Ein Bild mit Symbolkraft. Gesehen am Tor des Klostergartens St. Ursula Gesellschaft NIE WIEDER IST JETZT - Bewegende Gedenkfeier im Garten des Jüdischen Museums

Erinnerung, Mahnung und ein eindringlicher Appell

Der 9. November, auch als Schicksalstag der Deutschen bezeichnet, hat auch in unserer Stadt eine besondere Bedeutung. Nicht das Jahr 1918, 1923 oder 1989 ist gemeint, sondern 1938. Der Tag, an dem Dorstener Nazis voller Hass durch die Lippestadt zogen, die Synagoge der jüdischen Gemeinde in der Wiesenstraße verwüsteten und bisher geachteten Mitbürgern nach der Würde, dem Besitz und dem Leben trachteten. Unter den Augen der sich passiv verhaltenen Dorstener Bevölkerung. Heute wissen wir, wie mörderisch dieser Naziaterror hier, im gesamten Land und der Welt ausgegangenen ist. Grund genug, wachsam zu sein, um eine Wiederholung zu verhindern. „Nie wieder ist jetzt“, so die Leiterin des Jüdischen Museums in Dorsten, Dr. Kathrin Pieren, die eine beeindruckende Rede vor zahlreichen Bürgern hielt, Presseartikel des Jahres 1938 zitierte, das Dorstener Verbrechen in einen nationalen Gesamtzusammenhang stellte und mit der Jetztzeit in Israel verband. Eine emotionale und politische Rede, die bei den Teilnehmern Betroffenheit und Nachdenklichkeit auslöste. Bürgermeister Tobias Stockhoff, der nach einer Gedenkminute ebenfalls die richtigen Worte fand, um für Menschenwürde, Demokratie und Respekt in unserer Stadt zu werben, erinnerte auch an die Forschungsgruppe von unten, „Dorsten unterm Hakenkreuz“, die 1983 den Schleier, der sich über die Naziverbrechen gelegt hatte, beiseite gezogen hat. In der Folge entstand das Jüdische Museum Westfallen in Dorsten. Ein Leuchtturm der Lippestadt. Der eingangs zitierte Appell, NIE WIEDER IST JETZT, hat sich tief in das Gedächtnis der Teilnehmer an der würdevollen Gedenkveranstaltung eingegraben.

Dirk Hartwich 

Veröffentlicht am 13.11.2023

 

Gesellschaft Parteien- und Politikverdrossenheit gefährden unsere Demokratie

Sonntagsgedanken und ein Appell aus Rhade

Nein, es sind nicht immer die Politiker und Politikerinnen, die zu unfähig und zu doof sind, Probleme zu lösen. Es sind auch unsere verfassungsgemäßen Strukturen, die ein schnelles Handeln „aus dem Bauch heraus“ verbieten. Auch „der gesunde Menschenverstand“, der häufig zur Beurteilung einer Sache herangezogen wird und in der Folge zur Verurteilung der Politik(er) führt, muss aus gutem Grund einen „Maulkorb“ tragen. In unserem föderalen System mit 16 Bundesländern haben wir, die Bürger, 16 Landesregierungen demokratisch gewählt. Rote, schwarze, grüne und gelbe Parteifarben in den Landesregierungen signalisieren, dass hier differenziert abgestimmt wurde. Und das nicht alle gleich denken, ist erst einmal kein Nachteil. Im Gegenteil. Der Meinungsaustausch und das Ringen um den besten Weg führt in der Regel zu guten Entscheidungen. Dass sie, kaum verkündet, sogar von einigen beteiligten Akteuren und nicht wenigen Medien sofort wieder madig geredet und geschrieben werden, trägt auch zur erwähnten Parteien- und Politikverdrossenheit bei. Nutznießer sind diejenigen, die schon immer alles besser gewusst haben und weismachen wollen, dass es auf höchst komplizierte Fragen, ganz einfache Antworten gibt. Die gibt es definitiv nicht! Dass dennoch in unserem Land relativ viele daran glauben und „Rattenfängern“ folgen, macht große Sorgen. Gefragt ist jetzt aber nicht nur das (passive) Beschreiben und Analysieren der gefährlichen gesellschaftspolitischen Entwicklung in unserem Land (und darüber hinaus), sondern ein aktives Eintreten für unser Grundgesetz und unsere Demokratie.

Veröffentlicht am 12.11.2023

 

Veranstaltungen Morgen: Jazz-Frühschoppen in Rhade

The Swinging Latin Touch

Für das Projekt "The Swinging Latin Touch", in dem die Swing-Musik abwechselnd mit brasilianischen und neuen Rhythmen vermischt wird, hat Frank Roberscheuten die besten Spezialisten zusammengebracht. Das Publikum erwartet ein außergewöhnliches Klangerlebnis, das nicht nur Jazzfans begeistern dürfte!

Gasthaus Nienhaus Venhoff - Beginn 12 Uhr
Schützenstraße 19 
46286 Dorsten

Veranstalter: Stadtargentur Dorsten 

Hinweis: Morgen an dieser Stelle: Parteien- und Politikverdrossenheit gefährden unsere Demokratie 

Sonntagsgedanken und ein Appell aus Rhade

 

Veröffentlicht am 11.11.2023

 

Kommunalpolitik Bürgerforum Rhade trifft sich - am Montag

Was muss vor Ort besser werden?

Seit einigen Jahren können alle Rhader Bürger und Bürgerinnen direkt an der Zukunftsentwicklung des eigenen Lebensmittelpunktes mitwirken. In freiwilligen Arbeitsgruppen werden so aus Ideen geförderte Projekte. Am kommenden Montag wird das Carola Martius-Haus zur offenen Bühne der Information und Diskussion. Begriffe wie Dorfentwicklung und Kultur vor Ort werden dann zum Leben geweckt. Um 19 Uhr wird der Sprecher des Bürgerforums, Heribert Triptrap, das Treffen eröffnen und zum Mitmachen auffordern. Die Rhader Sozialdemokraten, die sich immer für mehr Bürgerbeteiligung eingesetzt haben, schließen sich dem Wunsch der ehrenamtlichen „Macher“ nahtlos an: „Das Orgateam hofft wie immer auf eine gute Resonanz und einen interessanten und spannenden Abend.“ Montag, 13. November, 19 Uhr, Carola Martius-Haus.

Veröffentlicht am 10.11.2023

 

Gesellschaft Dorsten am 9. November 1938

Wir blicken zurück

Die Dorstener jüdische Gemeinde hatte in der Wiesenstraße, in unmittelbarer Nähe zum Marktplatz, eine kleine Synagoge. Als es vor 85 Jahren dunkelte, versammelten sich ungewöhnlich viele Menschen in HJ-, SA- und SS-Uniform mit Brandfackeln vor dem Gebetshaus der Juden. Dorstener Nazis. Sie drangen in das Haus ein und zerstörten die gesamte Einrichtung unter lautem Gejohle. Mit Vorschlaghämmern wurden Löcher in die Wände geschlagen, durch die die sakralen Gegenständen auf den Hof geworfen wurden. …

Dorsten am 9. November 2023 - Wir blicken nach vorn, wir gedenken, wir mahnen

Als 1983 der erste Band der Buchreihe „Dorsten unterm Hakenkreuz“ erschien, darf dieses Ereignis als Beginn einer bemerkenswerten „Geschichtsaufarbeitung von unten“ bezeichnet werden. In der Folge wurde das Jüdische Museum Westfalen in unserer Stadt eröffnet. Eine Erinnerungsstätte, ein Lernort, ein Zentrum der Begegnung und Kultur. Und genau hier wird immer am 9, November daran erinnert, wie zerstörerisch und mörderisch Hass und Gewalt grenzenlos wirken. Ein Gedenken und eine Mahnung gleichermaßen. Wir bitten die Leser dieses Textes, heute ab 17 Uhr dort teilzunehmen. Bereits ab 14 Uhr können die Besucher im Garten des Museums still der Opfer gedenken.

Veröffentlicht am 08.11.2023

 

RSS-Nachrichtenticker

RSS-Nachrichtenticker, Adresse und Infos.

 

WebsoziCMS 3.9.9 - 007874448 -