Ein kleines, aber intaktes und ökologisch sehr wertvolles Gelände soll aufgewertet werden. So sieht es der Dorfentwicklungsplan Rhade vor, so haben es die Mitglieder des Bürgerforums beschlossen. Die Verwaltung hat daraufhin das Landschaftsbüro Schmidt 2022 beauftragt, einmal genauer hinzusehen. Die Ergebnisse überraschten alle. Sie lassen sich auf die Formel bringen: Erhalten, statt groß gestalten! Dass das der Ideenschmiede Bürgerforum nicht ganz schmeckte, schließlich waren umfangreiche „Umbauvorschläge“ bereits zu Papier gebracht, ist nachzuvollziehen. Der örtliche Klimaschutz, der im verabschiedeten Dorfentwicklungsplan erstaunlicherweise überhaupt nicht vorkommt, hat aber eindeutig Vorrang vor allen gut gemeinten „Verbesserungen“ des Waldstücks Forks-Busch. Nun wurde das Landschaftsbüro Dirk Vennemann beauftragt, die sogenannte Vitalisierung umzusetzen. Ob der Spagat zwischen dem Schmidt-Ökologiegutachten und den Wünschen des Bürgerforums gelingt, wird nicht nur von den direkten Anliegern Forks-Busch, sondern auch von anderen umweltbewussten Bürgern im Ort mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Bereits am 3. Mai 2022 wurde auf dieser Internetseite ein Kommentar veröffentlicht, der weiter hochaktuell ist. Forks Busch - Weniger wäre mehr
Veröffentlicht am 04.04.2023
Städtische Stellenausschreibung hat es in sich
Nachdem Rhade 1975 seine Selbständigkeit und 1998 den Bezirksausschuss verloren hat, sind die daraus resultierende Defizite mit den Händen zu greifen. Alle bisherigen Versuche der Verwaltung und des Rates, mit unterschiedlichen Informations- und Beteiligungsformaten das Verlorene zu kompensieren, hatten keinen Bestand. Nun soll es ein Dorfmanager richten. Oder eine Managerin. Dafür wird eine unbefristete Vollzeitstelle bei der Verwaltung, Sitz in Lembeck, eingerichtet. Blicken wir in den Anforderungskatalog der Ausschreibung. Abgeschlossenes Studium: Soziales, Raumplanung, Geographie oder Kulturwissenschaften. Die Schlüsselaufgaben lassen sich so zusammenfassen: Begleitung der Dorfentwicklung, Begleitung bei Bürgerbeteiligungsprozessen, Beratung im Bereich Engagement/Ehrenamt, vermittelnde Instanz zwischen Bürgerschaft und Fachämtern, Aufbau von Kooperationsstrukturen und Netzwerkarbeit mit allen denkbaren Partnern … Die monatliche Vergütung ist nach der Entgeltgruppe 11 TVöD angegeben, 3622*) bis 5466*).- Euro. Vorgesehen ist, dass der neueingestellte Dorfmanager auch einmal wöchentlich in Rhade zum Gespräch mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung steht. Nun warten wir gespannt und erwartungsvoll auf den neuen Mitarbeiter des Rathauses. Eine konstruktive Zusammenarbeit der Rhader Sozialdemokraten wird zugesichert.
*) Die genannten Summen wurden nicht in der Stellenausschreibung angegeben. Sie sind im Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes nachzulesen.
Veröffentlicht am 03.04.2023
Berechtigte Kritik oder unangebrachte Medienschelte?
Unter dem Begriff „Öffentlich-rechtlicher Rundfunk“ verstehen wir eine freie, unabhängige und faire Berichterstattung im TV, Radio und Internet. Dieses Mediensystem gilt auch als sogenannte 4. Gewalt, neben der gesetzgebenden, gesetzausführenden und der juristisch kontrollierenden Verfassungsebene. Dieses System ist ein unschätzbarer Wert in unserem Land, der grundsätzlich zu verteidigen ist. Das schließt aber nicht aus, die dortige Berichterstattung kritisch zu begleiten. In den Fokus dieser Sonntagsgedanken rückt diesmal das ZDF-heute-journal mit der Moderatorin Marietta Slomka. Als die langwierigen Koalitionsgespräche noch andauerten, befragte sie im Studio den Politikexperten Professor Korte, wie er diese Beratungszeit bewertet. Die Antwort, dass grundsätzlich eine intensive, auch längere Diskussion zu wichtigen Regierungsfragen nichts Negatives sei, passte zwar nicht zur Anmoderation, wurde aber ohne Widerrede akzeptiert. Am Abend darauf wurde der SPD-Vorsitzende Klingbeil wieder und wieder gelöchert, warum man denn 30 Stunden beraten müsse, um endlich zu Potte zu kommen. Dazu eine Gestik, die signalisierte: „Du kannst erklären was du willst, ich weiß es besser“. Am nächsten Abend war Robert Habeck der Interviewte. Das gleiche Frage-Muster, die gleiche Körpersprache. Was hatte noch mal Professor Korte gesagt? Fairer Journalismus kommt ohne überheblich wirkende Selbstdarstellung aus. Frau Slomka sollte sich die genannten 3 Interviews mal selbstkritisch ansehen, kommentiert ein Rhader Zuschauer, dem pauschale Medienschelte fremd ist.
Veröffentlicht am 02.04.2023
Veröffentlicht am 01.04.2023
Verwaltungsgericht betritt Neuland in der Rechtssprechung
Was im ersten Moment kurios klingt, kann auf den zweiten Blick vielleicht doch Erfolg haben. Die Klage des Rhader Bürgerforums (BFR) gegen die Betreiber des Lembecker Bürgerwindparks. Das zuständige Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bestätigte den Eingang der Klage, die zum Ziel hat, an den Erlösen der erzeugten regenerativen Energie beteiligt zu werden. Darin heißt es, dass nach Statistiken des meteorologischen Instituts in Essen, der Wind an 289 Tagen des Jahres aus Südwest, West oder Nordwest weht. Also von Rhade kommend, um in Lembeck in bare Münze umgewandelt zu werden. „Ohne unsere Primärenergie hätte Lembeck keinen Sekundärprofit“, so der entscheidende Satz in der Rhader Klage. Damit nicht genug. Die Rhader Klageseite rechnet genau vor, warum ihr 37,3% der Erlöse zustehen. „Unsere Kalkulation berücksichtigt das unternehmerische Risiko und die Investitionen der Lembecker in den Bürgerwindpark sehr großzügig. Aber ohne unseren Wind dreht sich kein Rad. Also ist unser Anspruch mehr als berechtigt.“ Das angerufene Verwaltungsgericht hat mit Annahme der Klage signalisiert, dass das vom BFR angestrengte Verfahren nicht auf tönernen Füßen steht. Sollte Rhade gegen Lembeck gewinnen, wird das Auswirkungen in der gesamten Bundesrepublik haben. Wir berichten weiter.
Veröffentlicht am 01.04.2023