Dorstener SPD-Stadtratsfraktion beschließt einstimmig verabredeten Wechsel an der Spitze
Bei der letzten Kommunalwahl hat die SPD Federn lassen müssen. Um Kontinuität bemüht, sollte aber Friedhelm Fragemann, der vorhatte nicht mehr als Fraktionsvorsitzender zu fungieren, nochmals in der ersten Hälfte der Legislaturperiode „den Karren ziehen“. Verabredet wurde jedoch, dass Dirk Groß „nach der Halbzeit“, die Kapitänsbinde übernimmt. Nun ist es soweit. Einstimmig wurde die Verabredung bestätigt und umgesetzt. Dirk Groß ist nun Vorsitzender der 8 Sozialdemokraten und wird mit Friedhelm Fragemann als Stellvertreter weiterhin wichtige sozialdemokratische Impulse in Richtung Verwaltung, Stadtrat und Öffentlichkeit senden. Dirk Groß ist ein erfahrener Kommunalpolitiker mit sehr breit gefächerter Verwaltungserfahrung. Somit ist weiter gewährleistet, dass der SPD zugehört wird, wenn sie ihre Zukunftsinitiativen für die Lippestadt präsentiert. Die Rhader SPD freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Fraktionsvorsitzenden und dankt parallel Friedhelm Fragemann für sein bisheriges Engagement, das weiter Bestand haben wird.
Veröffentlicht am 12.06.2023
Wahlverhalten könnte auf fehlende Wertschätzung deuten
Ungläubig blicken wir auf das aktuelle Wahlergebnis in der Türkei. Ungläubig blicken wir auch in die neuen Bundesländer und auf die dortigen aktuellen Wahlumfragen. Ein türkischer Autokrat wird wiedergewählt, weil die in Deutschland lebenden Türken ihn mit großer Mehrheit „lieben“. In den neuen Bundesländern deuten Umfragen darauf hin, dass bei den nächsten Wahlen die Mehrheit der dort lebenden Deutschen eine Partei am äußersten rechten Rand wählen könnte. Warum tun die das? Warum wählen Türken, die hier leben, integriert sind und alle Vorzüge der liberalen Demokratie schätzen und nutzen, einen Politiker, der in seinem Land Menschen jahrelang einsperrt, weil sie anders denken? Warum wählen Deutsche, die 1989 halfen, die undemokratische DDR zu beseitigen, in großer Zahl eine Partei, die die verfassungsgemäße Demokratie so buchstabiert, dass Minderheitenschutz nicht stattfindet und nationale, fast vergessene Töne laut vernehmbar sind? Ist es ein gepflegter Minderwertigkeitskomplex? Ist es Provokation gegen die da oben? Vielleicht trifft der Begriff „unzureichende Wertschätzung“ am ehesten zu. Wahr ist nämlich, das „der Türke“und „der Ossi“ bei uns „im Westen“ nach wie vor einen zarten Negativreflex auslösen. Und genau hier setzen der Autokrat in Ankara und die Rechtsaußenpartei in Deutschland an. Beide umgarnen die genannten Wählergruppen mit besonderer Aufmerksamkeit. Dabei verstärken sie geschickt das Gefühl, nicht genügend beachtet, also wertgeschätzt zu werden. Vielleicht aus unserer Sicht ein Grund, das irritierende Wahlverhalten etwas zu verstehen. Eine Lösung des Problems ist das nicht.
Wochenendgedanken aus Rhade
Veröffentlicht am 10.06.2023
Ein vergessenes Areal stadtplanerisch ins Auge fassen
Es gibt Bereiche in der Lippestadt, die Vorzeigecharakter haben. Daneben fallen dem, der mit offenen Augen die Stadt betrachtet, aber auch Areale auf, die scheinbar aus Sicht der Stadtentwicklung vergessen wurden. Daran erinnert jetzt die SPD-Fraktion im Dorstener Stadtrat und nennt das Gelände östlich der B224 (Borkener Straße) rund um die Schiffbauerstraße. Die infrage kommende unbefestigte Fläche wird seit Jahren völlig ungeordnet zum Parken genutzt. Statt dessen, so die Sozialdemokraten im Stadtrat, sollte sie punktuell so bebaut und begrünt werden, ohne ein geordnetes Parken völlig auszuschließen. Ein Aspekt muss dabei auf jeden Fall erfüllt sein - nämlich die wertvolle ökologische Öffnung zur Kanalzone. Die SPD erinnert daran, dass diese Idee nicht neu sei, sondern bereits bei den Ideensammlungen „Brücken schlagen“ und „Wir machen Mitte“ genannt wurden. Um ein auch finanziell tragbares Konzept zu stemmen, wird von der SPD vorgeschlagen, Investoren ins Boot zu holen und die Planung extern zu vergeben. Gespannt wartet jetzt die Öffentlichkeit darauf, wie die Verwaltung und der Stadtrat die neuerliche Stadtentwicklungsinitiative der Sozialdemokraten behandelt. Dass Lippe- und Kanaluferzonen spannende öffentliche Begegnungsareale für Dorsten sein können, wurde durch die Projekte von Marion Taube (Stadtkrone- und Lippe-Polder-Park) und nachhaltig bewiesen.
Quelle: SPD-Fraktion Dorsten, Vors. Friedhelm Fragemann
Veröffentlicht am 09.06.2023
Es ist ein religiöser Feiertag mit dem seltsamen Namen FRONLEICHNAM, der aus dem Mittelhochdeutschen stammt. Ein wichtiger Feiertag für alle gläubigen Katholiken. Alle anderen nehmen ihn als freien Tag wahr, den man mit einem Brückentag sogar zum Kurzurlaub nutzen kann. Wer versucht, den christlichen Begriff auch mit dem Hunger, den Flüchtlingen, den Kriegen und der schreienden weltweiten Ungerechtigkeit in Verbindung zu bringen, würde aus dem Feiertag einen Gedenk- oder Nachdenktag machen. Aktuell zählen Statistiker 22 militärische Kriege zwischen Ländern und Regionen. Neben den Getöteten, im Sprachgebrauch auch Gefallene genannt, sind es die zur Flucht gedrängten Menschen, die versuchen das nackte Leben, noch so ein selbsterklärender Begriff, zu retten. Ihre Zahl beträgt momentan unglaubliche und unfassbare 14 Millionen (!) Menschen. Die Betonung liegt auf MENSCHEN. Ihnen zu helfen, ist ein Menschenrecht. Dazu verpflichtet haben sich 1948 fast alle Staaten in einem entsprechenden UN-Vertrag. 1951 folgte ergänzend die Genfer Flüchtlingskonvention. Papier ist geduldig. So bitter empfinden das diejenigen, die um Hilfe nachsuchen und von unüberwindbaren Mauern und Zäunen, auch sprachlichen, aufgehalten werden. Die EU verhält sich nicht anders als z. B. die USA, Australien und weitere privilegierte Länder. Versuchen wir heute, dem kirchlichen Feiertag eine ergänzende Bedeutung der Menschlichkeit zukommen zu lassen. Eine gesellschafts- und parteipolitische Pflichtaufgabe.
Veröffentlicht am 08.06.2023
Bürgerforum lädt dazu Bürgerinnen und Bürger ein
Als vor einigen Jahren neue Wege der direkten Bürgerbeteiligung in Dorsten beschritten wurden, war Rhade vorn. Das Bürgerforum, ein offener Gesprächskreis für alle Einheimischen, bietet seitdem die Möglichkeit, Kritik an der Verwaltung zu üben, Verbesserungsvorschläge zu formulieren, sich direkt an Aktivitäten zu beteiligen und Beschlüsse über die Verteilung eines Bürgerbudgets zu fassen. Ein Organisationsteam plant die Durchführung und protokolliert das Geschehen. Kurz: Eine gute Gelegenheit, sich an direkter Mitwirkung für den eigenen Lebensmittelpunkt zu beteiligen. Gelegenheit dazu besteht am Montag, 12 Juni, ab 19 Uhr im Carola Martius-Haus.
Die geplante Tagesordnung in Kurzform:
- Wer und was ist Leader? Chancen für Fördergelder, um unsere Region zu stärken.
- Dorfentwicklung Rhade. Was hat sich getan? Was wird sich tun? Was sollte sich noch tun?
- Der Verkehr in Rhade. Das Einkaufszentrum. Die Spielplätze. Die Rhader Kultur.
- Finanzielle Unterstützung für „meinen“ Verein.
Der letzte Absatz in der offiziellen Einladung lautet wörtlich: "Das Orgateam hofft wie immer auf eine gute Resonanz und einen interessanten und spannenden Abend. Es geht um uns Rhaderinnen und Rhade. W I R - Wille - Interesse - Respekt".
Veröffentlicht am 07.06.2023