Schule und Bildung Zur Ferienzeit ein kritischer Blick auf die Schulnoten(gläubigkeit)

Ungewöhnliche Sonntagsgedanken aus Rhade

Alle Jahre wieder die gewohnten Fotos in der Lokalzeitung. Zu sehen sind stolze Schülerinnen und Schüler, die das Abitur geschafft haben. Egal ob es sich um das städtische Gymnasium Petrinium, die Gesamtschule Wulfen oder das Ursula-Gymnasium handelt, überall über dem Foto die riesige Titelzeile: Sechsmal ein Einser-Abitur, oder Sieben habe eine 1 auf dem Abschlusszeugnis, oder 9 schließen mit der Abi-Note 1 ab. Was soll uns das sagen? Was macht das mit den übrigen Schülern? Sind sie weniger wert? Ist der Abschluss in einem anderen Schultyp nicht der Rede wert? Warum glauben wir immer noch so ausschließlich an die Schulnoten? Diskriminierend ist besonders, wenn gleiche Schulnoten vom einen Schultyp gegenüber einer anderen Schule als weniger wert eingestuft werden. Wer ein längeres Berufsleben hinter sich hat, wird bestätigen, dass nicht wenige Mitarbeiter mit den besten Zertifikaten und Zeugnissen in der praktischen Arbeit „nur“ Durchschnitt sind. Andere, die in ihrer Schullaufbahn mit ausreichenden oder befriedigenden Noten leben mussten, zeigen plötzlich was in ihnen steckt. „Kinder sind unsere Zukunft“, so ein Slogan der NRW-SPD. Gefolgt von: „Kein Kind zurücklassen“. Unsere Gesellschaft benötigt alle jungen Menschen. Unabhängig von den Schulnoten. Wenn im nächsten Jahr die Zeitungsüberschrift lauten würde, Alle 90, oder alle 120, oder alle 75 Schülerinnen und Schüler beginnen nach ihrer langjährigen Schulzeit nun einen neuen Lebensabschnitt, dann hat der Zeitungsredakteur verstanden, was diese Sonntagsgedanken aus Rhade anregen wollten.

Veröffentlicht am 02.07.2023

 

Kommunalpolitik „Wenn Gier und leere Kassen die Sinne vernebeln“

Gastbeitrag von Hans-Udo Schneider

Der Bericht der DZ vom 19.6.23: „Schweizer Franken – Kämmerer errechnet 19,4 Mill.€ Verlust“ liest sich weitgehend wie eine nachträgliche Rechtfertigung und wie die Vorlage der Verwaltung für den Haupt- und Finanzausschuss. Dabei ist deutliche Kritik angesagt. Alles beginnt in 2001. Es ist die Blütezeit der neoliberalen Wende in der Wirtschafts-und Sozialpolitik. Derivatgeschäfte, Spekulationen, Gewinne machen ohne Leistung stehen hoch im Kurs. Da will auch die Stadt Dorsten nicht außen vorstehen. Sie nimmt Liquiditätskredite in Schweizer Franken auf. Waren diese bis 2008 zinsgünstiger (weil abgesichert) ändert sich das ab diesem Zeitpunkt. Wegen fehlender Absicherung treten nunmehr Währungsverluste ein. Gleichwohl geht das muntere Spiel weiter, Kredite werden abgelöst, verlängert, neu aufgenommen. Selbst als die Situation ab 2010 zunehmend schwieriger wird, werden neue Kreditlinien gezeichnet, wird weiter spekuliert. Im Jahr 2011 erreichen die Verbindlichkeiten den Höhepunkt mit fast 128 Millionen Schweizer Franken.  Als die Schweizer Notenbank 2015 (mehr oder weniger) Knall auf Fall die Koppelung des Franken an den Euro aufgibt, ist die Fallhöhe riesengroß.  Auf mehr als 30 Millionen € summieren sich die Verluste. Dabei hat es Warnungen genug gegeben. Sie wurden als Besserwisserei abgetan. Die Verwaltung kann sich nun einen schlanken Fuß machen und der Politik den schwarzen Peter zuschieben, obwohl sie wissen konnte, dass die (zugestanden) schwierige Materie nur von wenigen Ratsmitgliedern durchschaut wird. Der Rat hat die Geschäfte jeweils abgesegnet und ist wieder einmal seiner vornehmsten Aufgabe, die Verwaltung zu kontrollieren, nicht gerecht geworden. 30 Millionen zur Bekämpfung der Armut, für die Sanierung und bessere Ausstattung der Kindertagesstätten in Dorsten - ein schöner Traum.

Dr. Hans-Udo Schneider, Sozialpfarrer i.R.

Als Bürgermeisterkandidat der SPD und Grünen in Dorsten (2009) hat Hans-Udo Schneider kreativ aufgezeigt, wie Dorsten weiter zu entwickeln wäre.

Veröffentlicht am 01.07.2023

 

Kommunalpolitik Ein Dorfmanager für Rhade und Lembeck (Teil 3 und Schluss)

3 Fragen an Laszlo Taube und Joachim Thiehoff

Um unsere wertvollen demokratischen Strukturen zu stärken, ist direkte kommunale Bürgerbeteiligung ein wesentlicher Baustein. Das Bürgerforum Rhade und die Porte Lembeck sind beste praktische Beispiele. Um die Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlich agierenden Bürgern, der Verwaltung und dem Stadtrat zu verbessern, wurde für Rhade und Lembeck ein Dorfmanager gesucht - und gefunden. Laszlo Taube (26) wird nach diesem Wochenende einen Arbeitsplatz einnehmen, den es so noch nicht in der Verwaltung gab. Wir haben Laszlo Taube und Joachim Thiehoff, Leiter des Büros für Bürgerengagement, Ehrenamt und Sport der Stadt Dorsten 3 Fragen gestellt, um zu verstehen und zu motivieren, wie wir „den Neuen“ bei seiner Arbeit unterstützen können. Heute der Abschluss mit der dritten Frage. 

Frage 3: Muss ein Dorfmanager gegenüber den Bürgern die Verwaltungsmeinung „verkaufen“, oder kann er sich auch einer abweichenden Bürgermeinung anschließen? Steht er schwerpunktmäßig den Bürgerforen zur Verfügung, oder allen gesellschaftspolitisch auftretenden Akteuren in Rhade und Lembeck?

Antwort: Als Kommunikator ist es nicht seine Aufgabe, sich Positionen anzuschließen. Die Entwicklung und Bearbeitung fachlicher oder politischer Positionen obliegt auf Seiten der Stadt Dorsten den Dezernaten und den Fachämtern. Der Dorfmanager unterstützt mit seiner Person, seiner Präsenz und seinen Instrumenten den Austausch und ggf. auch die Austragung von Kontroversen zwischen beteiligten Akteuren, meistens aus Bewohnerschaft und Verwaltung. Als Mitarbeiter der Stadt Dorsten ist er in die Arbeitsstruktur des Rathauses eingebunden. In der Regel stehen dabei nicht hierarchische Fragen im Vordergrund, sondern gemeinsame kreative Bearbeitungsprozesse und das Streben nach Kooperation und gegenseitiger Unterstützung. Dabei steht der Dorfmanager für Transparenz. Kritischen Inhalten wird er grundsätzlich mit Offenheit begegnen und sich auch hierzu bemühen, gelingende Kommunikation zu unterstützen. Der Dorfmanager steht allen stadtgesellschaftlichen Akteuren zum Gespräch zur Verfügung, auch Einzelpersonen und Bürger_innen ohne Vernetzung. Die Stadtteilkonferenzen werden auf Grund ihrer etablierten Struktur sicherlich regelmäßige Partner sein. Das gilt auch für Vereine, Gruppen und Organisationen sowie Unternehmen.

Veröffentlicht am 30.06.2023

 

Kommunalpolitik Ein Dorfmanager für Rhade und Lembeck (2)

3 Fragen an Laszlo Taube und Joachim Thiehoff

Um unsere wertvollen demokratischen Strukturen zu stärken, ist direkte kommunale Bürgerbeteiligung ein wesentlicher Baustein. Das Bürgerforum Rhade und die Porte Lembeck sind beste praktische Beispiele. Um die Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlich agierenden Bürgern, der Verwaltung und dem Stadtrat zu verbessern, wurde für Rhade und Lembeck ein Dorfmanager gesucht - und gefunden. Laszlo Taube (26) wird am 1. Juli einen Arbeitsplatz einnehmen, den es so noch nicht in der Verwaltung gab. Wir haben Laszlo Taube und Joachim Thiehoff, Leiter des Büros für Bürgerengagement, Ehrenamt und Sport der Stadt Dorsten 3 Fragen gestellt, um zu verstehen und zu motivieren, wie wir „den Neuen“ bei seiner Arbeit unterstützen können. Gestern wurde Antwort 2 veröffentlicht, morgen folgt die letzte Antwort auf unsere 3 Fragen. 

Frage 2: Welche Aufgaben kann er, soll er, muss er erfüllen?

Antwort: Kommunikation mit unterschiedlichsten Instrumenten – Öffentlichkeitsarbeit, Informationen, Austausch, Beratung, Netzwerkarbeit sowie praktische Unterstützung. Regelmäßige Präsenz vor Ort im Dorfbüro (Laurentiusschule Lembeck), bei verbindlichen Sprechstunden in Rhade sowie bei Veranstaltungen, Konferenzen und sonstigen Ortsterminen

Die Antworten hat Joachim Thiehoff formuliert, da der offizielle Arbeitsbeginn von Laszlo Taube erst in einigen Tagen erfolgt. 

Veröffentlicht am 29.06.2023

 

Kommunalpolitik Neu: Ein Dorfmanager für Rhade und Lembeck (1)

3 Fragen an Laszlo Taube und Joachim Thiehoff

Um unsere wertvollen demokratischen Strukturen zu stärken, ist direkte kommunale Bürgerbeteiligung ein wesentlicher Baustein. Das Bürgerforum Rhade und die Porte Lembeck sind beste praktische Beispiele. Um die Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlich agierenden Bürgern, der Verwaltung und dem Stadtrat zu verbessern, wurde für Rhade und Lembeck ein Dorfmanager gesucht - und gefunden. Laszlo Taube (26) wird am 1. Juli einen Arbeitsplatz einnehmen, den es so noch nicht in der Verwaltung gab. Wir haben Laszlo Taube und Joachim Thiehoff, Leiter des Büros für Bürgerengagement, Ehrenamt und Sport der Stadt Dorsten 3 Fragen gestellt, um zu verstehen und zu motivieren, wie wir „den Neuen“ bei seiner Arbeit unterstützen können. Die Antworten werden wir in 3 Teilen veröffentlichen. 

Frage 1: Was ist ein Dorfmanager? Ein „personifizierter Kummerkasten“ der Stadtverwaltung für den Dorstener Norden?

Antwort: Die Aufgabe des Dorfmanagers der Stadt Dorsten kann mit drei Begriffen erläutert werden:

Kommunikation: Er fördert die Kommunikation zwischen allen Beteiligten aus Bewohnerschaft, Verwaltung und ggf. Politik. Er vermittelt dabei zwischen diesen verschiedenen Lebens- und Arbeitswelten. Er übermittelt Informationen, organisiert und moderiert Austausch- und Planungsgespräche.

Beratung: Er steht für Fragen aller Art zu gemeinwohlorientierten Themen der Dörfer zur Verfügung, er vermittelt Kontakte und Kooperationen und berät zu fachlichen und methodischen Themen der Dorfentwicklung inklusive Fördertöpfen.

Unterstützung: Er unterstützt Menschen und Gruppen vor Ort dabei, ihre Themen und ihr Engagement möglichst gut kommunizieren und praktisch umsetzen zu können.

Ein personifizierter Kummerkasten ist er weniger im Sinne eines Meckerkastens, sondern im Sinne der Unterstützung bei Anliegen und Zielen für die Dorfentwicklung und ggf. auch bei einer Konfliktbewältigung.

Die Antworten hat Joachim Thiehoff formuliert, da der offizielle Arbeitsbeginn von Laszlo Taube erst in einigen Tagen erfolgt. Teil 2 der Frage-Antwort-Information folgt morgen.

Veröffentlicht am 28.06.2023

 

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