Die Welt befindet sich im Umbruch: Klimakrise, Krieg in Europa mit seinen globalen Folgen, das Erstarken autoritärer Regime, der Rückgang von Multilateralismus, die Folgen der Pandemie und wachsende Ungleichheiten in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. …Globale Herausforderungen lassen sich nicht im Gegeneinander, sondern nur im Miteinander lösen. Wir brauchen mehr Kooperation, mehr Multilateralismus, mehr gemeinsame Institutionen und Abkommen. Das sind die Grundlagen für Frieden, Sicherheit, für Wohlstand, für Stabilität und mehr Gerechtigkeit – bei uns, aber auch weltweit. Immer mehr Staaten versuchen, das Recht des Stärkeren über die Stärke des Rechts zu stellen. Russlands völkerrechtswidriger Angriffskrieg auf die Ukraine ist eine Zäsur – eine Zeitenwende – für die Sicherheits- und Friedensordnung in Europa. …Wohlstand, Sicherheit und Frieden in der Welt basieren auf multilateralen Institutionen und dem erfolgreichen Aufbau einer regelbasierten Ordnung. Es ist unser größtes Interesse, diese Ordnung aufrechtzuerhalten und zu stärken. …Wir haben die große Verantwortung, das Neue, was entstehen wird, mitzugestalten. Deutschland und Europa haben dabei enorme Möglichkeiten. Viele Staaten der Welt haben hohe Erwartungen an uns, sehen in uns einen Partner, um Frieden, Sicherheit und Wohlstand zu schaffen. Es ist Zeit, dass wir mehr Verantwortung übernehmen und Führung zeigen, diese Ziele zu erreichen.
www.spd.de - Auszüge aus dem SPD-Positionspapier - wird fortgesetzt
Veröffentlicht am 28.01.2023
Vor 78 Jahren wurde das KZ Auschwitz von der Roten Armee befreit - und was das mit Dorsten zu tun hat
Wir kennen die schrecklichen Bilder von menschlichen Leichenbergen und wenigen Überlebenden, die mit leeren, gebrochenen Augen in die Kamera blicken. Bilder, die bei der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz aufgenommen wurden. Wir wissen, das Nazi-Deutschland für die millionenfache (!) Ermordung verantwortlich ist. Wir können das verursachte Leid niemals gutmachen. Wir haben aber die moralische Pflicht, den Opfern zu gedenken. Dabei schwebt über jedem Gedanken die Frage, wie und warum diese bestialischen Gräueltaten möglich waren. In unserem Land, das sich rühmte, einen hohen Bildungsstandard zu haben. An der Antwort versuchen sich bis heute die klügsten Historiker und Philosophen. Eine Gewissheit ist aber unumstößlich sicher und richtig: Die Nazi-Mordmaschinerie war nur möglich, weil die übergroße Mehrheit der Deutschen weggeguckt hat und so zum passiven Mittäter wurde. Im ganzen Land. Auch in Dorsten. Heute erinnern wir daran, gedenken der Opfer und versprechen, nie wieder unsere demokratischen Strukturen zu schwächen. Nie wieder zuzulassen, dass Hass, Hetze und Nationalismus gesellschaftsfähig werden. Heute kann um 16 Uhr im Jüdischen Museum oder um 17 Uhr vor der Wulfener Matthäuskirche gemeinsam, NIE WIEDER versprochen werden.
Rhader Aufruf zum heutigen Holocaustgedenktag
Veröffentlicht am 27.01.2023
Das Zerplatzen einer Illusion - Ein Kommentar aus Rhade
Das laute Geschrei übertönt die leisen Stimmen. Das heißt nicht, dass die lauten recht haben. Leider wird aber in unserem Land, besonders zur Zeit, nach diesem Muster diskutiert. Das macht mir Angst. Ist Angst wirklich ein schlechter politischer Berater, wie es landauf, landab heißt? Tauschen wir doch einfach mal den Begriff Angst gegen Verantwortung. Der Amtseid des Bundeskanzlers lautet: „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe“. Olaf Scholz (SPD) handelt seit seinem Amtsantritt in diesem Sinne. Das ist beruhigend in diesen unruhigen Zeiten. Dass meine Illusion, „Frieden schaffen ohne Waffen“ inzwischen zerplatzt ist, heißt nicht, mit lautem HURRA jetzt Kriegspartei werden zu wollen.
Dirk Hartwich
Veröffentlicht am 26.01.2023
Gedenkveranstaltung der Wulfener SPD
Der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar wurde im Jahr 2005 von den Vereinten Nationen am 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau eingeführt. Ein besonderer Mahn- und Gedenktag auch für Dorsten. Die grausame millionenfache Vernichtung der Juden, von den Nazis systematisch betrieben, war nur durch aktive und passive Mittäterschaft der Bevölkerung möglich. In Dorsten erinnern das Jüdische Museum und viele Stolpersteine an Menschen wie du und ich. Menschen die unsere Nachbarn waren, sich aktiv in Sport- und Schützenvereinen betätigt haben sowie bei der Freiwilligen Feuerwehr halfen. Der SPD-Ortsverein Wulfen wird, so wie in den Vorjahren, mit einer Veranstaltung an das nicht wiedergutzumachende Leid der Wulfener jüdischen Bürger erinnern, die ehemals geachtet, plötzlich gemieden, dann gedemütigt, bestohlen, vertrieben und ermordet wurden. Dr. Hans Udo Schneider wird an dieses dunkle Kapitel der Wulfener und Dorstener Geschichte erinnern. Die Gedenkveranstaltung findet auf dem Vorplatz der Matthäuskirche, Burgring/Matthäusplatz um 17 Uhr statt.
Veröffentlicht am 25.01.2023
Dorsten beteiligt sich mit mehreren Veranstaltungen
Bereits am Freitagvormittag wird es eine Lesung in der Neuen Schule mit der Kinderbuchautorin Andrea Behnke geben. Im Mittelpunkt steht „die bewegende Geschichte des jüdischen Mädchens Ilse Reifeisen aus Dorsten, die 1939 mit 13 Jahren alleine mit einem Kindertransport nach Schweden flüchten konnte, während ihre Eltern umgebracht wurden. Doch, wie kann man Kindern dieses komplexe Holocaust-Thema zugänglich machen, ohne sie emotional zu überfordern? Als eine Antwort auf diese Frage hat das Jüdische Museum jetzt eine Broschüre zu Ilses Fluchtgeschichte unter dem Titel „Der Tag, an dem die Blumen die Farben verloren. Das Mädchen Ilse Reifeisen“ herausgegeben. Sie wird am Gedenktag vorgestellt. Auch Dorstener beteiligten sich an diesem Projekt: So wurde der Band von Schüler_innen des St. Ursula Gymnasiums reich illustriert. Schüler_innen der St.-Agatha-Grundschule steuerten originelle Schreibarbeiten bei, die Andrea Behnke im Zuge einer Schreibwerkstatt mit ihnen erarbeitet hat. Nachmittags ist jeder zur öffentlichen Gedenkveranstaltung willkommen, die im Jüdischen Museum um 16 Uhr durch Bürgermeister Tobias Stockhoff eingeläutet wird. Mit einem Gedenken im Garten des Jüdischen Museums und einer Reinigung der Stolpersteine für die Familie Reifeisen in der Innenstadt endet die Veranstaltung gegen 17.30 Uhr.
Auszüge aus einer Pressemitteilung der Stadt Dorsten
Veröffentlicht am 24.01.2023