Gelungene Erinnerungskultur durch gleichnamigen Verein
Der Bergbau hat Dorsten viele Jahrzehnte geprägt. Mit dem Bergbau wurde Kohle im doppelten Sinne des Wortes gemacht. Davon profitierten u. a. die Betreiber, die Mitarbeiter, die Stadt und die vielen Zuliefererbetriebe. Und dann das Ende, das schleichend in den 1980er Jahren begann und Anfang des neuen Jahrtausend abgeschlossen war. Dorsten hat seitdem ein bis heute andauerndes Strukturproblem, und die Bergleute nur noch die Erinnerung an einen ungewöhnlichen Arbeitsplatz tief unter der Erde. Um diese Erinnerung an eine spannende industrielle Epoche in unserer Stadt wachzuhalten, gründete sich 2003 der „Verein für Bergbau-. Industrie- und Sozialgeschichte Dorsten“. Ein Glücksfall für die Lippestadt und die Region. Die Vereinsmitglieder beeindrucken mit unermüdlichem Engagement und großer Kreativität die Öffentlichkeit. Herzstück ist die Maschinenhalle auf dem Gelände Fürst Leopold mit der riesigen Dampfmaschine, die jahrzehntelang Kumpel in Förderkörben an ihren Arbeitsplatz in 1000 Meter Tiefe brachte und auf dem „Rückweg“ das schwarze Gold transportierte. Der Verein bietet aber viel mehr als Museumstechnik. Die professionell aufgebaute Internetseite
www.bergbau-dorsten.de bietet eine hervorragende Übersicht und einen unvergesslichen Zugang zur jüngeren Dorstener Industriegeschichte. "Klick mal rein", so unsere Rhader Empfehlung.
Veröffentlicht am 10.08.2023
Dürfen Politiker urlauben?
Wetterkapriolen, Krieg, Inflation, Minus-Wachstum - die aktuelle Nachrichtenlage in unserem Land kann depressiv machen. Unsere Spitzenpolitiker sind „abgetaucht“. Sie regenerieren von einem brutalen Alltag mit einer 7-Tage-Woche und einer täglichen Arbeitszeit, die jede Gewerkschaft mit Streik beantworten würde, sollte sich da nicht etwas ändern. Doch für Politiker gelten in der öffentlichen Wahrnehmung völlig andere Regeln. Sie sollen immer präsent sein, dann aus dem Stehgreif das Erwartete sagen und Forderungen von außen sofort umsetzen. Sie müssen sich rund um die Uhr beobachten und bewerten lassen. Und, sie „spielen“ mit. Sie unterwerfen sich i. d. R. der öffentlichen Meinung, um positiv wahrgenommen und wiedergewählt zu werden. Hier setzen wir einen Punkt. Auch Spitzenpolitiker haben, wie jeder Bürger das Recht, vom Alltag auszuspannen. Dabei wissen wir, dass z. B. der „Job“ eines Bundeskanzlers ein komplettes Abtauchen in das Private ohne Arbeit unmöglich macht. Trotzdem lassen zur Zeit einige Medien süffisant in ihre Pauschalkritik über Politik den Satz einfließen: „und Olaf Scholz macht Urlaub“. Das ist unangemessen. Der Konzernchef von E.on, Leonhard Birnbaum kommt in einem ZEIT-Interview zu folgender Bewertung: „Es gibt in der Politik jede Menge sehr intelligente Menschen. Ehrlich gesagt, würde ich mit den meisten auch nie im Leben tauschen wollen. Es ist unglaublich, was die für einen Einsatz zeigen für unser Land, mit enormem öffentlichen Druck, wenig Dank und immer öfter üblen persönlichen Schmähungen“.
Rhader Urlaubsgedanken über Politiker (Das Zitat (Auszug) wurde dem ZEIT-Artikel „Ist die Menschheit noch zu retten, Herr Birnbaum?“ vom 03.08.2023 entnommen
Veröffentlicht am 09.08.2023
Ist das noch Nachlässigkeit oder doch schon penetrante Missachtung?
Seit Jahren wird u. a. aus Rhade Kritik am VHS-Programm der Stadt Dorsten laut. Alle Angebote des aktuellen Halbjahresprogramms werden wieder, bis auf eine Ausnahme, ausschließlich im Zentrum durchgeführt. Versuche, direkt mit der VHS-Leitung und der zuständigen Beigeordneten eine Änderung herbeizuführen, waren (bisher) erfolglos. Inzwischen verstärkt sich der Eindruck, wiederholte Anregungen aus Rhade bewusst selbstgefällig abtropfen zu lassen. Eine VHS, die verpflichtet ist, das NRW-Weiterbildungsgesetz praktisch umzusetzen, ist schlecht beraten, nur noch eingetretene Pfade zu bedienen. Ein eigenes Programmangebot, z. B. für Rhade, ist aus vielerlei Gründen überfällig. Erstens kann sich so die Teilnehmerstruktur „verbreitern“, zweitens klimaschädliche Fahrten ins Zentrum minimiert werden. Zum Abschluss dieser Kritik ein Zitat, das auf die geschilderte Problematik bestens passt: „Wer etwas erreichen will, hat Ziele. Wer etwas verhindern will, sucht Gründe.“
Ein Zwischenruf aus Rhade in Richtung VHS-Dorsten und Kommunalpolitik
Veröffentlicht am 08.08.2023
Mit eigener Bewegung etwas bewegen
In unserem reichen Land gibt es dunkle Flecken. Menschen, die aus vielerlei Gründen im Abseits stehen. Gut, dass es ehrenamtliche Hilfsorganisationen gibt, die hinsehen und anpacken. Das kostet Geld und Zeit. In Dorsten sind es u. a. die Lebenshilfe, die Mr. Trucker Kinderhilfe, das Frauenhaus, das Tierheim, sowie der Deutsche Kinder- und Jugendhospizdienst Emscher-Lippe, denen Aufmerksamkeit und finanzielle Unterstützung helfen, die selbst gestellten sozialen Ziele zu erreichen. Im Interesse der Allgemeinheit. Gut auch, dass es Akteure gibt, die kreative Angebote für die Bevölkerung machen, das Portemonnaie zu öffnen, um mit Spendengeldern den genannten Hilfsorganisationen unter die Arme zu greifen. Unter ihnen Thomas Hein, der mit dem Unternehmen Interevent, den „1. Dorstener 24-Stunden-Lauf“ auf die Beine gestellt hat. Mitmachen kann jeder der sich anmeldet und im Stadtkronepark Maria Lindenhof mindestens eine Runde (1 km) dreht. Mit einem Startgeld (5 Euro) ist man als Teilnehmer dabei. Am kommenden Freitag, 11. August, wird um 16 Uhr der Start freigegeben. 24 Stunden später, also am Samstag zur gleichen Zeit, kann Bilanz gezogen werden. Wir bitten unsere Leser, die gute Idee zu unterstützen. Online-Anmeldung unter: www.24stundenlaufdorsten.de oder direkt vor Ort.
Rhader Werbeanzeige
Veröffentlicht am 07.08.2023
Das hört sich doch attraktiv an - für nur 49 Euro im Monat quer durch Deutschland mit Regionalzügen und dem ÖPNV zu reisen. Dass für die Mitnahme des Fahrrades 6 Euro/Tag zusätzlich gebucht werden müssen, macht das Angebot nicht wesentlich teurer. Wichtig wäre dagegen, dass für den Preis eine akzeptable Gegenleistung erkennbar ist. Und hier beginnt die zaghafte Kritik des Reisenden mit Fahrrad. Eine kombinierte Reise, abwechselnd auf Radwegen oder im Zug. Die erste Erkenntnis innerhalb von 7 Tagen: Kein Zug ist pünktlich. Besonders positiv: die App „DB-Navigator“. Gut auch, dass alle Regionalzüge Fahrradabteile haben. Neben Radlern haben hier Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen Vorrecht vor „Normalreisenden“. Was aber tun, wenn diese die entsprechend gekennzeichneten Plätze belegen und keinerlei Bereitschaft erkennen lassen, Platz zu machen. Die „amtlichen“ Zugbegleiter könnten kraft ihres Amtes zwar eingreifen, tun es aber nicht. Das größte Problem der 49-Euro-Nutzer ist aber die Überbelegung der Züge. Mehrfach ist es in dem erwähnten Kurzzeitraum dazu gekommen, dass ein Zustieg, mit oder ohne Fahrrad, unmöglich war. Hier müssen die Betreibergesellschaften dringend mit weiteren oder längeren Zügen nachrüsten. Fazit: Das 49 Euro-Ticket ist ein guter Ansatz, um vom PKW auf die Bahn umzusteigen. Bleibt es aber bei den teils chaotischen Bedingungen in den Zügen, ist die Rückkehr in den PKW vorprogrammiert.
Rhader Wochenendkommentar
Veröffentlicht am 05.08.2023