Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,
völlig ungewöhnlich hat man mich ausgelost, um eine Rede zum bevorstehenden Jahreswechsel vor ihnen und euch zu halten. Einerseits eine Ehre, andererseits eine fast unlösbare Herausforderung, das vorgegebene Thema so zu bedienen, dass klare Kante erkennbar wird, Unzulänglichkeiten beim Namen genannt werden und Zuversicht nicht ausgeblendet wird. Wer bin ich, dass man mir überhaupt zuhört? Kurz, einer von unten. Etwas viel Ehre vorab, aber ich will versuchen, zu liefern. Eingangs danke ich denen, die sich ehrenamtlich auf vielen Feldern unserer Gesellschaft engagieren. Ob in Politik, Vereinen, Kirchen, Bürgerinitiativen, sie denken mit, sie entwickeln Ideen und achten darauf, dass die praktische Umsetzung nicht in tiefen Schubladen versinkt. Der rote Faden meiner Rede führt mich nun zu denen, die beruflich, sprich bezahlt, das aufgreifen müssten, was „da unten“, demokratisch abgesichert, gedacht und gefordert wird. Auch sie „da oben“ haben es nicht verdient, pauschal mit Schmutz beworfen zu werden. Aber einige von ihnen haben vergessen, wo sie in ihrer Karriere gestartet sind. Sie ziehen die Guten in ihrer unübersehbaren Arroganz mit nach unten. Denen gilt meine Wut an diesem Tag. Denen rufe ich zu, „Bleibt mit beiden Füßen am Boden, hört uns bitte zu und handelt ab morgen so, als ob ihr zum ganz normalen Fußvolk dazu gehören würdet. Dann steigt auch das Vertrauen wieder, das unser demokratisches Gemeinwesen stabilisiert. Es wird Zeit, es ist bereits 5 vor 12".
Danke für ihre und eure Geduld. GLÜCK AUF 2024.
Veröffentlicht am 31.12.2023
Gesellschaftlicher Zusammenhalt weiter wichtigstes Ziel der SPD-Fraktion im Dorstener Stadtrat
Liebe Dorstenerinnen und Dorstener,
das Jahr 2023 neigt sich in schnellen Schritten dem Ende entgegen. Vor uns liegen die letzten Tage des Jahres, an welchen wir die Kraft für neue Herausforderungen schöpfen können. Das Jahresende ist aber auch die Zeit, das Jahr Revue passieren zu lassen und sich für die vielfältigen Begegnungen und Unterstützungen zu bedanken. Für das großartige Engagement vieler Eltern und der Ehrenamtlichen, wenn es um gemeinsame Anliegen an den Schulen und Kindertagesstätten, in den Sportvereinen oder in den Stadtteilen ging. Dank auch für kritische hilfreiche Anmerkungen, so als es um die beste Lösung bei Unterkünften für Bedürftige und Flüchtlinge ging. Für das neue Jahr wünschen wir uns allen, dass wir uns für Menschen Zeit nehmen, die uns wichtig sind. Dass wir uns Zeit nehmen für den Blick nach vorn. Dass wir uns Zeit nehmen für mehr Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Wir wünschen Ihnen als SPD-Fraktion einen guten Start für 2024.
Dirk Groß, Vorsitzender
Veröffentlicht am 30.12.2023
Ein Dorfmanager für Rhade und Lembeck - Eine erste Frage an Laszlo Taube und Joachim Thiehoff
Um unsere wertvollen demokratischen Strukturen zu stärken, ist direkte kommunale Bürgerbeteiligung ein wesentlicher Baustein. Das Bürgerforum Rhade und die Porte Lembeck sind beste praktische Beispiele. Um die Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlich agierenden Bürgern, der Verwaltung und dem Stadtrat zu verbessern, wurde für Rhade und Lembeck ein Dorfmanager gesucht - und gefunden. Laszlo Taube (26) wird am 1. Juli einen Arbeitsplatz einnehmen, den es so noch nicht in der Verwaltung gab. Wir haben Laszlo Taube und Joachim Thiehoff, Leiter des Büros für Bürgerengagement, Ehrenamt und Sport der Stadt Dorsten eine erste Frage gestellt, um zu verstehen und zu motivieren, wie wir „den Neuen“ bei seiner Arbeit unterstützen können.
Frage: Was ist ein Dorfmanager? Ein „personifizierter Kummerkasten“ der Stadtverwaltung für den Dorstener Norden?
Antwort: Die Aufgabe des Dorfmanagers der Stadt Dorsten kann mit drei Begriffen erläutert werden: Kommunikation: Er fördert die Kommunikation zwischen allen Beteiligten aus Bewohnerschaft, Verwaltung und ggf. Politik. Er vermittelt dabei zwischen diesen verschiedenen Lebens- und Arbeitswelten. Er übermittelt Informationen, organisiert und moderiert Austausch- und Planungsgespräche. Beratung: Er steht für Fragen aller Art zu gemeinwohlorientierten Themen der Dörfer zur Verfügung, er vermittelt Kontakte und Kooperationen und berät zu fachlichen und methodischen Themen der Dorfentwicklung inklusive Fördertöpfen. Unterstützung: Er unterstützt Menschen und Gruppen vor Ort dabei, ihre Themen und ihr Engagement möglichst gut kommunizieren und praktisch umsetzen zu können. Ein personifizierter Kummerkasten ist er weniger im Sinne eines Meckerkastens, sondern im Sinne der Unterstützung bei Anliegen und Zielen für die Dorfentwicklung und ggf. auch bei einer Konfliktbewältigung.
Veröffentlicht am 29.12.2023
Nazi-Vergangenheit auf dem Prüfstand
Paul Schürholz hat sich um Dorsten verdient gemacht. Dafür erhielt er 1963 die höchste Wertschätzung einer Stadt, nämlich die Auszeichnung zum Ehrenbürger. In seine Amtszeit als Bürgermeister (1948 bis 1964) fiel besonders der Wiederaufbau nach dem verheerenden 2. Weltkrieg, den die deutschen Nationalsozialisten, deren aktives Mitglied er vor 1945 war, „vom Zaune brachen“. Und genau um diese Mitgliedschaft und die damit ausgeübte Funktion, geht es in einem Antrag einer Fraktion des Stadtrates. Paul Schürholz soll posthum der Titel „Ehrenbürger“ aberkannt werden. Grundlage der Forderung sind u. a. Erkenntnisse, die Wolfgang Stegemann, Dorstener Journalist, bereits vor vielen Jahren zusammengetragen hat. Rat und Verwaltung haben sich Mitte 2023 verständigt, vor einer Entscheidung, die erwähnte Nazimitgliedschaft des Paul Schürholz nochmals unabhängig untersuchen zu lassen. Damit beauftragt wurden die Dorstener Dr. Josef Ulfkotte und Jochen Schräjahr. Beide haben sich durch ihre ehrenamtliche Arbeit und als studierte Historiker in der Lippestadt einen Namen gemacht. Tobias Stockhoff, Bürgermeister, teilt auf Anfrage von www.spd-rhade.de mit, dass mit einer Entscheidung im Frühjahr 2024 gerechnet werden kann. Sein Statement (Auszüge) im Wortlaut:
- Dr. Josef Ulfkotte und Hans-Jochen Schräjahr haben … den Auftrag angenommen und unmittelbar mit der Arbeit begonnen.
- Unterlagen aus dem Landes- und Bundesarchiv wurden zeitnah zur Verfügung gestellt.
- … die Familie Schürholz (hat) dem Stadtarchiv ebenfalls Akten zur Verfügung gestellt. Diese dürfen für Forschungszwecke verwendet werden. …
- Ein weiterer wichtiger Teilaspekt (m. W. die Militärzeit) ist aktuell ebenfalls im Focus.
- Sowohl Rat als auch die beiden Forschenden waren sich einig, dass am Ende ein umfassendes Gesamtbild stehen sollten und Zwischenergebnisse oder Wasserstände kontraproduktiv für eine wissenschaftliche Aufarbeitung sind.
Veröffentlicht am 28.12.2023
Rhades Schokoladenseite - das südliche Wiesengelände - Naherholung vor der Haustür
Während seit Monaten auf vielen Ebenen darüber nachgedacht wird, wie Rhade weiterentwickelt werden kann, gibt es intakte Bereiche, die vor falschen Eingriffen geschützt werden müssen. Das Rhader Wiesengelände, im Süden Rhades gelegen, gehört genau in diese Kategorie. Von Bächen durchzogen, bietet die große Fläche einer Vielzahl von Tieren Ruheräume sowie Brut- und Nistplätze. Ein gutes Wegenetz motiviert zum Spazierengehen, Radfahren oder Joggen. Das Nebeneinander von Natur und Erholungssuchenden funktioniert ohne größere Probleme. Die Biologische Station in Lembeck hat über eine ins Gelände passende kleine Beobachtungsstation nachgedacht, um eine weitere Natursensibilisierung der Erholungssuchenden zu erreichen. Oberstes Ziel ist aber, die Schutzwürdigkeit des wertvollen Rhader Naturraums, der auch als Rhader Schokoladenseite bezeichnet werden kann, zu erhalten.
Der Rhader Jahresrückblick wird fortgesetzt
Veröffentlicht am 27.12.2023