Miteinanders und der "barrierefreien" Begegnung ermöglichte. Jetzt gilt es, den gesponnenden Faden aufzugreifen. Kultur in einer Stadt ist nämlich ein immer noch unterschätzter Standortfaktor. Interessant und nachdenklich machend ist, dass es überwiegend private Initiativen und Initiatoren sind, die Dorsten ein neues, sympathisches Gesicht geben. Kultur für alle! Dorsten hat 70 Tage bewiesen, dass es das gibt und auch "nachgefragt" wird. Ein Lichtblick. Aber auch eine Aufforderung an das städtische Kulturamt, sich umfassender, kreativer und offener als bisher zu positionieren. 

Eigener Bericht

Veröffentlicht am 18.09.2015

 

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