Eine Anregung an WINDOR und ein Briefwechsel
Dorsten hat mit WINDOR eine eigene Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Professionell wird dafür geworben, neue Unternehmen in der Lippestadt anzusiedeln und vorhandene zu stärken. Verfolgt man die Veröffentlichungen, agiert die Gesellschaft erfolgreich und ist so ein Gewinn für Dorsten. Gefühlt konzentriert sie sich aufs Zentrum Dorsten. Ob die Landgemeinden, wie Rhade und Lembeck, die optimale Aufmerksamkeit der „Unternehmensberater“ erhalten, darf kritisch hinterfragt werden. Ein Mail-Briefwechsel zwischen dem Geschäftsführer Markus Funk und dem Unterzeichner dieses Textes, ist über einen kurzen Meinungsaustausch mit unterschiedlichem Vorzeichen leider nicht hinausgegangen. Der Rhader Vorschlag lautet, stark verkürzt, einen Mitarbeiter zu benennen, der sich (fast) ausschließlich um die wirtschaftliche Stabilisierung und Förderung des Dorstener Nordens kümmert. Markus Funk antwortet, ebenfalls hier stark verkürzt wiedergegeben, dass WINDOR gut vernetzt aufgestellt sei und somit Rhade und Lembeck bestens im Blick habe. Ein weiterer Rhader Versuch mit zwei Beispielen aufzuzeigen, dass mehr möglich wäre, ist in der Verwaltung angekommen. Dazu in einem weiteren Text in Kürze mehr. Die Beispiele in Kurzform:
- Die gewünschte Erweiterung des Rhader Einkaufszentrums kollidiert weiter mit den auch berechtigten Lembecker Forderungen. Eine Wirtschaftswerbeoffensive, die beide Dörfer gleichwertig in den Fokus nimmt, könnte „Druck aus dem Kessel“ nehmen.
- Die privilegierte Lage Rhade und Lembecks könnte mit einem „sanften“ Tourismuskonzept wirtschaftlich punkten. Z. B. kreuzen mehrere überregionale Radwege die Stadtteile. Fehlende Übernachtingsmöglichkeiten und Hinweise auf Restaurationsbetriebe laden nicht dazu ein, zu bleiben.
Fazit: Rhade und Lembeck haben es verdient, auch von WINDOR mehr Aufmerksamkeit und Förderung zu erhalten.
Dirk Hartwich
Veröffentlicht am 19.10.2023
Rhader Gedanken nach den aktuellen Nachrichtensendungen
Es ist kaum auszuhalten. Der Hamas-Terror gegen die israelische Zivilbevölkerung ist eine Kriegserklärung. Er hat das international festgeschriebene Selbstverteidigungsrecht des Landes ausgelöst. Solange die arabische Welt den Grundsatz aufrecht hält, Israel von der Landkarte zu löschen, solange wird sich Israel wehrhaft verteidigen müssen. Und unsere Solidarität erhalten. Solange in Moscheen Hassprediger zur Gewalt aufrufen, solange wird es keinen Frieden geben. Das grenzenlose Leid der Zivilbevölkerung ist unermesslich. Und wir müssen umdenken. Wir werden unsere Freiheit und liberale Demokratie nur erfolgreich verteidigen können, wenn wir viel konsequenter als bisher gegen erklärte Feinde unserer gelebten und im Grundgesetz festgelegten Werte vorgehen - und dabei unsere Grundsätze einer offenen und toleranten Gesellschaft beibehalten. Klingt zwar wie ein Widerspruch, soll als unmissverständliches Signal nach innen und außen verstanden werden.
Veröffentlicht am 18.10.2023
Katarina Barley ist Spitzenkandidatin der SPD
Das Präsidium der SPD hat Katarina Barley als Spitzenkandidatin zur Europawahl nominiert. Ein starkes Europa ist Garant für Wohlstand und Sicherheit. Aber Europa gerät immer stärker unter Druck. Russlands Krieg gegen die Ukraine bedroht auch unsere Freiheit. Nationalistische Parteien überall in Europa greifen die europäischen Werte an. Wir müssen Europa gegen die Feinde der Demokratie verteidigen. Genau dafür steht Katarina Barley als überzeugte Verfechterin eines Europas, das auf Solidarität und Freiheit basiert. Mit ihrer Erfahrung als Bundestagsabgeordnete, deutsche Familien- und Justizministerin und seit 2019 als Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments bringt sie die Haltung und das Format mit, das Europa jetzt braucht. Europa muss den Bürgerinnen und Bürgern mit Respekt begegnen. Unser Ziel ist, dass europäische Politik den Alltag der Menschen einfacher macht. Gerade in Zeiten komplexer Krisen muss Politik Orientierung geben, Sicherheit bieten und Lösungen klar und verständlich erklären. Für uns ist klar: Europa bezieht seine Stärke aus der Zusammenarbeit. Fortschritt für Europa ist gut für Deutschland. Deutschland muss Vorreiter sein, damit Europa bei nachhaltigen Zukunftstechnologien und Geschäftsmodellen Weltspitze bleibt. Wir sorgen dafür, dass aus diesem technologischen Fortschritt Arbeitsplätze, gute Löhne und sozialer Fortschritt für alle werden. Katarina Barley lebt Europa. Gemeinsam mit ihr kämpfen wir für Freiheit und Gerechtigkeit, Demokratie und Frieden.
Übernommen von www.spd.de
Veröffentlicht am 17.10.2023
Mit offenen Augen durch Rhade
„Frage nicht, was deine Stadt für dich tun kann – frage, was du für deine Stadt tun kannst“. Dieses abgewandelte Kennedy-Zitat haben sich Mitglieder des Rhader Bürgerforums zu eigen gemacht, um den nicht mehr zeitgemäßen Spielplatz an der Bogenstraße mit Anliegern und Unterstützung der Stadt von Grund auf zu erneuern. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die kleine Spielfläche in der Siedlung wird von alten Bäumen beschattet, ein hölzerner Kletterturm will von den Kleinen erobert werden, Bänke bieten begleitenden Erwachsenen idyllische Ausruhmomente. Die Akteure des Bürgerforums verdienen Lob, Dank und Anerkennung für ihr Engagement. Das Quartier hat an Attraktivität gewonnen. Ein gutes Beispiel ehrenamtlichen „Anpackens“. Die Stadtverwaltung darf zufrieden zur Kenntnis nehmen, dass ihre Bemühungen, bürgerschaftliches Engagement zu fördern, Früchte trägt. Das heißt aber nicht, dass sie ihre Verantwortung für eine funktionierende Infrastruktur in Rhade minimieren darf. Sonst, so die begründete Sorge, führt Überforderung der Gutwilligen zum dauerhaften Aufgeben.
Die Serie „Mit offenen Augen durch Rhade“ wird fortgesetzt
Veröffentlicht am 16.10.2023
Bis Mitte der 1970er Jahre gab es eine sehr kreative Lösung, um in Rhade Rezepte gegen Medikamente zu wechseln. Kreativ deswegen, weil es keine Apotheke gab. Alle Anregungen, diesen Zustand zu ändern, also eine Apotheke zu gründen, scheiterten an nicht vorhandenen Investoren. Lembeck war besser dran. Die dortige Apotheke, inzwischen nicht mehr existent, erklärte sich bereit, einen täglichen Lieferdienst nach Rhade zu organisieren. Gesucht wurde nur nach eine Stelle vor Ort, die als Zwischenlager und Abholstation eingerichtet werden könnte. Fündig wurden die damaligen Akteure in einem Friseurgeschäft an der Lembecker Straße, übrigens auch nicht mehr existent. Im inneren Eingangsbereich wurde ein Kasten mit vielen Fächern aufgehängt. Einem Setzkasten aus früheren Druckereien ähnlich. Die Fächer trugen Buchstaben des Alphabets. Nun wurden die täglich von den nicht mehr lebenden Hausärzten Dr. Carola Martius und Dr. Schmidt-Dossi ausgestellten Rezepte der Rhader Patienten vermutlich vom Lembecker Apotheker abgeholt, die Medikamente am gleichen Tag zur Friseurstube geliefert, in die offenen Fächer des Sammelkastens eingeordnet und somit zur Abholung bereitgestellt. Ob es eine Personenkontrolle gab, um Missbrauch oder Verwechselungen zu verhindern, wird von Zeitzeugen heute unterschiedlich bewertet. Nachdem die Rhader SPD dieses System öffentlich gemacht hat, schlugen die Pressewellen hoch. Parallel setzte eine neue Diskussion ein, ob in Rhade nicht doch eine eigene Apotheke zur Infrastruktur dazugehören müsste. Tatsächlich feierte Mitte 1977 (Foto) ein Rohbau Richtfest, der die Urbanus-Apotheke beherbergen sollte. Die Geschichte endet leider am 31. Oktober 2023 mit der Schließung. Rhade ist wieder Mitte der 1970er Jahre angekommen. Interessant ist, dass die jetzige Apotheke in Lembeck aktuell per Hauswurfsendung angeboten hat, benötigte Medikamente in Rhade anzuliefern. Wie? Mit Sicherheit nicht mehr in einen offenen Setzkasten zur Selbstbedienung. Die wahre Geschichte schreit förmlich nach einer Fortsetzung. Wir berichten.
Veröffentlicht am 14.10.2023