Umweltmesse ist gute Idee - Blick in eigenen Zielkatalog noch besser
Am kommenden Samstag findet eine große Umwelt- und Mobilitätsmesse unter freiem Himmel im Stadtkrone-Bürgerpark statt. Sie verdient, besucht zu werden, um die gesamte Bandbreite der Klimaprobleme, auch lokal, zu verstehen und Lösungsmöglichkeiten zu erkennen. Bereits 2013 wurde in unserer Stadt ein Workshop mit externen Experten durchgeführt, in dessen Verlauf mehrere Maßnahmenkataloge dokumentiert wurden, die eine Wende in der kommunalen Klimapolitik einleiten sollten. Der Stadtrat bestätigte das Vorhaben einstimmig. Seit 2014 liegt also das „Integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt Dorsten“ auf dem Tisch und wartet, gelesen und umgesetzt zu werden. Und zwar nicht beiläufig „mal hier, mal da“, sondern systematisch. Im aktuellen Rhader Dorfentwicklungskonzept wurde der Bereich Klima und Umwelt nicht mal behandelt. Wo war der Klimaschutzbeauftragte der Stadt, um zu intervenieren? Eine gute Idee wäre, wenn die Stadt Dorsten am Samstag mit einem eigenen Messestand, das benannte Klimaschutzkonzept der Lippestadt offensiv vorstellen und vertreten würde? Dann müsste 8 Jahre später nicht wieder das Rad „Lokaler Klimaschutz“ neu erfunden werden.
Eine Rhader Werbung für die Umwelt- und Mobilitätsmesse in Dorsten
Veröffentlicht am 01.09.2022
Mit Grundsatzrede Zeichen gesetzt
Alle 6 Monate wechselt in der EU die sogenannte Ratspräsidentschaft. Deutschland hat den Staffelstab an Tschechien übergeben. Olaf Scholz, Bundeskanzler und Sozialdemokrat, nutzte seinen Besuch in Prag, um Grundsätzliches zur Zukunft der Europäischen Union zu sagen. Da war nicht nur sein Bekenntnis zur Gemeinschaft, es waren insbesondere seine Reformvorschläge, die die Lähmung durch das Einstimmigkeitsprinzip aufbrechen sollen. „Endlich“, so die überzeugten Europäer. Auch sein Statement zu mehr Sicherheit an der gemeinsamen Grenze, sorgte für internationale Zustimmung im Bündnis der EU und der Nato. „Wann, wenn nicht jetzt?“, so Olaf Scholz, der mit dieser Grundsatzrede klar stellte, dass die Krisen der Gegenwart nur gemeinsam bewältigt und eine bessere Zukunft nur durch internationales Unterhaken erreicht werden können. Dass der tschechische Präsident nicht zugehört hat, gibt zu denken. Die EU wird nur überleben, wenn der Egoismus einzelner Staaten überwunden wird. Vor Olaf Scholz liegt ein dornenreicher Weg, die vorgetragenen Grundsätze zur Reform der EU auch umzusetzen. Gelingt es, werden wir international stärker als heute dastehen. Scheitert er, wird Europa zwischen den USA/Kanada und China/Asien zerrieben.
Ein Zwischenruf aus Rhade
Veröffentlicht am 31.08.2022
Eine Jubilarehrung für alle Mitglieder der Rhader SPD
Der große Saal des Gasthauses Pierick, zurückhaltend und geschmackvoll mit SPD-Symbolik geschmückt, wurde zur Bühne des Respekts für die Mitgliedschaft in einer demokratischen Partei. Nicht irgendeiner, sondern der ältesten. 159 Jahre hat sich die SPD für eine gerechtere Welt eingesetzt. Ohne die vielen Mitglieder in mehreren tausend Ortsvereinen in unserem Land, wäre das nie möglich gewesen. Daher haben die Rhader Sozialdemokraten eine ungewöhnliche Jubilarfeier organisiert. Unabhängig von der Dauer der Zugehörigkeit zur SPD, wurden alle anwesenden Mitglieder auf die Bühne gebeten, um mit persönlichen Worten den Dank der Partei entgegenzunehmen. Die an diesem Abend verhinderten Sozialdemokraten erhalten aber ebenfalls eine Urkunde mit persönlicher Widmung. Die Ehrung teilten sich übrigens die Ehrengäste, Prof. Dr. Dieter Grasedieck, langjähriges SPD-Mitglied des Bundestages, Nina Horbelt und Stefan Erbe, Vorsitzende des SPD-Stadtverbands, Michael Hübner, Ex-MdL und Friedhelm Fragemann, SPD-Fraktionsvorsitzender in Dorsten. Unterstützt von Christoph Kopp, Vorsitzender der Rhader SPD und Achim Schrecklein, der nicht nur hier Co-Vorsitzender, sondern auch in Dorsten als stellvertretender Bürgermeister fungiert. Die zuvor gezeigte Präsentation, die die Anwesenden auf eine spannende Zeitreise durch die SPD-Geschichte mitnahm, erinnerte auch an viele kommunalpolitisches Ereignisse. Von Sozis, die 1893 wegen Agitation verfolgt wurden, der aktiven Mitarbeit an der Geschichtsaufarbeitung „Dorsten unterm Hakenkreuz“ 1983 ,von der kurzen Bürgermeisterschaft Friedhelm Fragemanns 1994, und den nicht erreichten Zielen der letzten Kommunalwahlen. Trotz vieler Enttäuschungen überwiegt aber der Stolz der Rhader SPD, bleibende gesellschaftspolitische Zeichen in Rhade und Dorsten gesetzt zum haben. So der selbstbewusste Schlusssatz der ungewöhnlichen Rhader Jubilarehrung.
Veröffentlicht am 30.08.2022
„Bitte entspannt zurücklehnen. Unsere gemeinsame Zeitreise unter dem Motto, Vorwärts, und nicht vergessen“, beginnt. So der launige Einstieg in eine ungewöhnliche Jubilarfeier der Rhader SPD, die der Vorsitzende Christoph Kopp eröffnete. Dankbar nahmen viele Mitglieder und Ehrengäste die Einladung an, um in geselliger Runde zu sehen und hören, wie die deutsche Sozialdemokratie in 159 Jahren, von 1863 bis heute, Geschichte geschrieben hat. 1/3 davon, nämlich genau 53 Jahre hat der Rhader Ortsverein daran mitgewirkt. Gespannt und gebannt verfolgte die große Teilnehmerrunde die Präsentation, die Jürgen Heinisch vorführte und Dirk Hartwich moderierte. Dass der erste SPD-Vorsitzende Ferdinand Lasalle bei einem Duell 39jährig sein Leben verlor, lag nicht am Streit um das richtige Parteiprogramm, sondern an einer innigen Liebschaft. Was zu Beginn für Schmunzeln sorgte, wurde im weiteren Verlauf von großer Nachdenklichkeit abgelöst. „Freiheit und Leben könnt ihr uns nehmen, die Ehre nicht“. Otto Wels hat 1933 mit diesen Worten den Nazis die Stirn geboten und das Ermächtigungsgesetz im Namen der SPD eindrucksvoll abgelehnt. Gänsehaut pur, als diese Originalfassung eingespielt wurde. Mit Willy Brandt erlebte die SPD 1972 einen wahren Höhepunkt. Mit 48,8% der Wählerstimmen stellte sie nicht nur den Kanzler, sondern auch den Friedensnobelpreisträger. Danach schmolzen zwar die Zustimmungswerte für die Partei, die sozialdemokratische Idee, mit den Werten, FREIHEIT, GERECHTIGKEIT UND SOLIDARITÄT, hat aber bis heute nichts an Aktualität verloren. So das Fazit am Ende der Rhader Zeitreise, die allen „Fahrgästen“ in Erinnerung bleiben wird. Der zweite Teil des Abends war der Jubilarehrung aller Mitglieder vorbehalten. Dazu morgen mehr.
Veröffentlicht am 29.08.2022
Wenn der Zweifel wächst - Wochenendgedanken aus Rhade
Wir sind ein reiches Land. Uns geht es gut. Wer hat, lebt auf der Sonnenseite des Lebens. Wer weniger hat, kommt trotzdem (noch) einigermaßen gut über die Runden. Wer nichts hat, wird gestützt. So funktioniert unser Staat. Unsere Wirtschaftsform trägt den Titel SOZIALE MARKTWIRTSCHAFT. Über Steuern und Abgaben wird so reguliert, dass der Unternehmer investieren kann und dennoch verdient, der Arbeitnehmer seinen halbwegs gerechten Lohn erhält, und der Staat seine Aufgaben erfüllen kann. Kommt es zu unerwarteten Brüchen, springt die Allgemeinheit solidarisch ein, um eine gesellschaftspolitische Schieflage zu verhindern. Was gestern galt, wird heute auf eine harte Probe gestellt. Um unsere Freiheit zu verteidigen, die Abhängigkeit von autoritär geführten Staaten zu verringern und zusätzlich das Klima zu schützen, müssen wir unsere Energiepolitik neu aufstellen. Alternativlos! Die Kosten für diesen lebensnotwendigen Strukturwandel müssen wir alle tragen. Damit das gerecht zugeht, hat der Staat die alleinige Steuerungsgewalt. Das funktioniert aber momentan nicht. Einerseits schießen die Energie-Verbraucherpreise durch die Decke, andererseits sorgen sie für unerwartete Gewinnsprünge bei nicht wenigen Versorgern. Das ist ungerecht und keine Soziale Marktwirtschaft, wenn da nicht entschlossen eingegriffen wird. Eine ÜBERGEWINNSTEUER ist kein Teufelszeug. Sie auf Zeit anzuwenden, würde den entstandenen Zweifel am gerechten Funktionieren des Marktes die Grundlage entziehen. Unsere Ampelregierung steht vor einer schweren Bewährungsprobe.
Veröffentlicht am 27.08.2022