Als mit dem Slogan „Schlagbäume abbauen“ noch Wahlen gewonnen werden konnten
Der Traum eines demokratischen, sozialen Europas, mit offenen Grenzen, mit Toleranz, einem verständnisvollen Miteinander, mit gemeinsamen Werten und mit wachsendem Wohlstand für ALLE ist zwar noch nicht ausgeträumt, die wachen Phasen der Irritation nehmen aber zu. Und da zeigt sich, dass es wieder rechtsextremistische Parteien in unserem Land gibt, die nicht demokratisch ticken und die europäische Idee abschaffen wollen. Ihr Traum von einem Großdeutschland löst bei der Mehrheit in unserem Land Albträume aus. Mit der offenen Werbung, die abgebauten Schlagbäume wieder aus dem Museum zu holen und unsere Grenzen dicht zu machen, will aber die Rechtsaußenpartei Wahlen gewinnen. Ist das demokratische Europa noch zu retten?, lautet die Überschrift. Die Antwort ist klar und unmissverständlich. JA, Europa hat Zukunft, wenn wir unsere Demokratie verteidigen. Wir, das sind wir alle. Parteien, Kirchen, Gewerkschaften, Familie, Freundeskreis ... Und noch etwas. In der Präambel unseres Grundgesetzes heißt es, dass wir „als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt dienen wollen“. Das ist mehr als ein Versprechen, das ist unser höchstes Gesetz!
Ein Rhader Appell gegen rechts
Veröffentlicht am 01.08.2023
Rhade hat enormen Nachholbedarf an dorftypischer Gestaltung
Die gute Stube eines Dorfes ist in der Regel der Kirchplatz. Da er trotz jahrzehntelanger Diskussion noch immer als Parkplatz genutzt wird, werfen wir heute einen kurzen Blick in den Aufsatz von Frank Gläßner (ehemaliger Stadtbaurat in Dorsten) und Egbert Bremen 1983 über Rhade. „Die Besiedlung erfolgte im Laufe der Jahrhunderte ringförmig um die Kirche. … Dieses System ist im Osten durch die Begradigung der Debbingstraße schon sehr gestört.“ Alle Versuche, etwas an diesem Zustand zu verbessern, dürfen als gescheitert bezeichnet werden. Das Versprechen vom damaligen Bürgermeister Lütkenhorst, im Zuge einer anstehenden Kanalisations-Erneuerung die Debbingstraße verkehrssicher und dorftypisch für alle Verkehrsteilnehmer zu gestalten, ist in Vergessenheit geraten. Aktuell ist ein weiteres Haus der Abrissbirne zum Opfer gefallen. Ob der geplante Neubau ins Dorf passt, steht noch in den Sternen. Die Aussage des jetzigen Bürgermeisters auf entsprechende Nachfrage im letzten Bürgerforum, löste eher Stirnrunzeln als Begeisterung aus. Wer heute die Debbingstraße als Eingangsbereich für Rhade betritt oder befährt, wundert sich über die Lieblosigkeit der Gestaltung und die ungeordnete Führung der Gehwege. Seit dem kritischen Aufsatz des Stadtbaurates Gläßner, zu lesen im Heimatkalender 1983, hat sich der Zustand der Debbingstraße weiter verschlechtert.
Veröffentlicht am 31.07.2023
Guter Wille wird seit 1975 bis heute auf eine harte Probe gestellt
Wer seit über 50 Jahren an der Gestaltung der ehemals selbständigen Gemeinde Rhade mitgewirkt hat und weiter mitwirken will, muss sich immer wieder neu motivieren, „die Flinte nicht ins Korn zu schmeißen“. In 10-Jahresschritten wurde in den letzten 5 Tagen aufgezeigt, dass bereits Anfang der 1970er Jahre bis heute, besonders von Sozialdemokraten vor Ort, Wege zur Rhader Zukunftsfähigkeit aufgezeigt, öffentlich diskutiert und dokumentiert wurden. Die Christdemokraten glaubten anfangs nicht an eine dauerhafte Kontinuität des SPD-Engagements. Sie steuerten erst um, als ihnen bewusst wurde, einem ernsthaften Konkurrenten bei Kommunalwahlen gegenüberzustehen. Es war die Hochzeit der guten Ideen und spannender Diskussionen in Rhade. Der Bezirksausschuss galt als beste Weiterentwicklung des einseitig mit CDU-Männern besetzten Gemeinderates, der bis 1974 die Geschicke des Dorfes lenkte. Das Ansehen der SPD stieg, die Mitgliederzahl lag über 100. Die Verwaltungs-Schwerfälligkeit, die erarbeiten Erkenntnisse für Rhade auch praktisch umzusetzen, zieht sich wie ein roter Faden bis heute durch die Kommunalpolitik. Parallel stieg die Frustration vieler Aktiver. Die Rhader SPD galt lange parteiübergreifend als Musterbeispiel für Bürgernähe und Bürgerbeteiligung. Nun fehlt ihr, wie allen anderen Parteien, der Nachwuchs. Keine gute Entwicklung für Rhade, Dorsten und die Demokratie. „Wohin gehst du - Rhade?“, lautete täglich die Eingangsfrage in der Rückblickswoche. Heute ergänzt um: „Wohin gehst du - SPD-Rhade?“
Dirk Hartwich
Veröffentlicht am 29.07.2023
Ein Rückblick in 10-Jahres-Zeitsprüngen (Teil 5 und Schluss)
Heute, vor fast 50 Jahren im Jahr 1974, überraschten wir die Rhader Bevölkerung, die Verwaltung, die Presse und alle Parteien mit unserer ersten Ausgabe einer sozialdemokratischen Stadtteilzeitung. Es folgten bis 2020 insgesamt 120 (!) gedruckte und an alle Haushalte verteilte Exemplare. Mit unserer Internetseite www.spd-rhade.de, wechselten wir zwar das Medium, nicht aber die kontinuierlichen Informationen über Rhade, Dorsten und sozialdemokratisches Denken und Handeln. Seit 2008 wird die genannte Internetseite (fast) täglich (!) aktualisiert. Werfen wir einen Blick in die erste und zweite gedruckte Ausgabe der „SPD Information für Rhade“:
- Mai 1974
- In der Gemeinde Rhade leben 3100 Einwohner.
- Der Gemeinderat besteht aus 13 Mitgliedern. 12 mal CDU, 1 mal parteilos
- Juli 1974
- Das Altersgeld für Landwirte wird um 10% angehoben.
- Der neue Kindergarten am Stuvenberg wird ein kommunaler Kindergarten. Mit Baubeginn ist 1975 zu rechnen.
- Ab Januar 1975 bekommt jede Familie Kindergeld. Für das erste Kind 50.-DM, das zweite 70.- DM, jedes weitere 120.-DM.
- Forderungen, die die Bürger auf einer SPD-Bürgerversammlung stellten:
- Das Stuvenberg-Gebiet muss in die Gesamtplanung einbezogen werden. Annäherung an den Dorfkern.
- Die Spielplätze müssen regelmäßig generalüberholt werden.
- Für das Stuvenberg-Gebiet wird eine Automatenpoststelle gefordert.
Fazit: Die Rhader SPD hat in den zurückliegenden mehr als 50 Jahren gezeigt, wie bürgernahe Parteiarbeit buchstabiert wird. Leider müssen wir im Jahr 2023 feststellen, dass wir nach vielen Hochs (Mitgliederzahlen, Wahlergebnisse, Durchschnittsalter aller Mitglieder), in einem tiefen Tal gelandet sind. Was das für Rhade, Dorsten und die SPD bedeutet, lesen sie morgen in einem persönlichen Kommentar.
Veröffentlicht am 28.07.2023
Ein Rückblick in 10-Jahres-Zeitsprüngen (Teil 4)
Heute vor 40 Jahren, im Jahr 1983, berichteten wir in unserer Stadtteilzeitung „SPD-Nachrichten für Rhade“ über den Plan, den Rhader Dorfkern zukunftsfähig zu gestalten:
Das Dorf in dem wir leben - Dorfcharakter erhalten
Die Diskussion über den Bebauungsplan Nr. 70, Rhade Dorfkern, hält an. Friedhelm Reska, gebürtiger Lembecker, arbeitet heute als Stadtplaner in Remscheid. Er hat mit einigen Skizzen gezeigt, worauf es bei diesem Bebauungsplan ankommt. Die Rhader SPD fordert: Erhalt des dörflichen Charakters, verkehrsberuhigte Zonen, keine Überbauung der schmalen Kirchplatzgassen, Schießung der Baulücken. Dabei aber Rücksichtnahme auf das gesamte Ortsbild.
Dieser Text findet sich in der 43. Ausgabe der oben genannten sozialdemokratischen Stadtteilzeitung für Rhade im Oktober 1983
Nachsatz 2023: Seit 40 Jahren hat sich nichts getan. Wer die Debbingstraße heute mit der geplanten Neubaumaßnahme betrachtet, muss angesichts der vielen guten konstruktiven Vorschläge seit 1983, siehe Skizze Reska, verzweifeln.
Veröffentlicht am 27.07.2023