Kommunalpolitik Dorsten: Altlasten und kein Ende

Wer über Jahre die Entwicklung Dorstens begleitet, kann ohne Übertreibung dafür den Begriff Achterbahnfahrt einsetzen. Die kommunale Neugliederung versprach Größe und Wachstum. Zutreffend bei Fläche und Einwohnerzahl. Aber auch bei auftretenden Problemen der kommunalen Selbstverwaltung. Das Versprechen, mit einem riesigen Kohlekraftwerk den Bestand der Zeche zu sichern, zerplatzte wie eine Seifenblase. Parallel nahmen Arbeitslosigkeit und Finanznot Dorstens zu. Die Bereitschaft, künftig den Abfall der Kohlegewinnung auf städtischem Grund und Boden zu deponieren, wurde zwar gerne angenommen, die Zeche dennoch geschlossen. Um aus der Finanzmisere herauszufinden, wurde in der Folge u. a. über den Verkauf der Kanalisation und über neue Finanzierungsprodukte nachgedacht. Während die Kanäle blieben, wurden riesige Summen bei Schweizer Banken versenkt. Im Stadtrat bildeten sich zwei unversöhnliche Gruppen, Zechenfraktion und Nordlichter genannt. Und immer mal wieder ein Zwischenhoch. Plötzlich waren die Finanzprobleme scheinbar überwunden, dann zwangen Bund und Land die Lippestadt, neue Aufgaben zu stemmen - und zu finanzieren. Eine Endlosgeschichte auch das Lippetorcenter, heute Mercaden genannt. Zurück zur inzwischen aufgeschütteten Bergehalde. Statt der vertraglich zugesicherten Umwandlung in eine neue, attraktive Dorstener Parklandschaft, droht jetzt eine auf Dauer unzugängliche Schadstoffdeponie zu entstehen. Noch wehren sich Verwaltung und Stadtrat. Wer aber über Jahre die Entwicklung unserer Stadt begleitet hat, rechnet auch hier nicht mit einem Erfolgserlebnis.

Pessimistische Nachdenkzeilen aus Rhade

Veröffentlicht am 17.02.2026

 

Gesellschaft Ein Gastbeitrag von Bertold Hanck zur aktuellen Programmdiskussion der SPD

Sag' mir, mein Freund ... (marrokanisch: guli, guli, a rafiq)

Aramsamsam, aramsamsam,
bald gibt's ein SPD-Programm,
guli, guli, a rafiq:
"Führt das zum nächsten Sozi-Sieg?"

Ziemlich bald nach Godesberg
Entspannung war das Sozi-Werk.
Auf Frieden wollte man jetzt zählen,
drum wollten alle Willy wählen.

Aramsamsam, aramsamsam,
perfekt passt das Politprogramm.
Guli, guli, a rafiq:
Das war kein Propagandatrick!

Solch fortschrittlicher Gestaltungsmut
tat ehdem den Genossen gut.
Doch blickt nach vorne, nicht zurück
in altes Vollversorgungsglück.

Aramsamsam, aramsamsam,
gemeinsam packen alle an.
Guli, guli, a rafiq:
Gegen den Ukraine-Krieg.

Seid mutig, nehmt die Menschen mit,
auch wenn sie aus der Mitte sind.
Die SPD war dann stets klasse,
wenn sie das Ohr hat' an der Masse.

Aramsamsam, aramsamsam,
Teilhabe aller ins Programm!
Guli, guli, a rafiq:
Vielleicht ist das der Weg zum Sieg?

Bertold Hanck (Rhade)

Veröffentlicht am 16.02.2026

 

Gesellschaft Sport und Politik - Sind Gemeinsamkeiten erkennbar?

Winterolympiade. Mehrere tausend Sportler treten gegeneinander an, um sich zu messen. Wer ist schneller, akrobatischer, springt weiter, schießt mehr Tore, trifft mehr Scheiben, bringt mehr Steine in den Zielkreis, … Alle haben eine lange Vorbereitungszeit hinter sich, um am Wettkampftag die beste Leistung abrufen zu können. Parallel wurden sie dazu von einem Trainerteam unterstützt. Sie erhalten Aufmerksamkeit und Beifall, nicht nur wenn sie auf dem Treppchen stehen.
Parteipolitik. Mehrere tausend Politiker, die meisten ehrenamtlich aktiv, stellen sich alle 4 bis 5 Jahre zur Wahl. Sie wollen beweisen, warum sie besser sind als die Konkurrenz. Wer ist glaubwürdiger, seriöser, sympathischer, überzeugender? Fast alle haben sich auf diesen Moment vorbereitet. Sie haben zugehört, Fragen gestellt, mit diskutiert. Ein professionelles Trainerteam gibt es erst in der Liga der Berufspolitiker. Alle die sich ehrenamtlich einbringen, sind häufig auf sich allein gestellt. Natürlich bieten die Parteien auch Unterstützungsseminare an. Die Wirklichkeit, bleiben wir mal bei Kommunalpolitikern, sieht i. d. R. aber so aus: Er oder sie sind noch in der Ausbildung oder bereits berufstätig, haben Familie und Kinder. Sie „müssen“ Parteitermine wahrnehmen, bei örtlichen Vereinen mitwirken sowie möglichst Kirchen- und Gewerkschaftsmitglied sein. Sie sind in kommunalen Fachausschüssen und dem Stadtrat aktiv. Sie sind zeitlich komplett ausgebucht und müssen sich auch noch für die Politik im Land und Bund rechtfertigen. Und das schaffen sie, ohne ein professionelles Trainerteam. Sie haben auch mehr Aufmerksamkeit und Respekt verdient!

Sonntagsgedanken aus Rhade

Veröffentlicht am 15.02.2026

 

Jochen Vogel. Ein Vorbild über alle demokratischen Parteigrenzen hinweg. Foto: SPD-Bundestagsfraktion Gesellschaft Zur Erinnerung - Jochen Vogel zum 100. Geburtstag

Sein Pflichtgefühl war grenzenlos

"Das Bild, das von Hans-Jochen Vogel haften geblieben ist, wirkt seltsam zeitlos. Schwere Brille, Lockentolle, energisch, Tatendrang ausstrahlend. So haben ihn Generationen in der Bonner Republik erlebt: Als Oberbürgermeister von München (1960 bis 1972), als Bauminister im Kabinett Willy Brandts (1972 bis 1974), als Justizminister unter Kanzler Helmut Schmidt (1974 bis 1982), als kurzzeitiger Regierender Bürgermeister Berlins (1982), als SPD-Kanzlerkandidat (1983), als Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion (1983 bis 1991) und als SPD-Vorsitzender (1987 bis 1991).
Eine stolze Galerie politischer Verantwortung. Aber fast noch wichtiger: Der Respekt vor ihm wuchs stetig und galt lebenslang. Eine Instanz, ein immer wieder gesuchter Ratgeber für seine Partei, ein steter Mahner für Demokratie, einer, der im Olymp der großen bundesdeutschen Sozialdemokraten neben Willy BrandtHelmut Schmidt und Herbert Wehner seinen Platz hatte."

Jochen Vogel starb 2020 im Alter von 94 Jahren.

Übernommen von www.vorwaerts.de

Veröffentlicht am 14.02.2026

 

Service SPD stellt sich neu auf - Neues Grundsatzprogramm soll Orientierung bieten

Die Sozialdemokratie war immer dann stark, wenn sie den Mut hatte, Wandel zu gestalten. Nicht aus Anpassung, sondern aus Verantwortung. Auch heute ist klar: Veränderung ist kein Schicksal. Sie ist politisch gestaltbar, wenn wir Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität neu denken und zusammenbringen. Machtkonzentration, Ungleichheit oder fehlende Teilhabe müssen wir nicht hinnehmen. Sie sind von Menschen gemacht – und können von uns verändert werden. Zukunft ist kein fertiger Text. Wir schreiben sie gemeinsam. Am 7. Februar ist der Programmprozess der SPD gestartet. In ihren zentralen Grundsatzreden skizzierten Bärbel Bas und Lars Klingbeil, wie wir Freiheit und Gerechtigkeit im digitalen Zeitalter sichern, Innovation mit sozialem Zusammenhalt verbinden und Fortschritt für alle möglich machen. (www.spd.de)

SPD Sozial begleitet ab heute die Programmdiskussion, um zu erkennen, wohin die Sozialdemokratie in den nächsten Jahren steuern wird.
Alle SPD-Mitglieder sind aufgerufen, mitzudiskutieren. Im Dezember 2027 soll dann das neue Grundsatzprogramm der SPD auf dem Parteitag in Leipzig verabschiedet werden.

Veröffentlicht am 13.02.2026

 

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„Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn macht, egal wie es ausgeht.“

Václav Havel (1936 - 2011)
 ehemaliger tschechischer Staatspräsident, Schriftsteller und engagierter Menschenrechtler

 

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